Die Wiedergeburt
Während des Ersten Weltkriegs sattelte der Autobauer sogar erfolgreich auf den Flugzeugbau um. Trotzdem war 1926 Schluss. Man fand einfach nicht genug Käufer für die hergestellten Fahrzeuge und liquidierte das Unternehmen.
Mehr als 70 Jahre dauerte die Unterbrechung, dann reaktivierte Multimillionär Muller den alten Namen. Sein Vermögen hatte der 50-jährige Jurist zuvor unter anderem mit Bergeschiffen und mit Mode gemacht. Die Berufung auf die Tradition der ersten Marke Spyker zahlte sich für Muller aus: Im Jahr 2004 machte das niederländische Verkehrsmuseum Spyker offiziell zu einem Vertreter der mobilen Tradition des Landes.
Dass er weiß, wie man klingende Namen wieder zum Glänzen bringt, hat Muller bei Spyker bewiesen. Bei seinem Engagement bei Saab kann ihm das nur helfen. Eigenes Geld musste er für den Kauf übrigens dem Anschein nach nicht einsetzen: 400 Millionen Dollar beträgt der Kaufpreis, 74 Millionen Dollar davon als direkte Zahlungen, 326 in Form von Vorzugsaktien des kommenden Unternehmens Saab Spyker Automobiles N.V.. Finanzieren kann Spyker das mit einem Kredit von 400 Millionen Euro, für den die schwedische Regierung eine Bürgschaft zugesagt hat.
Vor diesem Hintergrund bekommt auch der Aktienanteil bei der Bezahlung besonderen Charme: So bleibt viel Bargeld im Unternehmen und kann für Sanierung und Fortführung der Produktion verwendet werden. Alt-Eigner General Motors wird Saab-Spyker vorerst weiter mit Technikkomponenten beliefern, etwa für die kommende Generation des Modells 9-5, das technisch auf dem Opel Insignia basiert. Auch für einen Saab-SUV, der schon mehrfach angekündigt wurde, würde sich General-Motors-Technik anbieten.
In der Pressemitteilung zur Übernahme bedankt sich Spyker-Chef Muller ausdrücklich bei den verbliebenen Fans der Marke. Sie hätten mit ihrer Unterstützung und mit ihren Protesten gegen eine Einstellung der Produktion bei Saab maßgeblich dazu beigetragen, dass die Einigung zustande gekommen sei.
Treue und loyale Kunden waren über Jahrzehnte das Kapital der Marke Saab gewesen, vor allem in den USA hatte es jüngst noch diverse "Save Saab"-Aktionen gegeben. Allerdings hatten Qualität und Anmutung unter Regie von General Motors so sehr gelitten, dass viele der Saab-Fans keinen anderen Weg mehr sahen, als sich doch ein Auto einer anderen Marke zu kaufen. Diesen Käufern den Glauben an die Marke Saab zurückzugeben, das dürfte Mullers wichtigste Aufgabe werden.
- Datum 27.01.2010 - 17:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Endlich ist für SAAB Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Viel besser hätte es nicht kommen können. Anstatt von einem ignoranten Großunternehmen oder von einem chinesischen Staatskonzern wird SAAB nun von einem genialen Hersteller von Luxusautos gekauft.
Spyker baut einzigartige Sportwagen, die mit einem unverwechselbaren Flugzeug-Design den Autos eine Seele schaffen.
Wenn auch nur ein kleiner Hauch davon in die Autos von SAAB fließt dann könnte das eine gelungene Wiederbelebung der Marke werden.
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