Mein Job

Beruf: Ich leite zwei Firmen, die Spiele entwickeln. Bei meiner Kölner Agentur Into Games erfinden wir zu dritt Spiele und Rätsel für große Firmenkunden, zum Beispiel fürs Fernsehen. In Frankfurt und Gießen biete ich mit 30 Angestellten Escape Events an. Das ist eine Art reales Computerspiel: Man lässt sich mit Freunden oder Kollegen in einem Raum einschließen und hat 60 Minuten Zeit, durch Rätsellösen wieder herauszukommen.

Ausbildung: Ich habe mal eine Ausbildung zum Textilveredler gemacht und ein Semester Germanistik und Geografie studiert. Parallel dazu hatte ich bereits ein Non-Profit-Spieleatelier in Köln, das war mein Hobby. Dann lernte ich jemanden kennen, der in einer Spielagentur arbeitet – und stieg dort ein.

Wöchentliche Arbeitszeit: Ich arbeite 60 bis 70 Stunden pro Woche. Als Geschäftsführer muss man immer überall sein, am besten müsste ich mich vierteilen. Die viele Arbeit ist aber nicht so problematisch, weil ich ja in der Zeit Dinge erlebe, die andere in ihrer Freizeit machen. Das ist mein absoluter Traumjob. Ich fühle mich wie auf einem Raketenschiff.

Meine Einnahmen

Bruttoeinkommen: 5.500 Euro. Das hört sich viel an, aber ich habe ja auch eine Arbeitszeit wie bei anderthalb Jobs. Die beiden Firmen bringen mir ungefähr gleich viel ein.

Nettoeinkommen: etwa 3.000 Euro

Sonstiges: Ich bekomme eine Unfallrente von 360 Euro pro Monat, weil ich mir bei meiner Tätigkeit als Textilveredler mal Säure ins Gesicht gespritzt habe. Seitdem habe ich eine Verletzung am Auge und kann nur noch zweidimensional sehen.

Meine Ausgaben

Miete: Ich habe zwei Wohnorte. In Köln-Nippes zahle ich 540 Euro und in Lich nahe Gießen sind es 400 Euro. Beides sind WGs, weil ich nicht zwei komplette Haushalte führen will. Außerdem mag ich das Gesellige. Da ich keine Zeit habe, selbst zu putzen, zahle ich in der Licher WG noch zusätzlich 140 Euro pro Monat für eine Reinigungshilfe. Das ist wichtig für den WG-Frieden. In Köln habe ich einen Sauberkeitsfanatiker als Mitbewohner, der putzt eh alles.

Lebensmittel: Etwa 500 Euro. Ich gehe viel essen, vor allem mittags esse ich eigentlich immer auswärts. Ein reguläres Wochenende habe ich auch nicht. Und leider wird durch das viele Pendeln auch öfter mal was schlecht im Kühlschrank, was ich dann nachkaufen muss.

Sprit: 300 Euro. Wenn ich zwischen Köln und Frankfurt pendle, fahre ich auch oft mit dem Zug, aber die Kosten fürs Ticket bekomme ich als Geschäftsführer erstattet. Ein Nahverkehrsticket habe ich nicht.

Handy: 50 Euro. Da haut vor allem das Firmenhandy rein, mein privates benutze ich wenig. Ich habe ein Datenvolumen von 5 GB pro Monat, gegen Monatsende wird es da schon eng.

Versicherungen: Für Haftpflicht- und Lebensversicherung zahle ich 150 Euro.

Altersvorsorge: Mein Plan ist, mich noch vor 2020 darum zu kümmern. Wenn man so viel arbeitet, dann wendet man sich immer dorthin, wo es gerade am meisten brennt. Private Dinge stehen hinten an.

Kleidung: 300 Euro. Ich weiß nicht, ob das jetzt viel oder wenig ist. Ich habe oft Business-Gespräche, da muss ich ordentlich gekleidet sein.

Körperpflege: 70 Euro. Da ist auch der Friseur mit drin.

Freizeit: Ich besuche gerne andere Spiele-Entwickler und sehe mir deren Escape-Rooms an. Manchmal bin ich natürlich eingeladen, aber manchmal muss ich auch zahlen. Das kostet mich etwa 150 Euro im Monat. Es bringt mir natürlich auch etwas für meine Arbeit, aber ich betrachte es als Freizeit und bezahle es aus eigener Tasche.

Reisen: Ich verreise ein- oder zweimal im Jahr. Dieses Jahr war ich in Spanien und Kroatien. Wenn ich im Ausland bin, versuche ich immer, ganz viel zu sehen. Wenn ich die Ausgaben gleichmäßig auf alle Monate verteilen würde, wären es 200 Euro pro Monat.

Netflix: Neun Euro pro Monat. Das brauche ich abends, um runterzukommen.

Spenden: Mit den Escape Events unterstützen wir Kinder in Indien und in der Türkei. Da fliege ich dann auch mal auf eigene Kosten hin, um zu sehen, ob das Geld auch ankommt. Außerdem organisiere ich gerade mit der Nachbarschaft einen Weihnachtsmarkt, dessen Erlös einem Kinderhospiz zugute kommt. Insgesamt gebe ich persönlich etwa 200 Euro pro Monat für Spenden aus. Ich finde, wer mehr soziale Gerechtigkeit will, muss selber umverteilen.

So viel bleibt am Ende übrig

200 bis 300 Euro. Momentan lasse ich sie einfach auf meinem Konto liegen. Die werden dann wohl in meine Altersvorsorge fließen.