Luxus-Limousinen der 100.000-Euro-Klasse gelten gemeinhin nicht als ökologisch wertvoll. So ist in der gerade aufgefrischten Modellpalette von Jaguar nicht ein Wagen mit einer CO2-Emission von unter 179

Gramm je Kilometer zu finden. Jaguars neue Oberklassen-Limousine XJ pustet als V8-Benzinversion offiziell 264 Gramm CO2 pro Kilometer durch die beiden Auspuff-Endrohre. Nicht unbedingt zukunftsweisend angesichts gesetzlich verordneter Grenzwerte, die künftig deutlich tiefer liegen werden.

Höchste Zeit also, dass sich die Briten etwas einfallen lassen. Die Ingenieure tüfteln an eher konventionellen Motoroptimierungen ebenso wie an Hybridkonzepten oder Rekuperationssystemen mit Schwungrad. Ein weiteres Stück Forschung wurde in das Alu-Kleid des XJ verpackt: Limo-Green Hybride heißt das gemeinsame Forschungskonzept von Jaguar, Lotus, MIRA und Caparo. Innen unterscheidet sich der Limo-Green kaum vom Serien-XJ: Komfortmerkmale wie das elektrische Öffnen der Kofferraumklappe oder die Innenbeleuchtung, die über Bewegungssensoren gesteuert wird, sind auch im Versuchsträger zu finden.

Nur der Drehzahlmesser im Armaturenbrett ist provisorisch zu einer Art Anzeige für das elektrische Antriebssystem umprogrammiert. Elektroautos brauchen keine Übersetzungsgetriebe, weil der Motor auch so kontinuierlich hochzieht. Das Drehmoment liegt bei einem Elektromotor vom Start weg an und muss nicht erst mit steigender Drehzahl aufgebaut werden – darum reagiert der Elektro-Jaguar sofort und mit souveräner Beschleunigung und liefert ein Fahrgefühl, an das selbst moderne Getriebe mit Acht-Stufen-Automatik nicht völlig heran kommen.

Im Grunde reichen im Elektroauto also drei Einstellungen: Vorwärts, Rückwärts, Parken. Jaguar allerdings hat der Limo-Green eine zweistufige Übersetzung eingebaut, damit sich die für Elektroautos ungewöhnlich hohe Endgeschwindigkeit von 180 km/h effektiver erreichen lässt. Später sollen in die Serienmodelle möglicherweise sogar dreistufige Übersetzungen eingebaut werden.

Auch in anderen Komponenten erweist sich der Limo-Green Hybride als weiter entwickelt als vergleichbare Fahrzeuge anderer Automobilhersteller. Dabei ist der Forschungs-Jaguar genau genommen kein Hybrid-Auto, sondern verlängert seine rein elektrische Reichweite per Extender. Ähnlich funktionieren zum Beispiel auch der Opel Ampera oder der eng mit ihm verwandte Chevrolet Ampere, die im kommenden Jahr als Serienmodell auf die Märkte in Europa und den USA kommen sollen.

Das Prinzip ist einfach: Angetrieben werden diese Fahrzeuge immer über einen Elektromotor. Dieser bringt es im Falle des Jaguar auf eine Leistung von 145 kW (195 PS) und ein stattliches Drehmoment von 400 Nm. Fällt der Ladestand des Akkus unter eine bestimmte Grenze, springt der Extender-Motor an und lädt als Generator entweder den Akku oder steuert Strom direkt für den Betrieb des Elektromotors bei.