Neuvorstellung Der Jetta tritt aus dem Golf-Schatten

Golf mit Stufenheck, so wurde der VW Jetta gern verspottet. Die neue Generation zeigt sich indes in eigenständigem Design und könnte auch hierzulande ein Erfolg werden.

In den USA ist der Jetta das bestverkaufte Modell von Volkswagen

In den USA ist der Jetta das bestverkaufte Modell von Volkswagen

"Das ist unser Brot-und-Butter-Auto", sagt Mark Barnes, US-Geschäftsführer von Volkswagen, über den Jetta. Kein VW verkauft sich in Nordamerika besser, deshalb wurde das Auto auch auf den amerikanischen Geschmack abgestimmt. Dort heißt es bekanntlich "Bigger is better". Mit 4,64 Metern überragt der Jetta den Golf um 40 Zentimeter, das macht sich im Innenraum bemerkbar. Auch im Fond können Erwachsene bequem die Beine ausstrecken.

Auch in Deutschland werden Interessenten bald den zusätzlichen Freiraum bemerken, den der Jetta gegenüber dem Golf bietet. Das gilt auch für den Kofferraum, der mit 510 Liter Fassungsvermögen 160 Liter mehr Raum bietet als der Golf. Der Kofferraum ist einfach gestaltet und lässt sich gut beladen, hat aber abgesehen vom automatischen Öffnungsmechanismus keine Extras wie Unterbodenfächer.

Anzeige

Das Cockpit erinnert weitgehend an den Golf, allerdings gibt es ein paar Unterschiede. So befindet sich der Startknopf für den Motor beispielsweise unten an der Mittelkonsole hinter dem Ganghebel. Doch bis der Jetta im Januar 2011 auch hierzulande verkauft wird, werden noch einige Details geändert, darunter wohl auch die ungewohnt kleinen Außenspiegel. Was bleibt, ist die schlechte Übersicht beim Spurwechsel nach hinten – daran ist die breite B-Säule schuld.

Davon abgesehen fährt sich der VW Jetta angenehm und komfortabel. Man spürt zwar, dass er weicher abgestimmt ist als ein Golf, doch in schnellen Kurven zeigt er sich ganz passabel. Er legt nur eine minimale Wankneigung an den Tag, lenkt präzise ein und untersteuert erst spät.

Auch der Federungskomfort ist gut. Weil der Jetta allerdings wegen der deutschen Autobahnen für ein deutlich höheres Tempo ausgelegt wird, bekommt die Europa-Version eine komplexere Radaufhängung an der Hinterachse, mit einer Vierlenker- statt Verbundlenkerachse. Damit dürfte hoffentlich auch das laute Poltern der Vergangenheit angehören, das der Jetta bei manchen Querfugen und Schlaglöchern an den Tag legt.

Leser-Kommentare
  1. Geht es nur mir so, ich finde 20.000€ für einen Mittelklassewagen einfach unverschämt? Man muss schließlich bedenken, dass beim US-Preis noch Rabatte anfallen und der Wagen (da Markttypisch) direkt vom Hof gefahren werden kann und man nicht erst Monate warten muss.

    Solange sich deutsche Kunden diese Wucherpreise und den mangelnden Service bieten lassen, wird sich wohl nichts ändern. Aber ich frage mich schon, wer über 20.000€ für einen "Jetta" hinlegen wird?

  2. 15.995 dollar (USD) entsprechen heute ziemlich genau 12.255 Euro. Aber das Auto soll in D für etwa 20.000 Euro angeboten werden. Das sind mal nur so 163 % des Ausgangspreises.

    Will uns denn Volkswagen für dumm verkaufen? Angesichts des US Preises sieht man, dass da noch genügend Luft drin ist.

    Insgesamt ist diese Preisgestaltung unverständlich.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Guido3
    • 02.08.2010 um 9:06 Uhr

    Zu den Preisen:
    1. Ich weiß nicht, wo die 15.999 USD herkommen. Auf der US-Website von VW steht "Starting at 17.735 USD"
    2. In den meisten US-Bundesstaaten gibt es keine oder nur eine sehr geringe MwSt. Preisangaben in den USA sind deshalb immer ohne MwSt.
    3. Falls das Fahrzeug in den USA produziert und nach Europa eingeführt wird, dann sind noch 10% Zoll fällig.
    4. Gerade bei der Sicherheitsausstattung könnte es Unterschiede geben.

    Berücksichtigt man all diese Punkte, dann ist der Jetta in Deutschland immer noch teurer, aber keine 63% sondern 10-20%.

    Dass der Rucksack-Golf nun aus dem Schatten tritt und eine Erfolg wird, das wird seit 20 Jahren bei jedem neuen Rucksack-Golf verkündet. Zwischenzeitlich hieß das Auto dann auch mal Vento und Bora um das biedere Jetta-Image loszuwerden. Funktioniert hat das bisher nie so recht.

    • Guido3
    • 02.08.2010 um 9:06 Uhr

    Zu den Preisen:
    1. Ich weiß nicht, wo die 15.999 USD herkommen. Auf der US-Website von VW steht "Starting at 17.735 USD"
    2. In den meisten US-Bundesstaaten gibt es keine oder nur eine sehr geringe MwSt. Preisangaben in den USA sind deshalb immer ohne MwSt.
    3. Falls das Fahrzeug in den USA produziert und nach Europa eingeführt wird, dann sind noch 10% Zoll fällig.
    4. Gerade bei der Sicherheitsausstattung könnte es Unterschiede geben.

    Berücksichtigt man all diese Punkte, dann ist der Jetta in Deutschland immer noch teurer, aber keine 63% sondern 10-20%.

    Dass der Rucksack-Golf nun aus dem Schatten tritt und eine Erfolg wird, das wird seit 20 Jahren bei jedem neuen Rucksack-Golf verkündet. Zwischenzeitlich hieß das Auto dann auch mal Vento und Bora um das biedere Jetta-Image loszuwerden. Funktioniert hat das bisher nie so recht.

  3. "Ford hat ein neues Auto erfunden, welches nur mit Wasser fahren kann.
    Leider funktioniert es bis jetzt nur mit dem Wasser aus dem Golf von Mexico..."

  4. Naja ganz so billig ist es in den USA auch nicht. Soweit ich weiß sind die US-Preise ohne, aber die deutschen mit MWSt. Und außerdem versucht VW in Amerika gerade krampfhaft zu wachsen. Die verdienen da zur Zeit nicht viel mit den Jettas. Wahrscheinlich haben die einfach ein Imageproblem. Gleiche Imageklasse wie Toyota, die graue Mittelklasse, aber eine deutlich teurere Technik vertragen sich halt nicht bei der Preisgestaltung.

  5. Preisangaben in den USA und auch Kanada sind grundsätzlich exclusive Steuer. Als Deutscher ist das zu Anfang immer sehr tückisch, wenn man shoppen geht, aber man gewöhnt sich recht schnell dran. Ich gehe also davon aus, auf den Preis kommt dann noch die Steuer.

  6. ...man bedenkt, dass knapp die Hälfte aller in D neu zugelassenen Fahrzeuge Zulassungen auf Unternehmen sind, und das in einzelnen Fällen (z.B. VW Passat) auch bis zu 90% aller Zulassungen ausmachen kann, muss man sich nicht über die Neuwagenpreise wundern. Die sind nämlich seitens der Automobilhersteller nicht für den Privatkunden kalkuliert, sondern auf Käufer, die die Mehrwertsteuer ausweisen und das Fahrzeug abschreiben können. Wer also als Privatkunde ein Neufahrzeug kauft, ist selbst Schuld - man kann sein Geld auch gleich auf den Komposthaufen werfen und schauen, was nach einem Jahr noch übrig ist. Schade nur, dass diese Praxis von allen anderen Steuerzahlern gestützt wird, ob man nun selbst kauft, oder ob die Steuerschuld von Unternehmen durch derartige Käufe gemindert wird.

    • Guido3
    • 02.08.2010 um 9:06 Uhr

    Zu den Preisen:
    1. Ich weiß nicht, wo die 15.999 USD herkommen. Auf der US-Website von VW steht "Starting at 17.735 USD"
    2. In den meisten US-Bundesstaaten gibt es keine oder nur eine sehr geringe MwSt. Preisangaben in den USA sind deshalb immer ohne MwSt.
    3. Falls das Fahrzeug in den USA produziert und nach Europa eingeführt wird, dann sind noch 10% Zoll fällig.
    4. Gerade bei der Sicherheitsausstattung könnte es Unterschiede geben.

    Berücksichtigt man all diese Punkte, dann ist der Jetta in Deutschland immer noch teurer, aber keine 63% sondern 10-20%.

    Dass der Rucksack-Golf nun aus dem Schatten tritt und eine Erfolg wird, das wird seit 20 Jahren bei jedem neuen Rucksack-Golf verkündet. Zwischenzeitlich hieß das Auto dann auch mal Vento und Bora um das biedere Jetta-Image loszuwerden. Funktioniert hat das bisher nie so recht.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Kommentare 7
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte VW | Honda | Toyota | USA | Golf | Japan | Nordamerika
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service