Mein Job

Beruf: Als Pastoralreferent kümmere ich mich um die Gemeindearbeit und mache mir Gedanken darüber, welche Angebote wir als Kirche den Menschen in unserer Stadt machen können. Außerdem bin ich bei uns in der Pfarrei noch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und betreue unsere Website.

Ausbildung: Ich habe Theologie studiert und einen Abschluss als Diplom-Theologe. Nach meinem Studium habe ich zunächst vier Jahre lang an einer Schule gearbeitet, denn als Theologe hat man eine Lehrerlaubnis für alle Klassen bis zur einschließlich elften. Nach meiner Zeit als Lehrer bin ich in den pastoralen Dienst eingestiegen, womit noch mal eine dreijährige Ausbildung verbunden ist. Zu dieser Zeit war ich Pastoralassistent, seit dem vergangenen Jahr bin ich offiziell Pastoralreferent.

Arbeitszeit: In meinem Arbeitsvertrag stehen 39 Stunden pro Woche mit Vertrauensarbeitszeit. Anspruch auf ein Wochenende habe ich nicht, denn gerade am Sonntag ist in der Gemeinde viel los. Also arbeite ich meistens an sechs Tagen pro Woche und immer so viel, wie ich gerade gebraucht werde – mal sind das zwölf Stunden am Tag, mal nur vier. Im Schnitt lande ich bei ungefähr 40, maximal 45 Stunden pro Woche.

Meine Einnahmen

Bruttoeinkommen: Ich werde von der Kirche bezahlt, aber mein Gehalt orientiert sich am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, Stufe 13 mit Zulage auf 14, Erfahrungsstufe 2. Das sind gut 4.000 Euro brutto.

Nettoeinkommen:
Netto verdiene ich 2.500 Euro. Von meinem Gehaltskonto fließen 1.500 Euro auf ein Gemeinschaftskonto mit meiner Frau, die genauso viel einzahlt. Die restlichen 1.000 Euro bleiben mir für meine eigenen Ausgaben, dazu gehören zum Beispiel mein Auto, meine Mobilfunkverträge und Hobbys. Mit meinem Gehalt bin ich total zufrieden und auch sehr dankbar dafür. Als angestellter Lehrer hatte ich nur eine halbe Stelle und habe 900 Euro netto verdient. Deshalb ist mein jetziges Gehalt für mich wahnsinnig viel Geld.

Sonstiges: Eine freiwillige Jahresendzulage in Höhe von einem Monatsgehalt. 

Meine Ausgaben

Miete: 1.000 Euro warm für eine 120-Quadratmeter-Wohnung in einer Stadt in Nordrhein-Westfalen. Die Miete teile ich mir mit meiner Frau.

Lebensmittel: Für uns zwei insgesamt 400 Euro im Monat. Einen Großteil der Lebensmittel lassen wir uns von einem Onlineportal liefern, weil es für uns Lebensqualität bedeutet, nicht in Warteschlangen an der Kasse stehen zu müssen. Fleisch kaufen wir regional vom Metzger, Obst frisch vom Markt. Wir kochen meistens selbst, aber einmal bis zweimal pro Woche gehe ich mittags mit Kollegen zum Essen.

Transportmittel: Um mein Auto abzubezahlen, fällt jeden Monat eine Rate in Höhe von 164 Euro an. Hinzu kommen 100 bis 200 Euro für Sprit. Jährlich gehen noch 1.000 Euro für die Autoversicherung und 114 Euro für den ADAC ab. Alle Kosten fürs Auto bezahle ich von meinem Konto. Ich hätte eigentlich gern ein E-Auto, aber in der Nähe unseres Mietshauses gibt es leider keine Ladesäule.

Versicherungen: Haftpflicht- und Hausratversicherung kombiniert für 26 Euro im Monat, Rechtsschutzversicherung für 30 Euro im Monat. Und eine Zusatzkrankenversicherung für 32 Euro im Monat. Die Beträge für die Versicherungen gehen vom gemeinsamen Konto ab.

"Ein Auto, das wir gar nicht mehr haben, müssen wir auch noch abbezahlen."
Thomas*, 36 Jahre

Kredit: Auch von unserem gemeinsamen Konto gehen 667 Euro im Monat weg, um uns von unseren Altlasten zu befreien. Als ich noch studiert und später als Lehrer schlecht verdient habe, mussten wir öfter mal Kreditkarten nutzen, um über die Runden zu kommen. Ein Auto, das wir gar nicht mehr haben, müssen wir auch noch abbezahlen. Und dann gab es immer mal wieder die typischen Probleme, dass die Waschmaschine oder die Spülmaschine kaputt waren. Wenn wir bei unserer derzeitigen Tilgungsrate bleiben, sind die Schulden in sieben Jahren weg.

Bafög: Zum Kredit kommt noch hinzu, dass ich gerade mein Bafög zurückzahle, das sind 105 Euro im Monat.

Altersvorsorge: Ich habe einen Bausparvertrag, in den ich monatlich 60 Euro einbezahle, 30 Euro davon sind vermögenswirksame Leistungen meines Arbeitgebers.

Telefon und Internet: 56 Euro für Festnetz und Internet, die von unserem gemeinsamen Konto abgebucht werden. Und 87 Euro, die von meinem Konto für meine Mobilfunkverträge abgehen: Dazu gehören mein privates Handy, ein Tablet und ein Diensthandy, das mir mein Arbeitgeber nicht bezahlt. Für meine eigene Website und E-Mail-Domains bezahle ich fünf Euro im Monat.

Fernsehen und Abos: Rundfunkgebühren 210 Euro im Jahr, Amazon Prime 70 Euro im Jahr, Sky 30 Euro im Monat, Netflix 14 Euro im Monat, Spotify 10 Euro im Monat. All das geht von unserem gemeinsamen Konto weg. Mein Zeitungsabo bezahle ich selbst, das sind monatlich 22 Euro.

Mitgliedsbeiträge: Die Mitgliedschaft im Mieterschutzbund für 210 Euro pro Jahr geht vom gemeinsamen Konto ab.

Kleidung: Ich gehe nur einmal im Jahr einkaufen und decke mich dann mit vier Jeans und fünf Hemden ein, die das Jahr über reichen müssen. Auf den Monat gerechnet maximal 25 Euro.

Körperpflege: 40 Euro im Monat inklusive Friseur.

Freizeit: Ich nehme Gesangsunterricht für 30 Euro im Monat, weil ich in meinem Beruf singen können muss – aber das leider noch nicht gut kann. Außerdem spiele ich gern Tabletop, ein Strategiespiel mit Miniaturfiguren, und bestelle mir dafür alle paar Monate mal neue Figuren im Wert von 100 Euro. Hinzu kommt noch Aikido für 80 Euro im Jahr und Bouldern für 35 bis 40 Euro im Monat – je nachdem, wie oft wir es schaffen hinzugehen.

Haustiere: Futter und Streu für unsere zwei Katzen kosten uns ungefähr 50 Euro im Monat.

Reisen: Bisher konnte ich maximal 300 Euro pro Jahr für Kurzreisen zurücklegen. Das hat bislang noch nicht gereicht für eine Reise.

So viel bleibt am Ende übrig

300 bis 500 Euro. Dass am Ende des Monats etwas übrig bleibt, ist noch recht neu für mich, da ich mein aktuelles Gehalt erst seit einem halben Jahr habe. Das Geld werde ich zum Teil dafür nutzen, meiner Frau endlich mal etwas zum Geburtstag oder zu Weihnachten zu schenken. Das war bislang kaum drin. Und wir möchten das Geld nutzen, unsere Schulden früher loszuwerden und uns irgendwann den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen.

*Name von der Redaktion geändert.