Fahrsicherheit Gefährlicher Klangteppich an Bord

Fast jeder hört beim Autofahren Musik oder Radio. Was abends auf der Autobahn anregt, kann anderswo aber zur Gefahr werden – ein Risiko vor allem für Fahranfänger.

Demjenigen, der abends auf der Autobahn fährt, kann Musik helfen, die Monotonie zu durchbrechen

Demjenigen, der abends auf der Autobahn fährt, kann Musik helfen, die Monotonie zu durchbrechen

Autofahren und Musikhören – das gehört für viele zusammen. Besonders beliebt ist es bei Fahranfängern: Neun von zehn geben an, im Auto Musik zu hören. Aber wie gefährlich ist die musikalische Begleitung? Wird der Fahrer nicht vom Verkehr abgelenkt? Nach Einschätzung des Deutschen Verkehrssicherheitsrat s (DVR), ist Musikhören beim Autofahren nicht grundsätzlich zu verteufeln. "Wer etwas Ruhiges hört, wird selbst ruhiger und kann im Einzelfall sogar besser fahren", sagt DVR-Expertin Carla Bormann.

Gestützt wird diese Ansicht von wissenschaftlichen Studien: Mediziner der Johannes Gutenberg-Universität Mainz kamen zum Ergebnis, dass ruhige Musik das Fahrvermögen in stressigen Situationen zumindest nicht beeinträchtigt. Dazu fuhr eine Gruppe von Probanden im Fahrsimulator eine Stunde lang mit Entspannungsmusik, eine andere Gruppe wurde nicht mit Musik beschallt. Das Ergebnis: Reaktionsgeschwindigkeiten, Herzfrequenzen und auch die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Speichel unterschieden sich nicht.

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Ähnliche Erfahrungen hat auch Günther Rötter, Musikpsychologe an der Technischen Universität Dortmund, gemacht. "Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Reaktion in einer ruhigen Verkehrslage mit Musik sogar verbessert", sagt Rötter. "Bei einer Vollbremsung aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h verkürzt sich der Bremsweg um gut zwei Meter." Doch das gilt eben nur bei ruhigen Verkehrssituationen, betont der Wissenschaftler. In komplexen Situationen, vor allem im Stadtverkehr, kann Musik die Unfallgefahr erhöhen.

"Grundsätzlich ist eine mittlere Erregung – also ein mittlerer Puls – optimal für die Leistung", sagt Rötter. "Nur: Stadtverkehr versetzt den Fahrer oft schon so in einen mittleren Erregungszustand." Musik wäre dann ein zusätzlicher Impuls zu viel. Die Folge: längere Reaktionszeiten, längere Bremswege. Bei einer monotonen Fahrt auf der Autobahn fehlen dagegen Reize, sodass eine angemessen ausgewählte Musik den körperlichen Erregungszustand auf das richtige Niveau heben kann, so der Forscher.

Allerdings kommt es dabei auf die Lautstärke an, nicht nur, weil die Musik Warngeräusche wie etwa ein herannahendes Martinshorn übertönen könnte. Übertreibt es der Fahrer, schlägt die positive Wirkung schnell um. Mit der Lautstärke steigt die Frequenz der Herzschläge, der Körper schüttet vermehrt Stresshormone aus. Techno-Beats und fette Bässe befördern den Fahrer fast in einen Rauschzustand, die Konzentration sinkt rapide und das Unfallrisiko steigt. "Entscheidend ist, dass man die Verkehrssituation immer im Griff hat, das Hauptaugenmerk muss auf dem Fahren liegen", sagt DVR-Vertreterin Bormann.

Leser-Kommentare
  1. Und nun? Muß jetzt das Radiohören während der Autofahrt verboten werden. Ist Verkehrfunk im Stau noch erlaubt (weil man sich ja da oft besonders aufregt...)? Darf ich mit meinem Beifahrer plaudern? Müssen meine Kinder jetzt während der Fahrt einen Knebel tragen?
    Oder darf der einzelne Mensch vielleicht auch irgendetwas noch mit seinem (mehr oder minder) gesunden Menschenverstand entscheiden?

    Wer braucht solche Studien?

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    ... eine schwierige Arbeit ist, auch wenn viele glauben, dass sie das Kraft angeborener Fertigkeiten a-la-mäng machen könnten. Es gehört dazu etwas Können und gaaaanz viel Übung, wobei Übung im Stadtverkehr nur ganz bedingt die Fähigkeit zum Fahren auf der Autobahn befördert und umgekehrt. Und im Gegensatz zu landläufigen Meinung sind nicht mal Frauen zum Multitasking fähig und zu allem Unglück hat unser Bewusstsein nur einen Zugang von 16 Bit Bandbreite, da sind die Urwaldtrommeln bald noch schneller. Man kann deshalb Auto fahren, weil Routineoperationen eben ohne Bewusstsein ablaufen ( können ) und man das Bewusstsein nur braucht, um Nicht-Routinevorfälle früh genug zu erkennen und rechtzeitig Routineabwehrmaßnahmen einzuleiten, sonst knallt's eben wieder mal. Glücklicherweise besteht das Auto fahren zu 95% aus Langeweile ( = Routine, wie das normale Leben auch ), da kann man sich schon mal ablenken lassen, da man aber nie weiß, wann aus der Routine der Ernstfall wird, sollte man sich eben nicht dauernd ablenken lassen, was auch immer die Ablenkung sei.

    ... eine schwierige Arbeit ist, auch wenn viele glauben, dass sie das Kraft angeborener Fertigkeiten a-la-mäng machen könnten. Es gehört dazu etwas Können und gaaaanz viel Übung, wobei Übung im Stadtverkehr nur ganz bedingt die Fähigkeit zum Fahren auf der Autobahn befördert und umgekehrt. Und im Gegensatz zu landläufigen Meinung sind nicht mal Frauen zum Multitasking fähig und zu allem Unglück hat unser Bewusstsein nur einen Zugang von 16 Bit Bandbreite, da sind die Urwaldtrommeln bald noch schneller. Man kann deshalb Auto fahren, weil Routineoperationen eben ohne Bewusstsein ablaufen ( können ) und man das Bewusstsein nur braucht, um Nicht-Routinevorfälle früh genug zu erkennen und rechtzeitig Routineabwehrmaßnahmen einzuleiten, sonst knallt's eben wieder mal. Glücklicherweise besteht das Auto fahren zu 95% aus Langeweile ( = Routine, wie das normale Leben auch ), da kann man sich schon mal ablenken lassen, da man aber nie weiß, wann aus der Routine der Ernstfall wird, sollte man sich eben nicht dauernd ablenken lassen, was auch immer die Ablenkung sei.

  2. ... eine schwierige Arbeit ist, auch wenn viele glauben, dass sie das Kraft angeborener Fertigkeiten a-la-mäng machen könnten. Es gehört dazu etwas Können und gaaaanz viel Übung, wobei Übung im Stadtverkehr nur ganz bedingt die Fähigkeit zum Fahren auf der Autobahn befördert und umgekehrt. Und im Gegensatz zu landläufigen Meinung sind nicht mal Frauen zum Multitasking fähig und zu allem Unglück hat unser Bewusstsein nur einen Zugang von 16 Bit Bandbreite, da sind die Urwaldtrommeln bald noch schneller. Man kann deshalb Auto fahren, weil Routineoperationen eben ohne Bewusstsein ablaufen ( können ) und man das Bewusstsein nur braucht, um Nicht-Routinevorfälle früh genug zu erkennen und rechtzeitig Routineabwehrmaßnahmen einzuleiten, sonst knallt's eben wieder mal. Glücklicherweise besteht das Auto fahren zu 95% aus Langeweile ( = Routine, wie das normale Leben auch ), da kann man sich schon mal ablenken lassen, da man aber nie weiß, wann aus der Routine der Ernstfall wird, sollte man sich eben nicht dauernd ablenken lassen, was auch immer die Ablenkung sei.

  3. Also für mich gehört Musik auch zum Autofahren! ich fühle mich davon zumindest subjektiv auch nicht abgelenkt, hier fallen Vielmehr Handyanrufe, SMS, Kinder oder die Programmierung des Navigationsgerätes ins Gewicht! Notfalls trage ich einfach meinen Skihelm, die gibts ja jetzt auch mit eingebautem Soundsystem - siehe http://www.skihelm-berate... :)

  4. ...wer aber mit einem Durchschnittspegel von 100dB und mehr im Kfz beschallt wird, der wird nicht nur sein Gehör ruinieren, sondern auch erheblich vom Verkehrsgeschehen abgelenkt!
    Es geht hier sicher nicht um ein Verbot des Musikhörens im Auto, sndern darum, dass man endlich einmal den Wahnwitz stoppt, sein Auto zur rollenden Diskothek umzufunktionieren!

    Wer mit solchen Lautstärken hört, der überhört sämtliche Warnsignale und wird bereits emotional vom Verkehrsgeschehen abgelenkt - vor allem deshalb, da hier oft Musikmaterial gehört wird, das leicht aggressiv machen kann!
    Dass diese Verkehrsteilnehmer auch andere sehr oft weit über Gebühr belästigen, bis tief in die Nacht hinein, werden viele bestätigen können, die im Stadtbereich wohnen!

    Seltsamerweise hat man für die bereits angesprochenen Diskotheken, auch für andere PA-Veranstaltungen Obergrenzen für den erlaubten Schalldruck festgeschrieben. Nur im Straßenverkehr schaut man dem einfach zu!
    Hier sollte und muss der Gesetzgeber endlich einschreiten, denn die Gefährdung anderer ist durch ein derartiges Verhalten nicht von der Hand zu weisen!

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