Jan Plewka, 46, ist der Sänger und Songwriter der Band Selig. Am 3. November erscheint das neue Album der Hamburger Band, "Kashmir Karma". © Sven Sindt

Wovor fürchten Sie sich im Job? Was macht Sie nervöser, verzichtbar zu sein oder unverzichtbar? Wie viel Geld müsste man Ihnen geben, damit Sie nie wieder arbeiten? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im neuen ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Jan Plewka hat sich selbst schon einigen davon gestellt – als Musiker erlebte er Schaffens- und Sinnkrisen.

Plewka ist der Sänger und Songwriter der Hamburger Band Selig. Mit dem Liebeslied Ohne Dich wurde Selig in den Neunzigerjahren erfolgreich. In vier Jahren nahmen die Musiker drei Alben auf. Doch der Erfolg und zu viel Alkohol und Drogen stürzten den Kopf der Gruppe in eine Depression. "Wir hatten den kompletten Kontrollverlust, das waren nicht mehr wir", sagt er in unserem Podcast. Die Band trennte sich, Plewka wanderte nach Schweden aus. Er versuchte sich an einigen anderen Jobs, kam dann aber doch zurück nach Deutschland – mit neuer Musik im Gepäck. "Ich dachte, ich bin ein Superstar", sagt er. Doch die Plattenfirmen waren nicht mehr an ihm interessiert.

Das ist lange her, Selig ist seit 2008 wieder vereint und hat seitdem mehrere Platten rausgebracht, im November erscheint Kashmir Karma. Plewka sagt: "Es ist das erste Album, das ich komplett nüchtern, ohne Alkohol und ohne Zucker aufgenommen habe. Und da merkt man mal, wie aufregend die eigene Arbeit ist. Wie toll es ist, Texte zu schreiben und zu singen." Und es sei auch etwas völlig anderes, nüchtern auf die Bühne zu gehen. "Jetzt weiß ich, was die Leute mit Lampenfieber meinen."

Vor der Meinung seiner Bandkollegen fürchtet er sich immer noch: "Ich habe Angst, dass das, was ich erarbeitet habe, angegriffen und zerstört wird durch die Kritik der anderen." Dabei wisse er, dass ein Lied erst durch Kritik besser werden könne. Er sagt: "Ich bin Einzelkind. Wahrscheinlich habe ich mir meinen Beruf ausgesucht, um zu lernen, mit anderen zusammen zu arbeiten."

Das Konzept unseres Podcasts Frisch an die Arbeit fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und auf die Arbeitswelt gedreht. Sie, liebe Leser, können den Fragenbogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen.