Der Berliner Künstler Shahak Shapira sagt im Podcast: "Ich habe keine Freude an meiner Arbeit." © --/Handout/Shahak Shapira/dpa

Was bedeutet für Sie Glück am Arbeitsplatz? Wie viel Geld müsste man Ihnen geben, damit Sie nie wieder arbeiten? Sehnen Sie sich nach einer Arbeit, die mit Ihren persönlichen Neigungen und Vorlieben nichts zu tun hat? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im neuen ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Diesmal ist unser Gast der Comedian Shahak Shapira, der sich selbst oft fragt, warum er sich seinen Job überhaupt antut. Im Podcast sagt er: "Ich sehe meine Arbeit nicht als etwas, was die Welt unbedingt braucht."

Shapira wurde 1988 in Petach Tikwa in Israel geboren, erlebte als Kind die zweite Intifada in einer israelischen Siedlung im Westjordanland und zog mit 14 Jahren mit seiner Mutter und seinem Bruder ausgerechnet nach Laucha in Sachsen-Anhalt, eine bekannte NPD-Hochburg. In den folgenden Jahren wollte Shapira zunächst Fußballprofi werden, erzählt er im Podcast, scheiterte aber bei einem Testspiel bei Carl Zeiss Jena: "Wir waren alle zu schlecht." Später befasste er sich zunehmend mit Webdesign, programmierte Seiten für regionale Mittelständler und absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung an der Miami Ad School in Berlin. In Berliner arbeitete Shapira zunächst als Grafiker, später als Creative Director in großen Werbeagenturen und legte als DJ in Clubs auf.

Als Shapira am Silvesterabend 2014 in eine antisemitische Schlägerei in der Berliner U-Bahn geriet, waren nicht nur die Angreifer, sondern auch die deutsche Öffentlichkeit überrascht: Ein blonder, großmäuliger Berliner Jude, der nach der Rangelei nicht moralisch empört, sondern wütend, hämisch und witzig reagierte? Das war neu. Shapira unterschrieb einen Buchvertrag, baute seine Reichweite bei Twitter und Facebook aus und mischte sich zunehmend in öffentliche Debatten ein. So wurde sein umstrittenes Projekt Yolocaust, das inszenierte Fotos vom Denkmal der ermordeten Juden Europas mit Bildern aus Vernichtungslagern kombinierte, nicht nur in der deutschen, sondern auch in der israelischen und amerikanischen Presse kommentiert und, wie Shapira im Podcast erzählt, zum Gegenstand mehrerer Abschlussarbeiten an Universitäten.

"Ich habe keine Freude an meiner Arbeit, es ist eine riesige Qual", sagt Shapira in unserem Podcast. "Aber ich mache sie trotzdem, weil ich nichts Besseres zu tun habe." Dafür brauche er allerdings Deadlines, weil er sonst nichts gebacken bekomme.

Das Konzept unseres Podcasts Frisch an die Arbeit fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und der Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leser, können den Fragenbogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen.