Im Podcast sagt der Rapper: "Ein Copyshop ist ein bisschen eine Papierkneipe: Da kommt vom Tellerwäscher bis zum Millionär jeder rein."

Als Kind wollte der Musiker Romano erst "Gangster oder Polizist werden – weil ich dachte, beide arbeiten nachts". Dann verschlug es den 39-Jährigen aber doch zunächst in eine Druckerei. In unserem ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit sagt er über seinen langjährigen Daytime-Job: "Ein Copyshop ist wie eine Papierkneipe: Da kommt vom Tellerwäscher bis zum Millionär jeder rein."

Die Arbeit dort war jedoch nicht Romanos Traumjob. Schon als Teenager wusste Romano, der bürgerlich Roman Geike heißt, dass er Musiker werden wollte. Im Podcast-Interview erzählt er, wie er im Jahr 1999 als Sänger seiner ersten Band Maladment zu einem Crossover-Metal-Boygroup-Idol gemacht werden sollte. In Los Angeles drehte die Band ein schmusiges Video – und scheiterte. "Die Zuhörer waren noch nicht bereit dafür – bei Limp Bizkit, die einen ähnlichen Sound hatten, ist es dann später eingeschlagen", sagt Romano. Den Traum vom Leben als Musiker gab Geike daraufhin erst einmal auf – auch, wie er sagt, weil er keine Lust hatte als Sänger eine Coverband bei Dorffesten zu enden.

Und obwohl Romano gerne Geschichte studiert hätte, ließ er sich von der Bürokratie der Universitäten und dem Bafögantrag abschrecken: "Vielleicht wäre ich ein verrückter Geschichtsprofessor geworden", sagt Romano heute. Auf den Rat seines Vaters hin entschied er sich für eine Ausbildung als Mediengestalter, arbeitete über zehn Jahre in Druckereien und Copyshops und lernte dort, was einen guten Chef ausmacht und was ihm bei der Arbeit die größte Freude bereitet. Nämlich die Arbeit mit Menschen.

Neben dem Copyshop machte Romano weiter Musik, hatte als MC Ramon immer wieder kleinere Clubhits, trat als Gastsänger von Jan Driver, Oliver Koletzki, Siriusmo und anderen Berliner House- und Techno-Acts auf und erfand sich 2009 als Schlagersängerparodie Romano nochmals komplett neu. Und er hat Erfolg: Seine erste Single Metalkutte, die er als Köpenicker Pedant zu Snoop Dogg veröffentlichte, wurde ebenso ein Erfolg wie die anschließende Tour und die beiden Alben Jenseits von Köpenick und Copyshop. Über seine Arbeit sagt er im Podcast: "Es geht um totale Aufgabe für die Kunst. Wenn ich umkippe, dann kippe ich eben um."

Das Konzept unseres Podcasts Frisch an die Arbeitfußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und an die Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leser, können den Fragebogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen.