Taxi-Test Stadtrundfahrten wider Willen

Der ADAC hat Taxifahrer in zwölf Städten getestet. Rund jede siebte Tour erhielt die Note mangelhaft. Oft wurden Umwege gefahren oder Benimmregeln missachtet.

Die Chauffeure stehen unter Generalverdacht. Nimmt man ein Taxi in einer Stadt, in der man sich nicht auskennt, dann unterstellt man ihnen gerne, dass sie zusätzlich zur normalen Strecke noch einen kleinen Umweg einbauen, um die Tour ein wenig lukrativer zu machen. Auch der Fahrstil der Autos mit dem Schild auf dem Dach ist berüchtigt: zu schnell und allgemein rücksichtslos, das sind gängige Vorurteile zum Thema Taxi.

Allerdings fallen negative Beispiele stärker auf als positive. Der ADAC hat deshalb 240 Taxifahrten unternommen, aufgeteilt auf zwölf deutsche Städte, und in "sehr gut" bis "sehr mangelhaft" kategorisiert. 35 Touren fielen durch, mit "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Das sind knapp 15 Prozent. Ein "sehr gut" bekam fünf der Fahrten, mit "gut" schnitt immerhin mehr als die Hälfte ab: exakt 126. Getestet wurde in Potsdam, Braunschweig, Augsburg, Essen, Chemnitz, Halle (Saale), Rostock, Kiel, Bremen, Düsseldorf, Wiesbaden und Karlsruhe

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An dem Thema "Umweg" scheint allerdings nach der Untersuchung des ADAC etwas dran zu sein. Oft saßen die Prüfer in Taxis, die nicht auf direktem Weg ans Ziel fuhren. In Karlsruhe war sogar bei jeder dritten Testfahrt ein unnötiger Umweg zu bemängeln. Weitere Hauptkritikpunkte waren schmutzige Autos, die Missachtung roter Ampeln und zu schnelles Fahren. 47 Stundenkilometer Tempoüberschreitung notierten die Tester als Rekordwert.

Angetan waren die Testkunden von zwei Taxifahrern in Bremen, die ihnen sogar noch einen Stadtplan schenkten. Nur noch sprachlos waren sie allerdings bei Fahrern, die beim Ein- und Ausladen des Gepäcks keinen Finger krümmten. Wenig vertrauenerweckend war auch ein Chauffeur, den die Testkundin für eine Tagfahrt nur mit Mühe am Taxistand wecken konnte. Und, wieder in Karlsruhe, führte ein Chauffeur während der ganzen Fahrt ein privates Telefonat.

Die schlechteste Fahrt von allen registrierten die Prüfer in Düsseldorf: Dort fuhr der Taxifahrer über eine Ampel, die schon vier Sekunden auf Rot stand. Außerdem nahm er einen Umweg von 72 Prozent. Und das, obwohl sein Navigationsgerät eingeschaltet war.

Auch in anderen Städten nahmen es Fahrer mit den Verkehrsregeln und der Sicherheit ihrer Fahrgäste nicht so ernst. Mal telefonierten die Chauffeure bei der Fahrt mit ihrem Handy, auch wenn keine Freisprecheinrichtung vorhanden war, mal wurden das Überholverbot oder die durchgezogene Mittellinie missachtet. Auch gewendet wurde trotz Verbot und sogar in Einbahnstraßen fuhren Fahrer falsch herum ein.

"Wenn 15 Prozent der Fahrten glatt durchgefallen sind, sollte das den Verantwortlichen zu denken geben", kommentiert ADAC-Mann Robert Sauter das Ergebnis. Und mit den 74 Fahrten, die nur auf ein "ausreichend" kamen, könne eigentlich auch niemand zufrieden sein. Sauter regte mehr Training für die Fahrer an, schließlich ginge es um sensible Personenbeförderung.

Komplett durchgefallen ist allerdings keine der Städte, überall gab es auch gute Fahrten. Testsieger mit der Gesamtnote "gut" wurde das Taxigewerbe in Potsdam, auf Platz zwei und drei kamen mit ebenfalls "gut" die Städte Braunschweig und Augsburg. Mit "gut" schnitten auch Essen und Chemnitz ab. Nur ein "ausreichend" schafften dagegen Halle (Saale), Rostock, Kiel, Bremen, Düsseldorf, Wiesbaden und Testverlierer Karlsruhe.

 
Leser-Kommentare
  1. Das ist ja nett, daß der ADAC sich hier kümmert. Die Barmer Ersatzkasse versteigert Krankenfahrten con z.B. Krebskranken zur Bestrahlung an den billigsten Anbieter im Internet.
    Taxiunternehmen, die Geld für die Ausbildung ihrer Fahrer ausgeben und wert auf eine qualitativ gute Beförderung ihrer Gäste legen, kommen so gar nicht zum Zug, weil diese Qualität eben Geld kostet. Und was ist mit den Fahrgästen, die sich gerne über die dreckigen Taxen und radebrechenden Fahrer auslassen, letztendlich aber doch den "superbilligen" ausländischen Kollegen für bestimmte Fahren vorziehen? Die Idee von Herrn Sauter " Sauter regte mehr Training für die Fahrer an, schließlich ginge es um sensible Personenbeförderung." ist ja ganz nett, aber wer trainiert die Fahrgäste?

  2. ich vermeide es schon lange ein Taxi in Düsseldorf zu nehmen, denn die Fahrer sind alle rücksichtlos gewesen und einmal wurde ich sogar aufgefordert den Fuß von der Mittelkonsole zu nehmen, denn schließlich ist es ein teures Auto. Damit vergrault man die Kunden und ich bin einer davon. Ich kenne andere Städte, da sind die Fahrer proper angezogen und alle sehen gleich aus. Die Autos sauber und die Faher zuvorkommend, aber eigentlich bin ich Taxi geschädigt und nehme lieber den Bus. Eine grundlegende Änderung kann nur stattfinden, wenn die Taxiunternehmer die Fahrer trainieren, mit dem Rauchen aufhören, aufhören mit unnötigen "gequatsche" und auch sauber und ordentlich angezogen sind. Ich würde als Taxiunternehmer meine Fahrer in eine "Uniform" stecken, was heißt "schwarze Hose", weißes Hemd und Krawatte mit Logo des Unternehmens. Bei Frauen als Fahrer geht auch ein schwarzer Rock. Die Sicherheit wäre dabei auch für die Fahrer wichtig und es gibt sicher ein sicheres Bezahlsystem, wie auch die Akzeptanz von Kreditkarten. Geld kann ja in einen Safe verschwinden, wie es bei Kassen in einigen Supermärkten bereits zu sehen ist und nur noch Klein- wie Wechselgeld lose in der Geldbörse ist.

    • Bikila
    • 27.10.2009 um 20:35 Uhr

    Dieser Test ist unseriös und dem ADAC nicht würdig. Überall gibt es gute und schlechte Taxifahrer und in diesem Beruf findet man auf der ganzen Welt an den Stellen wo Touristen ankommen besonders viele schlechte Fahrer.
    In Düsseldorf gibt es vermutlich 3000 Taxifahrer. 20 hat man zufällig ausgewählt und getestet das sind weniger als 2% und will damit eine allgemeine Aussage treffen. Die Taxis gehören überwiegend Leuten die nur ein Fahrzeug besitzen. Also von vielleicht 800 Eigentümern hat man 20 Fahrzeuge getestet. Das zahlen mit der Kreditkarte kostet den Taxiunternehmer vielleicht 5%, das sind aber sicher 20% von seinem Gewinn. Wer soll das alles zahlen.

  3. fordern, daß sich die chauffeure und chauffeusinnen adrett
    anziehen (also ich gucke im taxi aus dem fenster...),
    aber dann die mauken auf die mittelkonsole lümmeln wollen...
    hab auch mal taxi gefahren, vor 20 jahren. heute wuerd ich eher
    harz-4 nehmen, denn das Risiko, ein Messer in den Hals zu bekommen, ist heute größer. auch scheint mir die wartezeit der
    bahnhofssteher in meiner 100000Ew Stadt seeeehr lang. Wenn die dann noch ein paar kurze Fahrten um´s Eck erwischen, wovon man bei der Kleinheit der Stadt ausgehen kann, kann der Tagesverdienst nicht berauschend sein.

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    Ich denke nicht, daß hier wirklich die Mittelkonsole gemeint war, denn die gibt es gar nicht im Fond eines Fahrzeugs, wo ja normalerweise der Fahrgast sitzt. Hier war sicher der Kardanwellen-Tunnel gemeint.

    Und so wie Sie schreiben, möchte ich nicht mit Ihnen als Taxifahrer unterwegs sein. Sie bestätigen eigentlich alle Vorurteile, die man gegen Taxifahrer haben kann.

    Ich denke nicht, daß hier wirklich die Mittelkonsole gemeint war, denn die gibt es gar nicht im Fond eines Fahrzeugs, wo ja normalerweise der Fahrgast sitzt. Hier war sicher der Kardanwellen-Tunnel gemeint.

    Und so wie Sie schreiben, möchte ich nicht mit Ihnen als Taxifahrer unterwegs sein. Sie bestätigen eigentlich alle Vorurteile, die man gegen Taxifahrer haben kann.

  4. Ich denke nicht, daß hier wirklich die Mittelkonsole gemeint war, denn die gibt es gar nicht im Fond eines Fahrzeugs, wo ja normalerweise der Fahrgast sitzt. Hier war sicher der Kardanwellen-Tunnel gemeint.

    Und so wie Sie schreiben, möchte ich nicht mit Ihnen als Taxifahrer unterwegs sein. Sie bestätigen eigentlich alle Vorurteile, die man gegen Taxifahrer haben kann.

    Antwort auf "das ist lustig"

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