Bent Angelo Jensen sagt im Podcast: "Ich bin kein Lagerfeld." © Kat Voltage / LeVoltage

"Ich bin dazu berufen, Herrenmode zu entwerfen", sagt der Hamburger Bent Angelo Jensen. Er ist der Modemacher hinter dem Anzuglabel Herr von Eden, der Schneider von Prominenten wie dem Musiker Jan Delay – und diese Woche zu Gast in unserem ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Eine Ausbildung hat Jensen nicht gemacht. "Ich habe mich immer als Modemacher bezeichnet, aber inzwischen wage ich es auch, mich Modedesigner zu nennen", sagt er in unserem Podcast. Er könne zwar nähen und Schnitte anfertigen. Aber: "Ich zeichne nicht so viel, wie man sich das vorstellt, ich bin kein Lagerfeld."

Gleich nach dem Abitur zog Bent Angelo Jensen von Flensburg nach Hamburg und eröffnete mit 18 Jahren im Stadtteil Sankt Pauli einen Secondhandshop. "Aber ich wollte nicht als Lumpenhändler enden", sagt er. Deshalb gründete Jensen wenig später sein eigenes Label für Herrenanzüge. Bald ließen sich Thomas Gottschalk, Wolfgang Joop, Tim Mälzer und Peter Doherty von ihm einkleiden.

Nach außen hin wirkte Bent Angelo Jensen jahrelang erfolgreich, er eröffnete ein Geschäft nach dem anderen, entwarf auch Frauenanzüge und ein eigenes Parfüm – doch in Wirklichkeit hatte Herr von Eden 600.000 Euro Schulden angesammelt. 2013 musste Jensen Insolvenz anmelden. "Ein paar Abende habe ich mir die Decke über den Kopf gezogen", erinnert er sich.

Hatte er seine beste berufliche Position bereits inne oder steht sie ihm noch bevor? Jensen glaubt: "Der Spaß geht gerade erst los." Dabei käme die Entspannung manchmal allerdings zu kurz. Was hilft: "Ich bin ein leidenschaftlicher Kiffer."

Das Konzept unseres Podcasts Frisch an die Arbeit fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und an die Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leser, können den Fragebogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen.