Alternative Energie Nachhaltige Kraft aus BiotreibstoffSeite 2/2

Biokraftstoff aus Stroh dürfte dann längst am Markt sein. Rohstoff dafür gibt es genug: "Mit dem Strohüberschuss in Europa können wir die EU-Richtlinie, im Jahr 2020 einen Mindestanteil von zehn Prozent Biokraftstoffen zu erreichen, im jedem Fall erfüllen", ist sich Koltermann von Südchemie sicher.

Im Unterschied zu Poet und Co. brauchen Hersteller beim Verfahren von Südchemie übrigens keine Enzyme von Lieferanten wie Novozymes. Denn bei Südchemie werden die Enzyme in der Produktionsanlage produziert. Das ermöglicht nach Einschätzung von Koltermann zum einen deutlich niedrigere Enzymkosten. Zusätzlich verspricht er sich eine höhere Ausbeute, weil das Enzym auf den entsprechenden Rohstoff und den Produktionsprozess optimal abgestimmt werden könne. "Beim Preis sind wir schon heute konkurrenzfähig zum Bioethanol der ersten Generation", sagt Koltermann.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger dürfte sich über solche Aussagen freuen. Er will es Staat, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen ermöglichen, die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen zu zertifizieren. "Biokraftstoffe sind die wichtigste Alternative zu den Otto- und Dieselkraftstoffen. Wir müssen sicherstellen, dass die verwendeten Biokraftstoffe auch nachhaltig sind", sagte Oettinger.

Laut Oettinger fließt in die Treibhausgasbilanz der Kraftstoffe künftig nicht mehr nur ein, was am Ende aus dem Auspuff kommt, sondern auch, welche Klimabelastung bei ihrer Produktion und ihrem Transport entstehen. Das Zertifizierungssystem der EU sieht vor, dass unabhängige Prüfer die gesamte Produktionskette für Biokraftstoffe begutachten - vom Landwirt über den Händler bis zum Kraftstofflieferanten. Industrie, Nichtregierungsorganisationen und Regierungen sollen Zertifikate nach EU-Standards erarbeiten und die Prüfer berufen. Die Kommission wiederum will die Regeln und die Praxis begutachten.

Der Artikel erschien am 11.06.2010 im Handelsblatt .

 
Leser-Kommentare
  1. mag kurzfristig eine gute Lösung sein. Mittelfristig jedoch sollte einmal (durch Photosynthese) organisch gebundener Kohlenstoff so lange wie möglich gebunden bleiben. Das heißt, das Stroh sollte zu Papier, Humus, Baumaterial oder sonst etwas verarbeitet werden und im Biomasse-Fließgleichgewicht möglichst langsam zu energetisch "schlappen" CO2 fließen.

    Wir brauchen schon bald eine weltweite Biomasse-Kreislauf-Technologie, die bei den Algen anfängt und bis zu höheren Pflanzen und Tieren und bis zur Abfallwirtschaft der Menschen geht. Und wir brauchen Sonnen-, Wind- und Erdwärme-Energie. Mit den Überschüssen davon können wir, z.B. durch die Herstellung von Knallgasbakterien Biomasse erzeugen.

  2. mit all seinen Nachteilen. Wirkungsgrad um die 35%. Immenser Fertigungsaufwand, immense Abgasnachbehandlung, Schadstoffausstoß.
    Elektromotor Wikrungsgrad um die 90%, keine Abgase, geringer technischer Aufwand. Der Strom nicht aus schweren lange aufzuladenden Batterien, sondern aus der Brennsoffzelle mit Bio-Wasserstoff betrieben.
    Woher?
    http://www.bio-wasserstof...

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