Mit dem Mietfahrrad durch London
Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson fährt schon seit Langem täglich mit dem Rad zur Arbeit. Nun möchte er, dass die Bürger seinem Beispiel folgen. An diesem Freitag startet er ein Leihfahrrad-Projekt in der britischen Hauptstadt. Zunächst sind 5000 Fahrräder an 315 Verleihstationen verfügbar
- Datum 30.07.2010 - 19:38 Uhr
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Wenn dass mal nicht Tote gibt. In London Fahrrad fahren ist nix fuer Anfaenger oder Touristen. Abgesehen vom Linksverkehr gibt es auch noch viele andere Tuecken.. war 6 Monate dort Motorradkurier, ich kenne die "Szene" gut. Wirklich nur was fuer Leute mit starken Nerven und sehr guten Reflexen.
Ich will jetzt keine Werbung machen aber: Googlen Sie mal "nextbike" und Sie werden feststellen, dass es so etwas in zahlreichen deutschen Städten längst gibt. Ihrem Nickname nach auch ganz in Ihrer Nähe!
Insofern verstehe ich nicht, warum das in London jetzt als so sensationell angesehen wird (auch an die Redaktion gerichtet).
OK, jetzt verstehe ich worauf sie hinaus wollen.
Natürlich ist es etwas anderes, wenn die Stadt London sich entschließt seinen Bürgern 5000 Räder zur Verfügung zustellen, als wenn ein gewinnorientiertes Unternehmen insgesamt 30 stk in einer Stadt verteilt. Dennoch, beides liegt preislich auf etwa gleichem Niveau. Wenn es im Ruhrgebiet angenommen würde, dann würde Nextbike sicherlich auch mehr von diesen Ständern aufstellen.
Über die mangelde Koordination und Kommunikation zwischen den einzelnen Ruhrgebietsstädten ärgere ich mich tatsächlich auch immer wieder (ja, ich komme auch hierher...). Ich fürchte daran wird sich auch so schnell nichts ändern, da einem engeren Zusammenwachsen der Städte zu einer Metropole Ruhr, die es dann mit solchen Städten wie London aufnehmen könnte, zuviele Partikularinterressen entgegenstehen. Dann kommt noch hinzu, dass wir nicht wirklich EINE Großstadt wie London sind, die nur ein Zentrum hat, sondern eine Ansammlung mehrer mittelgroßer Städte mit jeweils einem eigenen Zentrum und eigener Verkehrsinfrastruktur. Von einem zusammenhängenden System bspw. im ÖPNV sind wir weit entfernt. Doch wie wollte man das rein strukturell noch ändern?
Was hier für London als sensationell vorgestellt wird gibt es in Frankreich schon seit einer ganzen Weile. Die Velo'v Fahrräder in Lyon feiern gerade ihren 5. Geburtstag, es gibt über 300 Stationen in der Stadt, die Anzahl der Fahrräder dürfte sich im selben Rahmen wie in London bewegen ( http://www.velov.grandlyo... ). Mit dem Unterschied das im Großraum Lyon nur ca. 1,5 Mio Menschen leben. Paris (eher mit London zu vergleichen) mit seinem jüngeren Velib' System stellt 20000 Fahrräder zur Verfügung ( http://www.velib.paris.fr/ ). Das System gibt es auch in Marseille und es würde mich nicht wundern wenn es andere französische Städte mittlerweile auch nachgezogen hätten.
...haben sie es schon in Lyon probiert?...
Abonnement kostest 1 bis 3 € für einen Tag bzw eine Woche.
Die ersten 30 min sind jedes mal gratis, die nächsten 30 min kosten 1 €, dann alle 30 min 2 €.
Bis zu 24 Stunden kann man das Fahrrad leihen, bevor es als gestohlen registriert wird und 150 € Kaution vom Konto abgebucht werden.
Mit Jahresabo (15 €) wird das ganze günstiger und gekoppelt mit der Nahverkehrskarte bekommt man die erste Stunde gratis. Das reicht um in Lyon nahezu von jedem Punkt in der Stadt zu jedem anderen Punkt zu fahren, Vororte aussen vor gelassen.
Das System ist allerdings nicht perfekt. Ein Problem ist der Vandalismus (seit 2005 hat sich der Preis mehr als verdoppelt) und die Tatsache das zu bestimmten Uhrzeiten viele Leute in die selbe Richtung fahren, aus z.B. Wohnvierteln zur Arbeit. Ist man zu spät dran kann es schon mal sein dass man erst eine Weile ein Rad sucht, um dann eine Weile nach einem Parkplatz zu suchen. Bei >300 Stationen in Lyon geht das noch. Verteilt man die auf die Fläche von London sieht das schon wieder anders aus, auch wenn man nur das zentrale Stadtgebiet nimmt.
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