Die Idee, Autos mit pflanzlichen Kraftstoffen zu betreiben, hat Charme: Die CO2-Bilanz ist in der Regel besser als bei der Verbrennung von Benzin oder Diesel. Außerdem wachsen die Grundstoffe nach. Ganz im Gegensatz zum Erdöl, von dem die Menschheit binnen nicht einmal 200 Jahren den Großteil dessen verbraucht hat, was in Jahrmillionen in der Erde reifte.

Allerdings hat jeder bisher diskutierte Treibstoff seine speziellen Nachteile: Biodiesel und aus Pflanzen gewonnenem Alkohol wird nachgesagt, sie würden Motorbauteilen und Dichtungen Schaden zufügen. Außerdem steht der Anbau der dazu benötigten Pflanzen in ungesunder Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln.

Ganz Hartgesottene zucken mit den Schultern, besorgen sich gebrauchtes Speiseöl aus dem Schnellimbiss, filtrieren es und kippen es in den Tank ihres alten Diesel-PKW. Das funktioniert bei simpel gebauten Motoren der siebziger und achtziger Jahre zwar wirklich, hat aber ebenfalls nicht das Zeug zum Massentreibstoff.

Denn abgesehen davon, dass die Suppe im Winter gerne klumpt und Kraftstofffilter zusetzen kann, eignet sich das Öl aus der Friteuse für moderne Motoren mit ihren Hochdruckeinspritzungen nicht. Zwar ließe sich auch gebrauchtes Speisefett nach einer Reinigung in Biodiesel verwandeln, doch bleiben immer Stoffe übrig: die freien Fettsäuren, die für die Produktion abgeschieden werden müssen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen glauben nun, einen Weg gefunden zu haben, mit dem sich der Treibstoff aus der Restaurantküche in etwas verwandeln lässt, was von "normalem" mineralischen Diesel kaum zu unterscheiden ist.