Wir wollen von ZEIT ONLINE Lesern wissen: Wann haben Sie sich zuletzt krank gemeldet, obwohl Sie gesund waren? Was hat Sie von der Arbeit ferngehalten: Stress? Langeweile? Probleme mit den Kollegen? Ihre Teilnahme an unserer Umfrage hilft uns dabei, mehr über das Blaumachen zu erfahren. Hier erzählt Anna*, 30 Jahre alt, warum sie regelmäßig blaumacht.

Als ich das erste Mal blaugemacht habe, wurde ich direkt dafür bestraft. Eigentlich wollte ich nur einen einzigen Tag fehlen. Ein alter Schulfreund hatte gefeiert: Wir hatten uns länger nicht gesehen und viel zu viel Wein getrunken. Viele meiner Freunde studierten zu der Zeit noch, ich arbeitete schon auf dem Bezirksamt und musste jeden Morgen um 8 Uhr da sein. Ich wusste an dem Abend schon, dass ich am nächsten Tag einen schlimmen Kater haben würde und blaumachen müsste. Danach war ich eine Woche lange richtig krank, mit Fieber und im Bett liegen. Mein Gedanke war: Das hast du jetzt davon. Davon abgehalten, es wieder zu tun, hat es mich aber nicht. 

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Meine Regel für das Krankfeiern ist: Nicht mehr als eine Woche im Jahr, quasi eine siebte Woche Urlaub. Ich finde das moderat. Es kommt aufs Maß an. Immerhin müssen die Kollegen im Büro deinen Kram erledigen, wenn du fehlst. Da kann ich schon verstehen, wenn andere das verurteilen. Aber ich finde, ich übertreibe nicht. 

Ganz im Unterschied zu einigen Kollegen, die ich so auf dem Amt hatte. Die waren so regelmäßig krank, danach konnte man die Uhr stellen. Offen hat zwar keiner darüber geredet, aber an den Tagen nach Karneval konntest du sicher sein, dass kaum einer kommt. Und wenn mal wieder ein Bierfest in unserer Gegend war, hat am nächsten Tag die halbe Belegschaft gefehlt. 

Mittlerweile habe ich einen anderen Job. Der neue Arbeitgeber verlangt zwar schon ab dem ersten Tag eine Krankschreibung, aber das ist wirklich das kleinste Problem. Ich habe nämlich zwei Hausärzte. Von dem einen lasse ich mir Blut abnehmen und Medikamente verschreiben, wenn ich Grippe habe. Von der anderen lasse ich mich krankschreiben. Eine Kollegin hat sie mir empfohlen. 

Die einzige Frage, die die Ärztin stellt: Wie lange? Und schon ist man mit der Krankschreibung in der Hand wieder draußen.

Als ich zum ersten Mal da war, saß ich im Wartezimmer mit zehn Männern mittleren Alters. Ich dachte erst: Oh Gott, hier komme ich ja nie raus. Aber das ging ruckzuck. Zehn Männer, zehn Minuten. Als ich dann dran war, wurde mir klar warum. Die einzige Frage, die die Ärztin stellt, lautet: Wie lange? Und schon ist man mit der Krankschreibung in der Hand wieder draußen. 

Ich nutze die Zeit, um auf der Couch zu lümmeln und mich zu entspannen. Sachen, für die mir meine echten Urlaubstage zu schade sind. Quasi für die mentale Gesundheit. Ich habe mich aber nie getraut, in den Urlaub zu fahren oder mit dem Bier in der Hand um die Häuser zu ziehen. 

Ein Kollege von mir wurde mal beim Blaumachen erwischt. Er hatte sich für eine Woche krankschreiben lassen und dann Fotos von sich und seinen Freunden auf Facebook gepostet, auf denen er in der Sonne Kaffee trinkt. Das ist dumm. Er wurde fristlos entlassen. Kann ich auch verstehen. Man kann ja spazieren gehen, wenn man blaumacht. Aber doch nicht einfach gemütlich mit Freunden Kaffee trinken gehen und das dann auch noch im Netz verbreiten. 

Ich finde aber auch, der Arbeitgeber hat eine gewisse Verantwortung. Wenn ein Unternehmen will, dass die Leute weniger krank sind, können sie sich ja auch was einfallen lassen. Wenn ich gebraucht werde und wirklich Verantwortung trage, mache ich viel weniger blau. Daimler zum Beispiel zahlt Mitarbeitern, die nie fehlen, einen Bonus von 200 Euro. Finde ich aus Unternehmenssicht eine ganz gute Idee, aber für mich wären 200 Euro noch nicht genug Anreiz, um nicht mehr zu fehlen.

* Anna heißt eigentlich anders. Ihr Klarname ist der Redaktion bekannt.