Airbag Mehr Sicherheit mit warmer LuftSeite 2/2
Daimler-Benz hatte eine Duftmarke gesetzt. Andere Hersteller reagierten darauf allerdings zögerlich. Vor allem blieb der Luftsack erst einmal nur Oberklasse-Fahrzeugen vorbehalten. Als nächstes machte Porsche einen großen Schritt: Der Hersteller erbarmte sich des ungeschützten Beifahrers und verpasste der Konsole vor dem Beifahrersitz einen weiteren Airbag. Die US-Version des 1987er Porsche 944 Turbo hatte serienmäßig Fahrer- und Beifahrerairbags. Für die anderen 944-Modelle gab es Airbags als Sonderausstattung. Alle Beifahrerairbags dieser Periode verdrängten das Handschuhfach aus der Konsole.
Die zögerliche Aufnahme der neuen Technik ist teilweise verständlich, war doch die Industrie selbst nicht gänzlich von der neuen Technik überzeugt. Chrysler-Chef Lee Iacocca äußerte sich 1984 öffentlich, er halte den Airbag für gefährlicher als das Problem, das er lösen soll. Tatsächlich kann der Airbag seine lebensrettende Wirkung nur entfalten, wenn die Person aufrecht sitzend angeschnallt ist. In anderen Fällen kann der Airbag die Person nicht abfangen und ihr vielleicht sogar schaden. Der wankelmütige Iacocca änderte aber bereits 1988 seine Meinung und ließ Fahrerairbags serienmäßig in alle Chrysler einbauen; Ford folgte ein Jahr später. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Airbag auch in Japan etabliert.
Mitte der neunziger Jahre nahm die Entwicklung Fahrt auf: An immer mehr Stellen im Innenraum sollten Luftpolster im Notfall ihre schützende Wirkung entfalten. Volvo macht 1995 den Anfang und baute Seitenairbags in die Sitze ein. Auch zusätzliche Kopfairbags wurden üblich: BMW spendierte einen ab 1997 den Käufern eines 5ers. Ab 1998 gab es Kopfairbags für die Fondpassagiere im Volvo S80. Renault wiederum baut seit 2002 Sitzpolster-Airbags in seinen Megane, die das Durchrutschen unter dem Beckengurt verhindern sollen.
Der Airbag ist von der Sonderausstattung längst zum Standard geworden. Dabei hat sich allerdings die Technik im Airbag inzwischen wieder gewandelt. Ironie der Geschichte: Ausrechnet die Pressluft, gegen die man sich in den siebziger Jahren bei Mercedes-Benz entschieden hatte, faltet heutzutage wieder viele Airbags auf. Die Pyrotechnik dient nur noch dazu, den Verschluss einer Druckluftkapsel zu öffnen.
- Datum 30.08.2010 - 16:13 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Kann diese Zahl stimmen bzw. woher stammt diese (Quellenangabe)? Das wären ja ca. 4,5Mio Verkehrstote weltweit, wenn es den Airbag nicht geben würde.
Kann mir das kaum vorstellen, da es lt. wiki (http://de.wikipedia.org/w...) jährlich ca. 1,2Mio Verkehrstote gibt, aber weltweit max. 10% aller Verkehrsteilnehmer mit Wagen, die mit Airbags ausgestattet sind, unterwegs sind.
Der Autor dieses Artikels jedenfalls nicht, sonst wäre uns diese Formulierung "Der Hersteller erbarmte sich dem ungeschützten Beifahrer ...".
Erbarmen, liebe Zeit-Redaktion.
Lieber Herr Zeiss,
besten Dank für Ihren Hinweis. Wir haben selbstverständlich Erbarmen und haben die Formulierung deshalb korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Breitinger
Lieber Herr Zeiss,
besten Dank für Ihren Hinweis. Wir haben selbstverständlich Erbarmen und haben die Formulierung deshalb korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Breitinger
Lieber Herr Zeiss,
besten Dank für Ihren Hinweis. Wir haben selbstverständlich Erbarmen und haben die Formulierung deshalb korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Breitinger
Mal entspannt lachen zum Feierabend - passend zum Thema. ;)
http://www.youtube.com/wa...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren