Der Mutterkonzern General Motors (GM) hatte lange nach einem Käufer für Hummer gesucht: Nun ist der Verkauf der Marke an den chinesischen Maschinenbauer Tengzhong Heavy Industrial Machinery gescheitert. "Wir sind enttäuscht, dass das Geschäft mit Tengzhong nicht abgeschlossen werden konnte", erklärte John Smith, Vize-Präsident für Planung und Allianzen.

GM werde jetzt mit den Angestellten, Händlern und Zulieferern eng zusammenarbeiten, um die Marke abzuwickeln, erklärte Smith weiter. Für Garantieleistungen und Reparaturen werde weiterhin gesorgt. Er sagte nicht, warum der Verkauf geplatzt war.

GM und Tengzhong hatten im Oktober vergangenen Jahres die Übernahme vereinbart. In den vergangenen Tagen hatten sich aber die Zweifel vermehrt, dass es zu einem Abschluss kommt. Nach Medienberichten verweigerte die chinesische Regierung ihre Zustimmung, weil die spritdurstigen Geländewagen das Ziel torpedieren würden, die Umweltverschmutzung zu senken.

Bereits während der Verhandlungen stand das Geschäft unter keinem guten Stern. Behördenvertreter in China zweifelten hinter vorgehaltener Hand daran, dass der Käufer über die nötige Erfahrung verfüge, Hummer zu steuern. Das wenig bekannte Unternehmen Tengzhong verdient sein Geld mit Maschinenbau.

Gegner sehen den Hummer als Inbegriff sinnloser Verschwendung, Fans schätzen seine PS-starke Geländegängigkeit. Der ursprüngliche Hummer war ein ziviler Ableger des amerikanischen Militärtransporters Humvee. Dank seiner markanten Form entwickelte sich der teure Wagen schnell zu einem Statussymbol in Hollywood und anderswo. Die späteren Modelle H2 und H3 bekamen mehr Komfort und ein etwas weniger kantiges Äußeres.

Der Anstieg der Ölpreise seit 2005 setzte dem Erfolg der Marke jedoch ein Ende. Im Jahr 2008 war der Verkauf des Großfahrzeuges um 51 Prozent eingebrochen, mehr als bei jeder anderen Marke in den USA.

Hummer gehört zu den Marken, von denen sich General Motors bei seinem Neustart trennt. Der Autobauer war im vergangenen Jahr in die Insolvenz gerutscht, aus dem er nur dank einer milliardenschweren staatlichen Finanzspritze einen Ausweg fand. Die US-Regierung kontrolliert das Unternehmen seitdem.

Erst am Dienstag hatte GM den Verkauf der schwedischen Tochter Saab an den niederländischen Sportwagen-Hersteller Spyker erfolgreich über die Bühne gebracht. Bei der deutschen Tochter Opel ringt der Konzern gerade um staatliche Hilfe für die Sanierung.