Denken Sie an ein schönes Auto! Was kommt Ihnen in den Sinn – der grazil muskulöse Maserati Quattroporte, ein zeitloser Porsche 911, ein Alfa Romeo Brera? Vermutlich eher als ein Fahrzeug aus Japan. Autos, die von dort kommen, sind selten nach europäischem Geschmack, von den dynamisch gezeichneten Mazda-Modellen abgesehen. So sehr sich die Asiaten in den vergangenen Jahren auch bemühen: Visuelle Versuchungen sucht man meist vergeblich.

Besonders schwach sind die Ökomobile. Der aktuelle Toyota Prius ist keine Schönheit. Kaum hübscher ist der Honda Insight – beide setzen auf Hybridtechnik. Stellt sich die Frage, ob Ökoautos so aussehen müssen, wie sie es zumeist tun. Schmal sind sie zumeist geschnitten, mit großer Glasfront und einem hohen Heck stehen sie schlaksig auf der Straße oder wirken gar unbeholfen. Schließlich geht es bei diesen Modellen in erster Linie um einen geringen Kraftstoffverbrauch.

"Bei Hybridkäufern gibt es zwei Gruppen", erläutert Honda-Sprecher Sage Marie. Die erste Gruppe sei lediglich an einem möglichst geringen Spritverbrauch interessiert. Die zweite Gruppe empfinde dagegen Stolz, einen Hybrid zu fahren und nicht irgendein anderes Auto. Laurens van den Acker, ehemals bei Mazda und im vergangenen Jahr zu Renault gewechselt, sieht das ähnlich: "Einige der Kunden möchten provokant zeigen, dass sie einen Hybrid fahren. So ist ein Toyota Prius fast eine Art Anti-Statement." Etwa im Großraum Los Angeles: Viele Kunden, die hier einen Toyota Prius fahren, haben noch einen Mercedes SL, einen Porsche 911 oder einen Range Rover in der Einfahrt stehen. Doch es ist hier einfach chic, auch einen Hybriden zu besitzen. Diesen Kunden kommt das wenig dynamische Design des Klassenprimus gerade recht: Jeder kann erkennen, dass man mit einem Hybriden unterwegs ist.

Aber selbstverständlich gibt es auf dem Hauptmarkt USA auch andere Kunden. Die freunden sich zunehmend mit Hybridmodellen wie dem BMW X6, einem Mercedes ML oder den zahlreichen Hybridmodellen an, die mittlerweile verfügbar sind. Dass es den wenigsten Autofahrern um ökologisches Autofahren geht, beweist die Tatsache, dass sich gerade die sparsamen Hybridfahrzeuge unterhalb der amerikanischen Oberklasse in den letzten zwei Jahren schwer tun. Der Grund liegt in den Spritpreisen: Nachdem die Gallone (3,8 Liter) Superkraftstoff zur Jahresmitte 2008 in den USA mehr als 4,50 Dollar kostete, liegt sie aktuell zwischen 2,50 und 3,20 Dollar.