Auto-Zukunft

BMW will Kohlefaser für die Großserie

Karosserien aus Kohlefaser sind leicht und teuer. Bisher wurden deshalb vor allem Rennwagen so ausgerüstet. Aber BMW hofft, damit Stadtminis sparsamer machen zu können.

Viele Vorteile, aber auch schwer zu reparieren. Bisher kamen Chassis aus Kohlefaser (hier an einer privaten Hochschule in Stade) vor allem an Rennwagen zum Einsatz

Viele Vorteile, aber auch schwer zu reparieren. Bisher kamen Chassis aus Kohlefaser (hier an einer privaten Hochschule in Stade) vor allem an Rennwagen zum Einsatz

Der Formel 1 helfen Bauteile aus Kohlefaser schon lange dabei, ihre Rennwagen gleichzeitig leicht und extrem stabil werden zu lassen. Auch Supersportwagen wie der Mercedes McLaren SLR besitzen Chassis aus der Faser. Allerdings galt das Material bisher als nicht geeignet für die Großserie: zu teuer, zu aufwendig in Form zu bringen, im Fall von Unfällen zu kompliziert zu reparieren.

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BMW ist allerdings offenbar davon überzeugt, dass sich das ändern lässt. Das Unternehmen will erstmals in großem Maßstab Kohlenstofffasern in der Serienproduktion von Fahrzeugen einsetzen. Dazu hat der Münchner Konzern jetzt mit dem Wiesbadener Carbon-Spezialisten SGL Group ein Gemeinschaftsunternehmen, das den leichten Werkstoff produzieren und für den Autobau weiterverarbeiten soll. Geplant sind zwei Werke in Nordamerika und Deutschland mit zunächst 180 neuen Arbeitsplätzen. Die Investitionen liegen zunächst bei 90 Millionen Euro. Sollten alle Ausbaustufen verwirklicht werden, könnten sie bis 230 Millionen Euro erreichen. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Bei BMW denkt man bei dem Projekt offenbar daran, vor allem kleine Stadtwagen durch den Einsatz des Materials ungekannt leicht und damit sparsam machen zu können. Man wolle die Carbonfasern vor allem für eine neue Generation von sauberen Stadtfahrzeugen "in einem bisher nicht dagewesenen Ausmaß einsetzen", sagte ein Sprecher des Autobauers. Das "Megacity-Vehicle", aus dem eine ganze Modellfamilie werden soll, wird von BMW bereits unter dem Namen "Project i" entwickelt und soll bis 2015 auf den Markt kommen. Die Autos soll es auch mit Elektroantrieb geben.

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Allerdings will sich BMW noch nicht darauf festlegen, ob die Karosserie dieses neuen Stadtautos aus Carbonfasern gefertigt werden soll. Zu groß sind offenbar die noch nötigen Entwicklungsschritte, um jetzt schon Ankündigungen zu machen. Der Vorstandsvorsitzende der SGL Group, Robert Koehler, sprach trotzdem von einem "Meilenstein": "Carbonfasern übernehmen damit erstmals eine bedeutende Rolle in der automobilen Serienproduktion", erklärte er. Die SGL Group hält an dem Gemeinschaftsunternehmen 51 Prozent, BMW die übrigen 49 Prozent.

Wo in Deutschland und Nordamerika die neuen Werke entstehen sollen, steht noch nicht fest. Baubeginn soll 2010 sein. In dem deutschen Werk sollen die Fasern, die in Nordamerika hergestellt werden, für den Autobau weiterverarbeitet werden.

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Leser-Kommentare

  1. Die Reduzierung des Fahrzeuggewichts ist natürlich eine von vielen Maßnahmen, den Verbrauch zu senken. BMW geht hier den richtigen Weg.Ich erinnere mich noch gut, daß mein erstes Auto, ein Kadett C, noch rund 800 kg auf die Waage brachte, während der Astra mittlerweile
    bei 1200 kg angekommen ist. Da fordern Sicherheit, Komfort und nicht zuletzt Wertbeständigkeit klar ihren Tribut, obwohl die heutigen PKW bereits zum größten Teil aus Kunststoffen bestehen. Wenn BMW noch das Kosten - und das Reparaturproblem in den Griff bekommt, sehe ich keine
    Probleme bei der Verwendung von Kohlefasern.
    Audi ist schon lange vorher den Irrweg der Verwendung von Aluminium gegangen. Die Produktion und Verarbeitung von Alu ist so energieintensiv, daß auch ein "Sparauto" wie der A2 diesen Malus nie über den Gewichts - oder Verbrauchsvorteil wieder "hereinfahren" kann, da sind sich selbst Experten einig.

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    Wie Sie richtig feststellten, hatte Ihr alter Kadett ein Gewicht von 800 Kg, der neue Astra hat 1200 Kg. Das gleiche Lied beim Golf I und aktuellen Golf.
    Das Mehrgewicht wird aber nur zu einem ganz geringen Teil durch erhöhte Sicherheit der Karosserie verursacht. Viel wird hingegen von Komforteinrichtungen verursacht:
    - Klimanlage.
    - elektrische Fensterheber.
    - Schalldämmung.
    - Extrem viel Platz für übertriebene Motorisierungen.
    Mit kleinen Abstrichen bei bestimmten Einrichtungen könnte man mehr erreichen, als mit superaufwendigen Kohlefaserstrukturen, wenn man sich dann bei der Motorisierung vielleicht auf einen 1,4 Liter Diesel mit Direkteinspritzung von Vornherein beschränkt, kann man mehr Platz für die Personen in gleich kleinem Auto erhalten und auch weniger Gewicht erreichen.
    Positives Beispiel: Fiat Panda 1,3 Multijet, wiegt um die 850 Kg, ich habe darin gleich viel Platz wie im aktuellen Golf.
    Dank des geringen Gewichts reichen die 70 PS gut aus.
    Wenn man heute ein Auto bauen

  2. Mein BMW wiegt 1700 kg

  3. 3.

    Ich habe zugegebenermaßen nicht wirklich Ahnung von Werkstoffkunde.

    Da ja aber bspw. Rennräder schon seit Jahren meist aus Carbon gefertigt werden, habe ich zumindest etwas praktische Erfahrung damit. Wie bitte soll eine durch einen Unfall zerbröselte Carbon Karosse repariert werden?!?

    Was ist mit der Knautschzone? Carbon lässt sich nicht "falten". Rennwagen brauchen das nicht, schon klar.

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    sind Mischprodukte aus modernsten Stählen, Aluminium, Magnesium, Titan und auch Carbonteile. Ganz "starr" macht keinen Sinn; das Konstrukt benötigt natürlich eine Knautschzone. Der Mix macht es also. Der Konstrukteur legt fest, welches Material an welcher Stelle mit welcher Funktion eingesetzt wird. Wenn es also so richtig crasht ... z.B. von vorne ... zerknautscht der komplette Vorbau ultraschnell aber koordiniert in mehreren Etappen ... bis die Energie dann auf die hochfeste eigentliche kleine Fahrgastzelle trifft, die hart und steif ist. Grundsätzlich kann mann alles schweißen, kleben, verschrauben oder sonst wie reparieren. Es kostet aber. Schon heute kann man staunen, dass eine kleine Inspektion/Wartung mit Ölwechsel ... rd. 430 € kostet. Reparaturen, die man selbst tragen muss, sind teuer und wohl nicht selten fast ein wirtschaftlicher Totalschaden. Das ist bereits heute schon so ... selbst kleinste Inspektionen/Reparaturen sind teuer: Beispiel: Micra kleine Inspektion 420€; Roller fällt im Sturm stehend abgestellt auf die Seite (Spiegel defekt, Absorber defekt und Flanke zerkratzt) 1.000 €. Also ... lieber nicht nachdenken und einfach nur fahren.

  4. Wie Sie richtig feststellten, hatte Ihr alter Kadett ein Gewicht von 800 Kg, der neue Astra hat 1200 Kg. Das gleiche Lied beim Golf I und aktuellen Golf.
    Das Mehrgewicht wird aber nur zu einem ganz geringen Teil durch erhöhte Sicherheit der Karosserie verursacht. Viel wird hingegen von Komforteinrichtungen verursacht:
    - Klimanlage.
    - elektrische Fensterheber.
    - Schalldämmung.
    - Extrem viel Platz für übertriebene Motorisierungen.
    Mit kleinen Abstrichen bei bestimmten Einrichtungen könnte man mehr erreichen, als mit superaufwendigen Kohlefaserstrukturen, wenn man sich dann bei der Motorisierung vielleicht auf einen 1,4 Liter Diesel mit Direkteinspritzung von Vornherein beschränkt, kann man mehr Platz für die Personen in gleich kleinem Auto erhalten und auch weniger Gewicht erreichen.
    Positives Beispiel: Fiat Panda 1,3 Multijet, wiegt um die 850 Kg, ich habe darin gleich viel Platz wie im aktuellen Golf.
    Dank des geringen Gewichts reichen die 70 PS gut aus.
    Wenn man heute ein Auto bauen

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    @stefanicello
    Es stimmt tatsächlich, dass der Komfort und die Größe für das hohe Gewicht heutiger Autos verantwortlich sind. Fakt ist, dass diese Art von Autos aus Komfortgründen gekauft werden. Und das werden sie auch in Zukunft, eher mit noch mehr Elektronik und Bord PCs an Board und mit besseren Klimanlagen... .
    Am Ende führt kein Weg an High-End Werkstoffen vorbei, wenn man diesen Widerspruch auflösen will. Wobei die Entwicklung bei der Fertigung von Carbonteilen so rasant fortschreitet, dass die in 5 jahren durchaus bezahlbar sein könnten

    Persönlich bin ich auch Fan von leichten Autos, dem Loremo zum Beispiel, der kommt durch sinnvolle Kompromisse auf ein Gewicht von 600kg, eine geringe Stirnfläche und einen günstigen cw Wert -> 3l Verbrauch trotz konventioneller Motorentechnik und Stahl Karosse

  5. unser bmw td liegt warscheinlich auch so bei 1,8 to.
    ich wohne in der stadt und fahre kein auto, wie viele andere städter auch. mein vehicle ist das rad bis 40 km umkreis. wenn überhaupt ein auto, dann klein, süß und flitzig. meine generation muss mit einem um 1/3 niedrigeren einkommen und steigenden mieten klarkommen. auto ist da in der stadt dann nicht notwendig oder zu teuer. weniger ist da mehr..wer eines verkaufen möchte muss was kleines, leichtes, süßes im angebot haben, dass bezahlbar ist. bmw geht in die richtige richtung. die nächsten verringerungen werden vom material abhängen. das bmw vorreiter in verbrauchsfragen ist, fördert das image.

  6. Wenn die westlichen Industrieländer nicht aufpassen, überholt China technologisch auf der Innenbahn. Ihre Märkte wachsen und sie haben uns gegenüber einen gigantischen Vorteil. Nicht ihre Menge - das wäre zu einfach ^^

    Die Menschen ihres Landes fahren Großteils 2-Räder. Also 1-Personen-Beförderungsmittel. Somit sind bei ihnen 2-Sitzige Elektrofahrzeuge, Individualverkehrstechnisch, ein Fortschritt. Hinzu kommt noch der geniale Vorteil, dass dies früher oder später die Standardtechnologie sein wird. Reine Zeitfrage.

    Begänne China also sofort in Elektrofahrzeuge zu investieren und würde sämtliche Verbrennungsmaschinenfahrzeuge durch elektrische ersetzen, dann würden die sich daraus ergebenden Entwicklungen zu einem gigantischen Entwicklungsvorsprung bei Anwendung, Praxiseinsatz und neuen Technologien auf dem Gebiet führen.

    Bei zeitgleicher Fokussierung auf erneuerbare Energieträger und größtmögliche Wirkungsgrade, würden zum Einen auch diese Zukunftstechnologien an China gehen und die obigen Fahrzeugflotten könnten zudem klimaneutral hergestellt und versorgt werden.

    Die westlichen Länder haben es da schwerer, wie man auch an den inneren Widerständen sieht. Da ist bereits, rein Größen- und Reichweitenmäßig, die nächste Stufe erreicht. Was bedeutet wir müssen einen Schritt zurück, vorübergehend auf "Annehmlichkeiten" (4-Sitzer) verzichten, um dann diesen Schritt nach vorne mit den elektrischen Fahrzeugen erneut zu gehen.

    China könnte sich diese "Energievernichtung" sparen.

  7. sind Mischprodukte aus modernsten Stählen, Aluminium, Magnesium, Titan und auch Carbonteile. Ganz "starr" macht keinen Sinn; das Konstrukt benötigt natürlich eine Knautschzone. Der Mix macht es also. Der Konstrukteur legt fest, welches Material an welcher Stelle mit welcher Funktion eingesetzt wird. Wenn es also so richtig crasht ... z.B. von vorne ... zerknautscht der komplette Vorbau ultraschnell aber koordiniert in mehreren Etappen ... bis die Energie dann auf die hochfeste eigentliche kleine Fahrgastzelle trifft, die hart und steif ist. Grundsätzlich kann mann alles schweißen, kleben, verschrauben oder sonst wie reparieren. Es kostet aber. Schon heute kann man staunen, dass eine kleine Inspektion/Wartung mit Ölwechsel ... rd. 430 € kostet. Reparaturen, die man selbst tragen muss, sind teuer und wohl nicht selten fast ein wirtschaftlicher Totalschaden. Das ist bereits heute schon so ... selbst kleinste Inspektionen/Reparaturen sind teuer: Beispiel: Micra kleine Inspektion 420€; Roller fällt im Sturm stehend abgestellt auf die Seite (Spiegel defekt, Absorber defekt und Flanke zerkratzt) 1.000 €. Also ... lieber nicht nachdenken und einfach nur fahren.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 3"
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    430 Euro?!   OttosMops

    das überrascht mich jetzt, dass Nissan-Werkstattkosten fast doppelt so hoch sein sollen wie die bei BMW - hab für meinen Mini für die kleine Inspektion um die 240 Euro bezahlt, inkl. Ölwechsel (und das fand ich schon ziemlich teuer ;-))

  8. 8. 700 kg

    Mein Lotus wiegt ca. 700 kg.
    Weniger als ein Panda und macht mehr Spaß.

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  • Datum 2.11.2009 - 16:23 Uhr
  • Serie Technologie
  • Quelle ZEIT ONLINE / dpa
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  • Schlagworte Autotechnik | Automobilindustrie
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