Kia cee'd Fast ein Korea-Golf

Der Kia cee'd hat sich einen Ruf als gute Alternative in der Kompaktklasse erworben. Der neue cee'd fährt sich angenehm, doch manches Detail im Innenraum hat seine Tücken.

Des deutschen Autotesters liebsten Qualitätstest besteht der Kia cee'd mühelos: Die Spaltmaße des koreanischen Kompaktwagens sind schmal und gleichmäßig, egal ob an den Türen, den Hauben vorne und hinten oder den Fugen im Armaturenbrett. Die geraden Linien sind ein gutes Indiz für hohe Fertigungsqualität und durchdachte Konstruktion. Auch Kia selbst ist sich seiner Qualitäten sicher: Auf den in Europa produzierten cee'd geben die Koreaner sieben Jahre Garantie.

Auch sonst wird der cee'd seinem guten Ruf als preiswerte Alternative zu Golf & Co. gerecht – seit dem leichten Facelift Ende vergangenen Jahres noch mehr als vorher. Optisch kann sich der Viertürer gut sehen lassen. Er kommt ohne verspielten Design-Schnickschnack aus und wirkt doch frisch und modern. Der cee'd ist zwar kein Hingucker, nach dem sich die Passanten an der Ampel umdrehen. Aber mal ehrlich: Wer dreht sich etwa nach einem Golf um?

Anzeige

In der Kompaktklasse sind andere Qualitäten gefragt. Möglichst viel Platz auf kleiner Grundfläche zum Beispiel, und den bietet der 4,24 Meter lange und 1,79 Meter breite Koreaner allemal – vorne reichlich, hinten ganz ordentlich. Die straffen und körpergerecht geformten Vordersitze lassen sich auch in der Höhe verstellen, das Lenkrad ist in der Neigung und in der Tiefe einstellbar. Wer nicht gerade die Maße eines Basketball-Spielers mitbringt, wird keinen Stress haben.

Durch die vier großen und weit öffnenden Türen steigt man über die niedrigen Schweller bequem ein. Hinten geht es ein wenig enger zu, aber immer noch so, dass es auch zwei Erwachsene über längere Strecken aushalten können. Selbst die Kopffreiheit stimmt. Nur an dem höchst bescheidenen Seitenhalt in der zweiten Reihe müsste Kia noch arbeiten. Als Fünfsitzer sollte man den cee'd allerdings nur im Notfall nutzen.

Die Bedienung gibt keine Rätsel auf: Alles ist intuitiv verständlich, die Instrumente sind klar abzulesen, der Kia cee'd bietet praktische Ablagen. Der Kunde freut sich zudem über nette Details wie einen Anschluss für den iPod oder MP3-Player mit USB. Fast alle Tasten und Schalter sind gut erreichbar. Allerdings gibt es ein paar Ausnahmen. Wer den Sitz ganz nach hinten schiebt, quetscht sich die Hände zwischen Lehne und B-Säule ein, wenn er die Rückenlehne verstellen will. Die hinteren Kopfstützen lassen sich zwar so versenken, dass sie die Sicht nicht behindern – aber viel zu kurz nur herausziehen für größere Passagiere. Apropos Sicht nach hinten: Da stören die breit ausgefallenen C-Säulen deutlich mehr.

Der Laderaum ist mit 340 Litern nicht üppig, aber üblich in der Kompaktklasse. Zum Vergleich: Beim Golf sind es 350 Liter, der Opel Astra bietet 370 Liter, der Toyota Auris verfügt über 354 Liter Laderaum, der Fiat Bravo über 300 Liter. Reicht der Kofferraum des cee'd nicht aus, lässt sich durch das Umklappen der Rückbanklehnen bis zu 1300 Liter Stauraum schaffen. Beladen lässt sich der Koreaner ohne Mühen: Die Heckklappe schwingt einfach und leicht weit nach oben.

Leser-Kommentare
  1. ... das der Kia C`eed im 100.000 KM-Dauertest qualitativ den ersten Platz belegte ( zusammen mit dem 1er BMW )und sich die Note 1 ergatterte, während der Golf als "bester" VW immerhin die Note 4 "erfuhr". Die anderen Modelle tummeln am Ende der Skala.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE, press-inform
  • Kommentare 1
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Kia | Golf | iPod | MP3-Player | Motor | Europa
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service