Airbag Mehr Sicherheit mit warmer Luft

Vor 30 Jahren waren Airbags so umstritten wie manche Sicherheitstechnik, die heute entwickelt wird. Doch dank des Luftsacks ist die Zahl der Verkehrstoten stark gesunken.

Bei einem Crashtest öffnet sich ein Airbag

Bei einem Crashtest öffnet sich ein Airbag

Fast 4000 Menschen starben in Deutschland im vergangenen Jahr im Straßenverkehr – ein neuer Tiefstand. Zum Vergleich: 1970, zum Höchststand der Statistik, zählte man beinahe 20.000 Verkehrstote. Einen bedeutenden Anteil an dieser Entwicklung hatte auch ein Textilsack, gefüllt mit etwas warmer Luft: Der Airbag rettet heute im Durchschnitt alle sieben Sekunden ein Menschenleben.

Als Mercedes-Benz vor 30 Jahren in seiner Oberklasse, der S-Klasse, erstmals Fahrerairbags als Option anbot, war die Idee eines lebensrettenden Luftsacks schon einige Jahre alt. Bereits in den sechziger Jahren hatten Ingenieure wegen der stark gestiegenen Unfallzahlen im Straßenverkehr begonnen, vermehrt über die Sicherheit in Kraftfahrzeugen nachzudenken. Als effektivste Methode – das ergaben vorangegangene Überlegungen und zahlreiche Tests – kristallisierte sich heraus, bei einem Autounfall den nach vorn geschleuderten menschlichen Körper mittels eines gasgefüllten Prallsacks abzufangen.

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Die Industrie ging daran, die Idee zu realisieren und bediente sich dafür pressluftbetriebener Systeme. 1974 glaubte sich General Motors bereits am Ziel. Der US-Autohersteller stattete einige Modelle mit Airbags aus, die GM "Air Cushion Restraint System" (ACRS) nannte. Doch das System war nicht ausgereift, immer wieder kam es zu Fehlauslösungen. Als sich dann auch noch ein tödlicher Unfall als Folge solch einer spontanen Airbag-Aktivierung ereignete, wurde das System schnell wieder vom Markt genommen.

Auch in Deutschland hatte die Branche begonnen, sich dem Problem zu widmen, einen praxistauglichen Airbag zu entwickeln. Bei Mercedes-Benz arbeitete man schon seit 1967 an dem Prallsack. Die Schwaben konnten dabei auf umfangreiche Vorarbeiten und Erfolge zurückblicken – vom Erfinder des Begriffs der passiven Sicherheit, Béla Barényi, selbst stammten viele der zukunftsweisenden Erfindungen der damaligen Mercedes-Benz-Baureihen.

Nach anfänglichen Versuchen mit Druckluft entschied man sich für pyrotechnische Stoffe, die im Fall eines Unfalls einen textilen Beutel in wenigen Millisekunden blitzschnell aufblasen. Bereits 1971 meldete Mercedes-Benz den Airbag zum Patent an, doch es sollte noch weitere neun Jahre dauern, bis das System Marktreife hatte. Die Stuttgarter wollten nicht eine ähnliche Schlappe riskieren wie die Kollegen in Detroit.

Nach vielen Aufpralltests, Detailverbesserungen und einem Langzeitversuch waren die Ingenieure zufrieden: Das System arbeitete zuverlässig und löste sich nicht während der Fahrt plötzlich aus. 1980 war es soweit: Mercedes-Benz präsentierte die S-Klasse mit Fahrerairbag und Gurtstraffern als Option. 1525,50 Mark kostete die Sonderausstattung, die ab Sommer 1981 erhältlich war.

Leser-Kommentare
  1. Kann diese Zahl stimmen bzw. woher stammt diese (Quellenangabe)? Das wären ja ca. 4,5Mio Verkehrstote weltweit, wenn es den Airbag nicht geben würde.
    Kann mir das kaum vorstellen, da es lt. wiki (http://de.wikipedia.org/w...) jährlich ca. 1,2Mio Verkehrstote gibt, aber weltweit max. 10% aller Verkehrsteilnehmer mit Wagen, die mit Airbags ausgestattet sind, unterwegs sind.

  2. Der Autor dieses Artikels jedenfalls nicht, sonst wäre uns diese Formulierung "Der Hersteller erbarmte sich dem ungeschützten Beifahrer ...".

    Erbarmen, liebe Zeit-Redaktion.

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    Redaktion

    Lieber Herr Zeiss,

    besten Dank für Ihren Hinweis. Wir haben selbstverständlich Erbarmen und haben die Formulierung deshalb korrigiert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Breitinger

    Redaktion

    Lieber Herr Zeiss,

    besten Dank für Ihren Hinweis. Wir haben selbstverständlich Erbarmen und haben die Formulierung deshalb korrigiert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Breitinger

  3. Redaktion

    Lieber Herr Zeiss,

    besten Dank für Ihren Hinweis. Wir haben selbstverständlich Erbarmen und haben die Formulierung deshalb korrigiert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Breitinger

  4. Mal entspannt lachen zum Feierabend - passend zum Thema. ;)
    http://www.youtube.com/wa...

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