Japan-Youngtimer Es muss nicht immer Mustang seinSeite 2/2

"Zugegeben: Beim Design haben sich die japanischen Autokonstrukteure damals sehr an den amerikanischen und einigen europäischen Modellen orientiert", räumt Zeitz ein. Aber trotzdem oder gerade deswegen: Aus heutiger Sicht hat die barocke Phase der Japaner ihren ganz eigenen Stil und Flair.

Toyota Corolla
Nach heutigen Maßstäben wirkt der Corolla-Innenraum recht karg. Aber gemessen am ersten VW Golf herrschte im Innern der Japaner Luxus.

Nach heutigen Maßstäben wirkt der Corolla-Innenraum recht karg. Aber gemessen am ersten VW Golf herrschte im Innern der Japaner Luxus.

Die Zahl der Liebhaber in Deutschland ist allerdings klein und übersichtlich. Gerade einmal einige Hundert Liebhaber und Sammler japanischer Fahrzeuge aus den Jahren 1970 bis 1985 gebe es in Deutschland, schätzt Zeitz. Eine wahre Japan-Youngtimer-Szene, die ihren Namen auch verdient, ist nur ansatzweise zu erkennen. Einige wenige Modelle haben zwar einen gewissen Status erreicht, zum Beispiel Toyotas Celica aus den Jahren 1970 bis '76, Datsuns auch im Rallyesport erfolgreiche Z-Baureihe, der Datsun Violet oder der vor allem optisch ansehnliche Mazda 929.

Dennoch ist die Szene in europäischen Nachbarländern wie Belgien und Holland schon größer. "Viele meiner Fahrzeuge, verkaufe ich in die Benelux-Länder", sagt Zeitz.
Ihm tut das leid: "Es ist einfach schade, dass diese Klassiker in Deutschland keine größere Beachtung finden. Diesen Fahrzeugen gebührt eigentlich eine größere Aufmerksamkeit und vor allem ein besseres Prestige."

Viel Hoffnung, dass seine japanischen Lieblinge noch einmal einen Boom erleben, hat der Youngtimer-Schrauber auch nicht: "Ein Hollywoodfilm mit dem passenden Auto genügt, und schon sind Mustang, Charger und Co. wieder in aller Munde. Aber die Filmemacher würden doch nie auf die Idee kommen und einen Mazda 929 als Filmauto benutzen."

Aber immerhin, einer Tatsache kann sich Zeitz damit sicher sein: Auffallen wird er mit seinen Japan-Oldies auch weiterhin. Auch wenn die meisten nicht wissen, welchem Modell sie da eigentlich nachschauen.
 

 
Leser-Kommentare
  1. "Die japanischen Autos waren technisch fast unzerstörbar. Dafür sorgte gut verarbeitete und meist simpel aufgebaute Motorentechnik, die sich im Bedarfsfall außerdem leicht reparieren ließ. Und die Autos waren sparsam. Schon in den Siebzigern gab es viele Modelle, die mit sieben Litern auf 100 Kilometer auskamen."

    Amen! Ich fahre einen Mazda 323 von 1978. In Deutschland waere das einzige Manko vielleicht Rost, aber gottlob, hier in Australien regnet es vielleicht zehn Tage im Jahr. Der Verbrauch ist phaenomenal niedrig (vor allem gemessen an dem australischen Schrott a la Ford und Holden, der hier herumfaehrt), Motor und Getriebe wie im Artikel gesagt praktisch unzerstoerbar.

    Japanische Autos wurden vor 30 Jahren mit Sinn und Verstand gebaut. Im Unterschied zu den deutschen Herstellern hat sich das aber auch nicht geaendert.

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