Alternativer Antrieb Elektroauto, Marke EigenbauSeite 2/2

Anders sieht es hingegen für Autos aus, die seit 2003 vom Montageband gerollt sind. Hier muss nach der Umrüstung getestet werden, wie sich die neuen Komponenten mit ESP, Wegfahrsperre, Antischlupftechnologie und anderen Elektro-Helfern vertragen. Für das Prüfverfahren zur ECE R100 können durchaus Kosten in der Größenordnung von 8000 Euro in Rechnung gestellt werden, sagt Frank Volk vom TÜV Süd.

Einige Anbieter haben Umrüst-Baukästen für spezielle Modelle zusammengestellt, mit denen sich zum Beispiel ein Smart Fortwo mit Verbrennungsmotor binnen zwei Tagen in einen Stromer verwandeln lässt. Beim Bochumer Elektrospezialisten BEA-Tricks etwa enthält ein Smart-Elektro-Bausatz Motor, Steuerbox, Batterie, Ladeanzeige, Verkabelung, Schrauben und alle anderen erforderlichen Montagematerialien.

Der Bausatz schlägt aber auch mit stattlichen 18.200 Euro zu Buche. Dazu kommen die Umbaukosten in der Werkstatt, für die etwa 3000 Euro veranschlagt werden dürften. Mit dem Elektro-Kit werde auch ein Mustergutachten des TÜV verschickt, sagt Thomas Borowski von BEA-Tricks. Damit könne die Prüfstelle bei der technischen Abnahme auf aufwendige Verfahren verzichten und verlange lediglich eine Gebühr von 350 Euro für den Eintrag in die Fahrzeugpapiere.

Der Umrüst-Anbieter Turn-E in München packt derzeit ebenfalls einen Elektro-Bausatz für den Smart-Zweisitzer. Von September an könne der Komplett-Kit mit einem 25 kW-Motor für etwa 18.000 Euro geordert werden, kündigt Inhaber Christian von Hösslin an. Allerdings ist die TÜV-Abnahme bei den Münchnern derzeit noch mit Fragezeichen versehen. "Das Problem besteht darin, dass die Dinge praktisch von TÜV zu TÜV, von Prüfer zu Prüfer unterschiedlich gehandhabt werden", schildert von Hösslin seine Erfahrungen.

Derzeit arbeite man an einer Zulassungsakte mit allen relevanten Daten für die technische Abnahme, erläutert von Hösslin. Kunden könnten diese Unterlagen anfordern und bei ihrem TÜV vorlegen, damit auch dort auf die kostenintensive Einzelprüfung verzichtet werden kann. "Es ist wie beim Billy-Regal – es kommen immer die gleichen geprüften Komponenten zum Einsatz. Das sollte die Zulassungsverfahren künftig wesentlich vereinfachen", hofft von Hösslin. Vier Umrüstsätze pro Monat will Turn-E in diesem Jahr noch verkaufen, in Zukunft sollen es mehr werden.

Aktuell gehören zu den Kaufinteressenten vor allem Universitäten und Firmen, die selbst Ladetechnik entwickeln und diese am Smart testen wollen. Aber auch Privatleute – Ärzte, Anwälte und andere Besserverdiener – liebäugeln laut von Hösslin mit dem Elektroantrieb, wohl nicht zuletzt, um sich als Trendsetter mit Öko-Neigung in Szene zu setzen. Auch wenn die E-Cars noch lange nicht so umweltverträglich sind, wie ihre Zero-Emissions-Labels glauben machen wollen. Die Münchner spüren jedenfalls ausreichend Interesse und wollen deshalb dem Smart-Kit demnächst einen Umrüst-Bausatz für die Mercedes A-Klasse folgen lassen.

 
Leser-Kommentare
  1. Das Auto, so wie es ist, öfters in der Garage lassen und für die Fahrt in die Stadt ein Fahrrad oder auch Elektrofahrrad benutzen. Ich hatte schon vor längerer Zeit gelesen, dass die allermeisten Autos, die die Städte verstopfen, weniger als 10 km fahren.

  2. ... und sei gegen die physikalischen Gesetze!
    P ( Antrieb ) = F ( Luftwiderstand = Querschnitt * cw-Wert ) * v F ( Rollwiderstand = Reifen * Gewicht ) * v F ( Steigung = Steigung * Gewicht ) * v F ( Beschleunigung = Beschleunigung * Gewicht ) * v .....

    Querschnitt: 2 Personen nebeneinander und fast senkrecht sitzend = gaaanz schlecht;
    2 Personen hintereinander fast liegend = gaaaaanz prima!

    Breite Reifen: Sehen zwar gut aus, sind aber = gaaanz schlecht; schmale, hart aufgepumpte Reifen sehen besch-eiden aus, sind aber = gaaaaanz prima!

    Gewicht, Gewicht, Gewicht: Schnickschnack, Stahlkarosserie, 400 kg Akkupack = gaaanz schlecht; spartanisch, CFK, 15 Liter Diesel = gaaaaanz prima!

    Noch'ne Einschränkung: Mit einer CFK-Bauweise werden wir uns drastisch von den bisher bekannten automobilen Moden trennen müssen ....

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    "Querschnitt: 2 Personen nebeneinander und fast senkrecht sitzend = gaaanz schlecht;
    2 Personen hintereinander fast liegend = gaaaaanz prima!"

    Und wie realistisch ist die Umsetzung? Selbst als noch relativ junger Mensch hätte ich keine Lust auf die tägliche Akrobatikkür beim Ein- und Aussteigen aus dem Gefährt. Und ältere Menschen können das mitunter nicht mehr, Körperbehinderte, die in normalen PKW-Umbauten gut zurecht kommen, wären auch aufgeschmissen.

    Es hat schon seinen Grund, warum Autos so aussehen, wie sie eben aussehen. Der Seitwärtseinstig muss bleiben, ansonsten bleibt jedes mobile Gefährt bloß Spielerei.

    "Querschnitt: 2 Personen nebeneinander und fast senkrecht sitzend = gaaanz schlecht;
    2 Personen hintereinander fast liegend = gaaaaanz prima!"

    Und wie realistisch ist die Umsetzung? Selbst als noch relativ junger Mensch hätte ich keine Lust auf die tägliche Akrobatikkür beim Ein- und Aussteigen aus dem Gefährt. Und ältere Menschen können das mitunter nicht mehr, Körperbehinderte, die in normalen PKW-Umbauten gut zurecht kommen, wären auch aufgeschmissen.

    Es hat schon seinen Grund, warum Autos so aussehen, wie sie eben aussehen. Der Seitwärtseinstig muss bleiben, ansonsten bleibt jedes mobile Gefährt bloß Spielerei.

  3. "Querschnitt: 2 Personen nebeneinander und fast senkrecht sitzend = gaaanz schlecht;
    2 Personen hintereinander fast liegend = gaaaaanz prima!"

    Und wie realistisch ist die Umsetzung? Selbst als noch relativ junger Mensch hätte ich keine Lust auf die tägliche Akrobatikkür beim Ein- und Aussteigen aus dem Gefährt. Und ältere Menschen können das mitunter nicht mehr, Körperbehinderte, die in normalen PKW-Umbauten gut zurecht kommen, wären auch aufgeschmissen.

    Es hat schon seinen Grund, warum Autos so aussehen, wie sie eben aussehen. Der Seitwärtseinstig muss bleiben, ansonsten bleibt jedes mobile Gefährt bloß Spielerei.

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