Mein Job

Beruf: Erzieherin in einer Wohngruppe für Jugendliche in Berlin

Ausbildung: Erzieherin am Rudolf Steiner Institut für Sozialpädagogik in Kassel

Wöchentliche Arbeitszeit: 30 Stunden. Ich habe vier Nachtdienste und einen Wochenenddienst im Monat. Bei den Nachtdiensten schlafe ich meistens nur kurz. Ansonsten habe ich fast ausschließlich Spätdienst, der endet um 23 Uhr.

Meine Einnahmen

Bruttoeinkommen: 2.190 Euro

Nettoeinkommen: 1.590 Euro

Meine Ausgaben

Miete: 470 Euro. Ich wohne zusammen mit drei Freundinnen in Berlin-Neukölln. Unsere Wohnung hat vier große Zimmer. Ich kann mir nicht vorstellen, allein zu wohnen, gerade wegen des Schichtdienstes und weil ich arbeite, wenn andere Leute frei haben. Wenn ich nach Hause komme, sitzen wir oft noch gemeinsam auf unserem Balkon. Ich bin hier sehr glücklich.

Nebenkosten: 40 Euro

Versicherungen: Ich habe weder eine private Altersvorsorge noch Versicherungen, die über die Pflichtversicherungen, die mir von meinem Gehalt abgezogen werden, hinausgehen.

Lebensmittel: ungefähr 300 Euro. Wir kaufen für unsere WG alles im Bioladen. Es ist mir wichtig, die Landwirtschaft zu unterstützen, und es ist für mich selbstverständlich, Bio zu essen. Ich bin damit aufgewachsen. Ich gehe nicht oft essen, sondern koche lieber zu Hause, zum Beispiel Thaisuppe, Currys oder auch mal Lasagne.

Handy: 25 Euro für einen Handyvertrag

Fahrtkosten: Für Bus und Bahn gebe ich 30 Euro aus. Meistens fahre ich mit dem Rad.

Reisekosten: ungefähr 230 Euro. Ich verreise fast ausschließlich mit meinem Bus, einem Oldtimer, den ich mir mit einer Freundin teile. Leider müssen wir ständig Ersatzteile wie Bremsen oder neue Bleche für die Karosserie kaufen. Das ist teuer und wir versuchen, so viel wie möglich selbst zu reparieren. Außerdem verbraucht der Bus viel Sprit, insgesamt geben wir dafür etwa 70 Euro monatlich aus. Letzten Sommer waren wir mit dem Bus sechs Wochen in Portugal, dieses Jahr hatten wir bisher leider nur für Wochenendtrips Zeit: Wir sind ins Elbsandsteingebirge gefahren und an die Mecklenburgische Seenplatte.

Kleidung: 60 Euro. Ich kaufe meine Kleidung secondhand.

Körperpflege: 30 Euro. Auch hier kaufe ich vor allem biologische Pflegeprodukte; alleine die Tagescreme kostet 15 Euro.

Bücher und Musik: 70 Euro. Ich liebe Buchläden. Meistens lese ich Romane, Biografien oder Fachliteratur. Momentan lese ich Trümmer und Traumata, ein Buch von Bernd Ruf über pädagogische Ansätze, wie traumatisierten Jugendlichen, die zum Beispiel aus einem Kriegsgebiet kommen, geholfen werden kann. Für Musik gebe ich um die 40 Euro aus, ich gehe oft auf Hip-Hop-Konzerte und kaufe mir manchmal eine CD.

Hobbys und Freizeit: 210 Euro. Davon gebe ich 45 Euro für einen Hip-Hop-Tanzkurs aus – den besuche ich ungefähr einmal die Woche, wegen des Schichtdienstes kann ich da leider nicht regelmäßig hin. Für Kino, Kneipen und Festivals gebe ich rund 120 Euro aus. Ich nähe außerdem viel mit meiner Nähmaschine: Kleider und Hosen für meine Nichte und meine Neffen oder für mich selbst. Für Stoffe gebe ich etwa 35 Euro aus. Zudem spende ich fünf Euro an einen Verein: Die Fahrradgang repariert Räder und gibt sie an Menschen, die sich keins leisten können. Manchmal helfe ich selbst beim Reparieren.

So viel bleibt am Ende übrig

Ungefähr 100 Euro. Ich schaffe es nicht, Geld auf die Seite zu legen. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich häufiger mit meinem Bus in den Urlaub fahren.