Der Schauspieler Bjarne Mädel ist zurzeit in dem Drama "1000 Arten, den Regen zu beschreiben" im Kino zu sehen. © Christophe Gateau/dpa

"40 Jahre jeden Tag in dasselbe Büro zu gehen, das fand ich nicht erstrebenswert", sagt Bjarne Mädel im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Der 50-jährige Schauspieler, der derzeit in dem Familiendrama 1000 Arten, den Regen zu beschreiben im Kino zu sehen ist, wusste als junger Mann lange nicht, was er werden wollte, träumte von einer Karriere als Fußballprofi oder Schriftsteller: "Ich wollte am Strand von Malibu sitzen und Geschichten aufschreiben", sagt er. Seinen ersten richtigen Job aber vermittelte ihm ein Verwandter, als er 17 war, im Hamburger Hafen. Dort musste er Schiffe abschlacken, entrosten und neu lackieren – "das war das Härteste, was ich je körperlich gemacht habe".

Später studierte Mädel Theaterwissenschaften in Erlangen und landete eher zufällig selbst auf der Bühne eines Jugendtheaters. Im Podcast erzählt er, dass er damals merkte, wie ihn der Auftritt auf der Bühne begeisterte und glücklich machte. "Das war, so esoterisch das klingt, einfach eine ganz andere Energie."

"Oh Gott, ich habe gerade 180.000 Euro abgesagt! Das ist doch Wahnsinn. Aber ich war auch ganz stolz."
Bjarne Mädel

Mädel, der als Ernie in der Serie Stromberg und als Tatortreiniger bekannt wurde, blieb lange beim Theater, auch wenn er bis heute vor Premieren noch wahnsinnig nervös ist und "15 Mal aufs Klo" muss, wie er im Podcast erzählt. Zu Beginn seiner Schauspielkarriere sei er noch in den Zoo gegangen, um sich bei Vögeln kleine Tricks für seine Figuren abzuschauen. Komische Rollen zu spielen, sei oft schwieriger, als dramatisch zu spielen, erzählt der Schauspieler. Bei komischen Szenen komme es noch mehr auf das Timing an.

Trotzdem hat Mädel in den vergangenen Jahren bewusst versucht, ernsthaftere Rollen zu spielen, und hat manche gut bezahlten, aber langweiligen Rollen in Komödien abgelehnt: "Ich kann mir leisten, Nein zu sagen – das ist ein großer Luxus." Im Podcast erzählt Mädel, warum es ihm so wichtig ist, nicht nur als lustiger Typ, sondern als guter Schauspieler wahrgenommen zu werden. Als Schauspieler werde man auf Dauer nicht darüber definiert wird, wie gut man spielt – sondern welche Rollen man annimmt und welche nicht. Aus diesem Grund hat Mädel einmal eine Rolle, für die ihm eine sechsstellige Summe angeboten wurde, abgesagt. "Ich habe aufgelegt und gedacht: Oh Gott, ich habe gerade 180.000 Euro abgesagt! Das ist doch Wahnsinn. Aber ich war auch ganz stolz", erzählt Bjarne Mädel.

Das Konzept unseres Podcasts "Frisch an die Arbeit" fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und an die Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können den Fragebogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen.