Friedrich Liechtenstein sagt im Podcast: "Ich finde, man soll weniger arbeiten, vielleicht vier Stunden am Tag. Ansonsten sollte man sich um sein Leben kümmern." © Franziska Krug/Getty Images for Dom Perignon

Was ist Ihnen wichtiger: Anerkennung oder Geld? Beschäftigen Sie sich mit Ihrer Altersvorsorge? Was bedeutet für Sie Glück am Arbeitsplatz? Was wollten Sie als Kind werden? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in unserem ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Diesmal ist unser Gast der Künstler Friedrich Liechtenstein, der Erfahrung hat mit Abstürzen und Neuanfängen – denn er war mal insolvent. Heute sagt er: "Ich brauche kein Geld. Nur: Die Menschen um mich herum wollen Geld von mir haben."

Friedrich Liechtenstein, 61 Jahre alt, studierte zu DDR-Zeiten Puppenspiel an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin. Danach arbeitete er in der freien Theaterszene und machte Popmusik. Bekannt wurde Liechtenstein aber erst Anfang 2014 als Mann aus der Edeka-Werbung, in der er in einem Bad voller Milch lag und sang: "Superuschi, Supermuschi, Supersushi, supergeil". Liechtenstein hatte zu der Zeit kein Geld und keine Arbeit, er hatte sein Haus verloren und lebte im Turmzimmer einer Berliner Brillenmanufaktur. "Manchmal hatte ich Hunger", sagt er in unserem Podcast.

Seitdem hat sich viel in seinem Leben verändert. Liechtenstein macht Musik, in diesem Herbst ist sein neues Album Ich bin dein Radio erschienen (in unserem Podcast singt er den Refrain). Er arbeitet als Filmproduzent von hochformatigen Filmen und steht auf Bühnen: für Moderationen von Firmenveranstaltungen, bei Vorträgen und in Clubs. Kein Tag vergehe ohne Arbeit, sagt er. Obwohl er eigentlich lieber Partys feiert, als zu arbeiten. Er sagt: "Ich finde, man soll weniger arbeiten, vielleicht vier Stunden am Tag. Ansonsten sollte man sich um sein Leben kümmern."

Wie viel Geld er heute verdient, verrät Liechtenstein nicht. Aber er rechnet vor, was für ihn Luxus ist: Er könne es sich leisten, ausschließlich Taxi zu fahren. Er lade seine Kinder zum Essen und in den Urlaub ein. Und er miete eine möblierte Wohnung in Berlin. Besitz hat er keinen. Er sagt: "Es fühlt sich gut an, nichts zu haben." So hält er es auch mit der Altersvorsorge: Er hat keine.

Das Konzept unseres Podcasts Frisch an die Arbeit fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und der Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leser, können den Fragenbogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen.