Im Podcast sagt Samuel Finzi: "Ich arbeite aus einer Notwendigkeit heraus. Ich muss das tun." ©Roman Goebel

Wenn man herausfinden möchte, wie viel ein Schauspieler arbeitet, kann man sich seine Filmografie und die Liste der Theaterrollen auf Wikipedia anschauen (ohne Garantie auf Vollständigkeit). Bei Samuel Finzi, 52 Jahre, stehen da seit 1989 105 Filme und 55 Theaterstücke, in denen er mitgespielt hat. Aktuell ist er mit dem Film Hot Dog im Kino und am Deutschen Theater in Die Zofen zu sehen. "Mir kommt das nicht so wahnsinnig viel vor, wahrscheinlich habe ich ein etwas intensiveres Leben als andere", sagt Finzi im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit.

Eigentlich wollte Samuel Finzi, bekannt etwa aus dem Kinofilm Kokowääh und der Krimiserie Flemming, Dirigent werden. "Weil Dirigenten so viel reisen", sagt Finzi. Aber dann studierte er doch Schauspiel in Bulgarien, wo er auch geboren ist. Nach zwei Jahren brach er ab. "Es war mir zu langweilig, außerdem kann man das ohnehin nicht lernen", sagt er, "entweder ist man Schauspieler oder nicht." Im Podcast erzählt der Schauspieler, warum er sich stattdessen anderthalb Monate lang einen Privatkurs Deutsch leistete und dann nach Berlin zog. Von Theater allein konnte er da noch nicht leben. Daher schrieb er sich für Romanistik und slawische Philologie an der Universität ein und machte Nebenjobs: zum Beispiel Autowaschen oder Kurierdienste.  

Jobben muss Finzi heute nicht mehr. Auf die Frage, ob ihm Anerkennung wichtiger sei oder Geld, sagt er im Podcast: "Geld bedeutet Zeit. So viel Geld zu haben, dass ich meine Zeit selbst einteilen kann, das ist der größte Luxus, den man haben kann." Als nächstes habe er sich vorgenommen, zwei Monate nichts zu tun, außer abends Theater zu spielen. Denn: "Ich merke langsam, dass ich gerade ein bisschen zu viel mache. Ich laufe Gefahr, mich in eine Maschine zu verwandeln, die Dinge ausführt." 

Das Konzept unseres Podcasts Frisch an die Arbeit fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und an die Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können den Fragebogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen.