Autoklassiker Die automobil gewordene Britishness
Knuffig, originell, "very british" – und mit mehr als fünf Millionen Exemplaren das meistverkaufte Auto der Insel: Vor zehn Jahren lief der letzte Original-Mini vom Band.
Mary Quant, die Erfinderin des Minis in der Welt der Röcke, hatte einen Mini aus der Welt der Autos. Ihr Lieblingsmodel Twiggy auch. Schauspieler Peter Sellers schenkte seiner Frau Britt Ekland einen. Die Beatles hatten welche. Rennfahrer und Autofirmen-Gründer Enzo Ferrari hatte drei. Glamrocker Marc Bolan von T. Rex starb in einem.
Womit der Mini gut in seiner Epoche verortet wäre: den Swinging Sixties , der großen Zeit der Britishness in Popmusik und -kultur. Britischer geht es auch kaum: verschrobener Erfindergeist, Automobil gewordenes Understatement, liebenswerte Exzentrik, Stil.
Der Erfinder des Kleinwagens war ein Querdenker. Buchstäblich: Ingenieur Alec Issigonis baute den Motor quer zur Fahrtrichtung ein und flanschte das Getriebe für den Frontantrieb darunter an – deshalb konnte der Mini so klein sein. Und er musste so klein sein, um sparsam zu sein. Seit der Suez-Krise von 1956 war Benzin teuer, zeitweise gar rationiert. Autos wie die BMW Isetta und der Kabinenroller von Messerschmitt boomten, Limousinen blieben in den Läden stehen.
Leonard Lord, Chef der British Motor Corporation, legte per Federstrich fest: Zehn mal vier mal vier Fuß, also rund drei mal 1,2 mal 1,2 Meter durfte das neue Auto groß sein, musste aber vier Personen und Gepäck Platz bieten. Lord gab Issigonis, der schon den Morris Minor entworfen hatte, zudem vor, aus Kostengründen einen existierenden Motor zu verwenden.
- British Motor Corporation
Die British Motor Corporation entstand 1952 aus der Fusion von Austin mit den Firmen von William Richard Morris. BMC war bei der Gründung der mit einem Marktanteil von 39 Prozent größte britische Fahrzeughersteller. Zu den Marken gehörten Austin, Morris, MG, Austin-Healy, Vanden Plas, Riley und Wolseley. Sitz war Longbridge bei Birmingham. Aus Fusionen unter anderem mit Jaguar, Rover und der Leyland Motor Corporation wuchs ein Konzern, der 1975 bankrott war, verstaatlicht wurde und 1985 endgültig zerbrach. Die Markenrechte sind weltweit zersplittert – die am Mini gehören BMW.
Im Prototyp, der im Oktober 1957 fertig war, tuckerte derselbe Motor wie schon 1951 im Austin A 30. Er hatte einen Hubraum von 948 Kubikzentimetern, was den Wagen auf bis zu 145 km/h beschleunigen konnte – zu schnell für den angepeilten Kleinwagenmarkt, fanden die Hersteller. Die ersten Serienfahrzeuge, die im August 1959 auf den Markt kamen, hatten 848 Kubik, Spitzengeschwindigkeit 116 km/h.
Die Stoßdämpfung, entwickelt von Issigonis’ Freund Alex Moulton, war noch so eine exzentrische Angelegenheit. Statt Metallfedern dämpften Gummikegel die Fahrt – mehr oder weniger. Zusammen mit den kleinen Rädern ganz an den Ecken des Fahrzeugs war die Konstruktion für das typische Fahrgefühl verantwortlich. Die einen nannten es rumpelig, andere lobten seine Gokart-artige Direktheit. Die 1964 eingeführte hydroelastische Dämpfung, ebenfalls von Moulton, war weicher, aber auch schwerer und teurer. 1971 kamen die Gummikegel zurück – und blieben.
Die Kartentaschen auf der Innenseite der Türen bekamen angeblich genau die richtige Größe, um eine Flasche Gordon's Gin aufzunehmen. Bei der Gesamtlänge hielt Issigonis Lords Vorgabe ein – knapp: Ein Viertelzoll länger als die verlangten zehn Fuß war der Mini, wie er ab 1961 hieß; zunächst wurde er als Austin Seven und Morris Mini-Minor vermarktet. Nach einem langsamen Start stiegen die Produktionszahlen, als Stars der Zeit sich PR-wirksam oft maßgeschneiderte Minis kauften.
- Datum 04.10.2010 - 11:47 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







...hat den Mini sogar als Nachbau aufgelegt, mit nur 45 PS, aber selbst den konnte man in unter 10 Sek von 0-100 km/h beschleunigen! Leer wog der Wagen grade mal 660kg und bot trotzdem einem fast 2m großen Fahrer halbwegs Platz.
In diese, und NUR in diese Richtung sollte die Entwicklung der Automobilität gehen - leichter, sparsamer, kurz: effizienter.
Der neue MINI macht genau das Gegenteil - man nehme das Flair eines Kultautos, baue ein Auto, dem man zumindest entfernt eine Ähnlichkeit zum Original ansieht, und verkloppt die Dinger dann an oberfächliche Juppiegören, für die das Äußere eben alles ist. Einfach nur traurig!
In welchem Auto würden Sie lieber sitzen bei einem Aufprall mit 50km/h auf einen Baum.
Dem Gewichtsoptimierten 660kg Mini oder dem Nachbau? Sicherheit erzeugt leider Gewicht. Wobei da natürlich mit besseren Materialien noch Spielraum nach unten ist.
In welchem Auto würden Sie lieber sitzen bei einem Aufprall mit 50km/h auf einen Baum.
Dem Gewichtsoptimierten 660kg Mini oder dem Nachbau? Sicherheit erzeugt leider Gewicht. Wobei da natürlich mit besseren Materialien noch Spielraum nach unten ist.
... nicht wenigstens in der Überschrift korrektes Deutsch schreiben?
In welchem Auto würden Sie lieber sitzen bei einem Aufprall mit 50km/h auf einen Baum.
Dem Gewichtsoptimierten 660kg Mini oder dem Nachbau? Sicherheit erzeugt leider Gewicht. Wobei da natürlich mit besseren Materialien noch Spielraum nach unten ist.
...lieber im echten Mini. Dann hat sich das Leben gelohnt.
...lieber im echten Mini. Dann hat sich das Leben gelohnt.
...lieber im echten Mini. Dann hat sich das Leben gelohnt.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren