AutoverkaufWie werd ich den Gebrauchten los?

Soll das Auto ausgemustert werden, muss man damit nicht zum Händler. Der Privatverkauf bringt Geld und ist nicht schwer – wenn man ein paar Tipps beherzigt. von 

Der neue Wagen ist bestellt oder ein neuer Gebrauchtwagen angeschafft. Jetzt muss nur noch der alte Wagen weg. Die grundlegende Frage dabei: Wie bekommt man am meisten Geld dafür? 

Im seltensten Fall ist es klug, sich an einen der Händler zu wenden, die vor allem bei älteren Fahrzeugen häufig ihre kleinen Kärtchen hinter die Scheibenwischer klemmen – selbst wenn darauf Versprechungen à la "Zahle Höchstpreise in bar" zu lesen sind.

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"Man kann nicht generell sagen, dass diese fliegenden Händler unseriös sind", sagt Silvia Schattenkirchner, Juristin beim ADAC in München. "Aber sie drücken extrem den Preis. Interessant sind solche Händler nur, wenn man sein Auto unbedingt schnell loswerden möchte." Grundsätzlich sollte man – bevor man seinen Wagen zum Verkauf anbietet – den realistischen Wert ermitteln. Das gilt insbesondere für den, der sich an solche Händler wendet. Denn diese versuchen oft, den Preis zu drücken, indem sie bei der Besichtigung angebliche Mängel entdecken.

Realistischen Wert ermitteln

Um herauszufinden, wie viel der Wagen noch wert ist, kann man zunächst Angebote für das entsprechende Modell in Automobilbörsen im Internet und in der Tageszeitung zu Rate ziehen. Norbert Hartmann vom Auto Club Europa (ACE) empfiehlt auch einen Blick in die DAT-Liste , die von der Deutschen Automobil Treuhand erstellt wird. Hilfreich ist auch die bekannte Schwacke-Liste . Darüber hinaus kann man den Wert auch von neutraler Stelle feststellen lassen. Das bieten TÜV und Dekra an, aber auch die Prüfzentren des ADAC. Nach dem Check bekommen Sie ein Zertifikat, das beim Autoverkauf weiterhilft.

Werden Mängel festgestellt, sollten sie behoben werden, rät Hartmann. Auch die eventuell bald fällige Hauptuntersuchung sollte man machen lassen, ehe man den Wagen anbietet, denn das bringt Geld. Dass der Verkäufer zuvor den Öl- und Wasserstand prüft, die Beleuchtung testet und den Luftdruck in den Reifen kontrolliert, sollte selbstverständlich sein.

Auch die Optik kann den Verkaufswert steigern, was mancher Privatverkäufer unterschätzt. Sieht das Auto gepflegt aus und ist der Lack poliert, schließen viele daraus, dass sich der Besitzer auch sonst gut um seinen Wagen gekümmert hat. Deshalb: Reinigen Sie den Wagen gründlich innen und außen, damit der Käufer nicht schon beim ersten Blick dankend ablehnt, sagt Hartmann. Eventuell sollte man auch eine Motorwäsche durchführen lassen.

Leserkommentare
  1. Naja ich weiss nicht. Würde mir als Käufer ein Gebrauchtwagen angeboten werden der eine Motorwäsche hinter sich hat würden bei mir sämtliche Alarmglocken läuten.
    Wichtiger wären die Hinweise darauf gewesen, dass alle Serviceleistungen geprüft und ggfs nachgeholt werden (die komischen Zettelchen im Motorraum). Auch das Scheckheft muss zur Hand sein, selbst wenn Eintragungen fehlen.
    Ansonsten ist ein solcher Gebrauchter nur unter grossen Preisabschlägen zu verkaufen.
    So gesehen haben Sie einen falschen Tipp und zwei fehlende Tipps in ihrer Liste die im realen Verkäuferleben bares Geld kosten würden.

  2. Das Scheckheft habt ihr aufgeführt. Sorry dafür.
    Trotzdem der Hinweis auf Serviceleistungen(Klimaanlage, Zahnriemen, etc.) fehlt, das sollte der Verkäufer auf jeden Fall prüfen.

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