"Die Trennung zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit ist etwas, das ich mir schon manchmal wünsche", sagt Prinz Pi in unserem Podcast. © imago/Jakob Hoff

"Das Gefühl, dass da ein paar Tausend Leute im Publikum stehen, die einen auf ein Bier einladen würden, ist super schön", sagt der Berliner Rapper Prinz Pi über die angenehmen Seiten seines Erfolgs. Dabei ist der 38-Jährige, der bürgerlich Friedrich Kautz heißt, nicht bloß der Star im Rampenlicht: Vom Albumcover über die Gestaltung der T-Shirts bis hin zur Dramaturgie und Ausleuchtung seiner Liveshows entwickelt und entwirft der studierte Designer so viel wie möglich selbst, erzählt er im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit.

Das führe dazu, dass er selbst über sein Auftreten und seine Inszenierung ein großes Maß an Kontrolle habe. Zugleich fällt es dem Musiker schwer, sich als sein eigener Chef selbst Freizeit zu genehmigen und Kritik nicht allzu persönlich zu nehmen: "Die Trennung zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit ist etwas, das ich mir schon manchmal wünsche."

Als Kind wollte Pi eigentlich Astronaut werden und wusste auch, dass der erste Schritt dazu die Ausbildung zum Piloten sei. Aber seine Augen, erzählt er, seien schon damals zu schlecht gewesen, zeitweise habe er auf einem Auge kaum noch gesehen – und damit sei der Traum früh geplatzt.

Und Prinz Pi, dessen letzten vier Alben allesamt auf Platz 1 der deutschen Albumcharts standen, erzählt im Podcast auch von den Schattenseiten seiner Arbeit. Von den Anfeindungen und der manchmal spöttisch und persönlich werdenden Kritik – nicht nur an seinem Werk, sondern auch an ihm als Menschen: "Man wird immer als Person bewertet und nicht nur aufgrund der Arbeitsleistung."

So wohlhabend, wie sich das viele Fans vorstellen, sagt Prinz Pi, werde man heutzutage als erfolgreicher Musiker nicht mehr: "Vor 30 Jahren wäre ich mit der Musik richtig reich geworden." Viele seiner früheren Mitschüler würden in ihren bürgerlichen Berufen deutlich mehr Geld verdienen als er. Aber er erzählt auch, wie er lernte, dass Luxusgegenstände wie teure Autos ein Gefühl von Unfreiheit erzeugen. Wofür er dann doch gerne viel arbeitet und entsprechend Geld ausgibt: für gutes Essen und Urlaub mit seinen Kinder – und seine beiden Ferraris.

Das Konzept unseres Podcasts Frisch an die Arbeit fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und an die Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leser, können den Fragebogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen.