Radfahren im Winter Auf Glatteis geführt
Radfahren bei Eis und Schnee ist nicht jedermanns Sache. Einige Tipps für diejenigen, die trotzdem im Winter auf zwei Rädern unterwegs sind.
© Boris Horvat / afp / Getty Images

Wenn man will, dann geht's schon: Viele Menschen steigen auch im Winter aufs Rad
Die einen müssen fahren, die anderen wollen auch bei Kälte und glatten Straßen nicht auf das Fahrrad verzichten. Zwar sieht man bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen deutlich weniger Radfahrer auf der Straße als im Sommer. Aber es gibt noch genug von ihnen. Unmöglich ist es nicht, im Winter mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Allerdings sollte man einige Hinweise beachten, um die Fahrt so sicher und so angenehm wie möglich zu machen.
Die richtige Kleidung
Bei Dunkelheit und Schneefall ist auffällige Kleidung besonders wichtig, um rechtzeitig gesehen zu werden. Hell ist natürlich besser als dunkle; reflektierende Kleidungsstücke sind am allerbesten – manche Radfahrer tragen Warnwesten. Mehr Sicherheit beim Abbiegen bringen reflektierende Bänder, die man an den Armen trägt. Und weil das Risiko eines Sturzes höher ist als im Sommer, ist ein Helm im Winter besonders empfehlenswert. Er schützt, zumindest ein wenig, auch vor Regen und Schnee.
Ansonsten sollte Kleidung so gestaltet sein, dass sie warmhält, aber nicht ins Schwitzen bringt. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) rät zum Zwiebel-Look, also zu mehreren Schichten übereinander, um nicht zu warm oder zu kalt angezogen zu sein: Auf atmungsaktive Funktionsunterwäsche, die Feuchtigkeit schnell vom Körper weg transportiert, folgt eine wärmende Schicht, zum Beispiel ein Fleece-Pullover. Darüber kann man eine wind- und wasserabweisende und möglichst atmungsaktive Jacke ziehen.
Bei Handschuhen sollte man darauf achten, dass sie auch bei Gegenwind warmhalten, beim Bremsen und Schalten aber trotzdem nicht zu sehr einschränken. Eine Mütze schützt den Kopf, wer einen Helm trägt, kann eine Unterziehmütze aufsetzen. Und Ohrenwärmer halten den Fahrtwind von den Ohren fern.
Die Fahrradtechnik
Bei Glätte muss man dosiert bremsen können. Deshalb sind gut eingestellte und leichtgängige Bremsen im Winter besonders wichtig. Zudem sollte man den Sattel etwas niedriger einstellen als gewöhnlich; so kann man sich bei einer Kollision schneller mit den Beinen abstützen. Wer mit einem Dynamo unterwegs ist, der an die Seite des Reifens geklipst wird, sollte über batteriebetriebene Zusatzbeleuchtung nachdenken, denn Seitenläufer rutschen bei Nässe leicht durch – ohne Beleuchtung zu fahren, ist bei Schnee, Glätte, Eis und Dunkelheit ein enormes Risiko. Besser sind Nabendynamos, auch eine Standlichtfunktion an beiden Lichtern sorgt für bessere Sicht und eine höhere Sicherheit. Und Obacht: Reflektoren muss man im Winter sauberhalten, sonst reflektieren sie nicht mehr.
Ansonsten sollte man die Fahrradkette häufiger schmieren als im Sommer, damit sie Dreck und Salz widersteht. Wer viel auf Schnee und Eis unterwegs ist, könnte Reifen mit Schneeprofil montieren. Oder sogar Reifen mit Spikes, also mit kleinen Stacheln, die für mehr Halt sorgen. Diese sind – anders als am Auto – an Fahrrädern erlaubt.
Wie fährt man sicher, wenn es glatt wird?
Für das Fahrrad gilt bei Schnee und Eis das gleiche wie für motorisierte Fortbewegungsmittel: Wenn es rutschig wird, muss man langsam fahren. Im Extremfall kann es auch nötig werden, das Fahrrad ein Stück zu schieben. Und wenn man erst auf der Eisplatte merkt, wie glatt es wirklich ist, dann rät der VCD dazu, das Fahrrad möglichst ohne Bremse und Lenkmanöver ausrollen zu lassen. Beim Bremsen und Lenken gilt dann: keine ruckartigen Bewegungen, alles äußerst langsam und vorsichtig ablaufen lassen.
Übrigens: Wenn Radwege im Winter nicht geräumt oder gestreut sind, dürfen Radfahrer auf die Straße ausweichen! Autofahrer müssen also mit Radlern auf der Fahrspur rechnen und sind besonders angehalten, mit viel Abstand vorbeizufahren und die Radfahrer nicht zusätzlich zu gefährden.
Und was gilt für Kindersitze?
Auch wenn man alle Ratschläge beherzigt, ist die Gefahr eines Sturzes bei Glätte höher als im Sommer. Was den Transport von kleinen Kindern in Kindersitzen angeht, spricht der VCD daher eine klare Empfehlung aus: bitte nicht!
- Datum 08.01.2010 - 15:11 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 8
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Nun gut, ich fahre schon seit mind. 10 Jahre Sommers wie Winters mit dem Rad zur Arbeit. Und immer wieder tauchen die gleichen Ratschläge fürs Winterradeln auf, die man mit ein wenig gesundem Menschenverstand auch selbst herausfinden könnte. Einzig die Spikes, die ich seit etwa 5 Jahren aufziehe sind eine wirkliche Empfehlung. Schon alleine die überraschten Gesichter der Autofahrer sind es wert, wenn man mit normaler Geschwindigkeit an sich stauenden Wagenkolonnen vorbeifährt.
Ich fand, Sie haben die wichtigsten Tipps für das Rad fahren im Winter genannt. Sehr gut fand ich den Hinweis zur Benutzung der Fahrbahn, statt des Radwegs. Seit vielen Jahren gesetzlich erlaubt, leider vor allem bei Autofahrern kaum bekannt.
Weitere nützliche Tipps zum Radfahren bei Eis und Schnee (Reifendruck reduzieren, Abstand zum Fahrbahnrand, besonders helle Beleuchtung etc.) gibt es beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC, www.adfc.de) und auf dem Blog www.radgaragen.de
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Radnutzung in vielen Städten auch im Winter sehr hoch ist. Sehr erfreulich und ein guter Trend.
Als sicherheitsbewusster Radfahrer, der bei jedem Wetter nahezu täglich unterwegs ist, pflichte ich "uwehauck" uneingeschränkt bei. Wer bei Eis und Schnee mit normalen Reifen unterwegs ist riskiert schwere, unter Umständen sogar tödliche Unfälle (z. B. wenn man auf glatter Fahrbahn vor einem mit normaler Geschwindigkeit fahrenden Auto stürzt und von diesem an- oder überfahren wird).
Gute Winterreifen sind für wenig Geld erhältlich. Bei mir hat sich das Fabrikat Schwalbe Snow Stud hervorragend bewährt (bitte nicht als Schleichwerbung missverstehen!). Zu Beginn der kalten Jahreszeit mit ersten Minustemperaturen werden diese anstelle der normalen Bereifung aufgezogen (es ist nicht nötig, zusätzliche Felgen zu kaufen). Der Aufwand ist gering – der Nutzen enorm. Tipp: Durch Erhöhung des Reifendrucks während schnee- und eisfreien Perioden ist es möglich, den Rollwiderstand zu reduzieren, der bei Winterreifen naturgemäß höher ist.
Radfahren im Winter kann sehr viel Freude machen – vorausgesetzt, man verfügt über die richtige Ausrüstung. Es löst bei mir immer wieder starke Glücksgefühle aus, bei Schneefall zu fahren. Schnee besitzt die wunderbare Eigenschaft, Geräusche zu dämmen. Im Einklang mit der Natur kann ich mich dann selbst nahezu geräuschlos fortbewegen und dabei die schöne Schöpfung genießen – ohne andere zu stören.
Dem interessierten Leser wünsche ich eine gute Fahrt!
Das Hauptproblem am Rad fahren im Winter ist nicht der Schnee oder die Eisglätte* es ist diese Matschsoße die entsteht wenn viele Autos den Schnee in Schneematsch verwandeln und Salz hinzukommt. Diese Mischung (Salz Kälte feucht) ist extrem rostauslösend. Wer sein Fahrrad dann nicht trocken unterstellen kann und regelmäßig ölt wird es im Frühling kaum wieder erkennen.
Das andere Problem ist nicht die Kälte (oder der Schneefall) sondern die Nässe, die nasse Straße, der nasse Regen, die neblig-feuchte Luft der alles klamm werden lässt und überall eindringt. Viele Schutzbleche sind unzureichend und befördern die Nässe direkt auf den Schuh anstatt sie davon wegzuleiten.
Hinzu kommt dass man für die üblichen Kurz- und Mittelstrecken (10-20 Minuten Fahrt) eine elendig lange An- und Ausziehprozedur (Regenjacke, Mütze, Handschuhe, Regenhose, Regencape, Stecklicht, etc) hinnehmen muss und nach Beendigung der Fahr ganz viel nasses Zeug irgendwo unterbringen und trocknen muss. Dabei helfen die rainlegs (www.rainlegs.de), welche nur die am meisten vom Regen betroffenen Oberschenkel schützen und sich leichter und schneller an- und ablegen lassen als eine traditionelle Regenhose.
*versuchen Sie einmal auf einem zugefrorenen See oder Fluss Fahrrad zu fahren, das klappt erstaunlich gut solange man sich nicht wie gewohnt in die Kurven lehnt.
Viel wichtiger als Winterreifen mit Spikes sind durchstoßsichere Mäntel )z.B. Schwalbe Marathon) welche nicht aufgrund von Rollsplit sofort undicht werden. Apropos Rollsplit, das Zeug ist gefährlich weil es die Haftung minimiert und sich beim Sturz in die Haut bohren kann. Außerdem erhöht es den Rollwiderstand erheblich (wenn der Schnee geschmolzen ist) und da die Straßenverkehrsbetriebe dies meist erst sehr spät von den Fahrradwegen räumen dauert das sehr lange bis wieder freie Fahrt für freie Bürger herrscht.
Hallo "soylentyellow",
als Vielfahrer kann ich mir Reifenpannen natürlich nicht leisten.
Selbstverständlich sind die von mir verwendeten Winterreifen mit Spikes (siehe Kommentar Nummer 3) mit einem wirksamen Pannenschutz aus Kevlar®Guard ausgestattet. Dieser Schutz entspricht in etwa dem Schutz des von Ihnen erwähnten Reifens Schwalbe Marathon (den ich als Sommerreifen ebenfalls verwende).
Ich empfehle Ihnen wärmstens eine Umrüstung - Sie werden begeistert sein!
Schöne Grüße
Rubbosso
Hallo "soylentyellow",
als Vielfahrer kann ich mir Reifenpannen natürlich nicht leisten.
Selbstverständlich sind die von mir verwendeten Winterreifen mit Spikes (siehe Kommentar Nummer 3) mit einem wirksamen Pannenschutz aus Kevlar®Guard ausgestattet. Dieser Schutz entspricht in etwa dem Schutz des von Ihnen erwähnten Reifens Schwalbe Marathon (den ich als Sommerreifen ebenfalls verwende).
Ich empfehle Ihnen wärmstens eine Umrüstung - Sie werden begeistert sein!
Schöne Grüße
Rubbosso
Hallo "soylentyellow",
als Vielfahrer kann ich mir Reifenpannen natürlich nicht leisten.
Selbstverständlich sind die von mir verwendeten Winterreifen mit Spikes (siehe Kommentar Nummer 3) mit einem wirksamen Pannenschutz aus Kevlar®Guard ausgestattet. Dieser Schutz entspricht in etwa dem Schutz des von Ihnen erwähnten Reifens Schwalbe Marathon (den ich als Sommerreifen ebenfalls verwende).
Ich empfehle Ihnen wärmstens eine Umrüstung - Sie werden begeistert sein!
Schöne Grüße
Rubbosso
Auch ich fahre Sommer wie Winter mit dem Rad und muss feststellen: es gibt kein Fahrrad für den Alltagsgebrauch. Sie sind immer noch als Freizeitgeräte konzipiert und können den Schlechtwetterbedingungen nicht gerecht werden. Im Prinzip müsste ich Mein Rad jeden Tag putzen und neu versiegeln. Und auch der Ketten und Zahnradverschleiß ist in Herbst und Winter sehr hoch. Selbst nach Umstieg zurück zur Narbenschaltung hält meine Fahrradkette nicht länger als 3.000 bis 4.000 km. Und schon nach 1.000 km hat sie sich so gelängt, dass sie nachgespannt werden muss.
Was ich jedem, der im Winter unterwegs ist, empfehlen kann: Scheibenbremsen! bremsen viel besser als V-Brakes u. Co. und ein Felgenverschleiß gibt es überhaupt nicht mehr.
Noch immer warte ich auf ein wartungsfreundlicheres Alltagsrad! Wer hat den Erfahrung mit dem Kardanantrieb beim Fahrrad?
Ich nehme doch an, dass Sie eine Nabenschaltung haben.
lg
mensajero
Ich nehme doch an, dass Sie eine Nabenschaltung haben.
lg
mensajero
Ich nehme doch an, dass Sie eine Nabenschaltung haben.
lg
mensajero
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