Um Stickstoffdioxid wahrzunehmen, brauchen viele Menschen kein Messgerät: Der Geruch ist stechend und ähnelt dem von Chlor. Schädlich ist das Gas, dessen Derivate unter dem chemischen Kürzel NOx zusammengefasst werden, auch noch: Stickoxide werden für gesundheitliche Schäden wie Herzkreislauferkrankungen, Allergien, Bronchitis und Krebs verantwortlich gemacht. Zudem versauern NOx Böden und schädigen Pflanzen direkt.

Zwar hat eine bestmögliche Abgasreinigung in der Vergangenheit bereits Erfolge erzielt. "Die bisher eingeführten Euro-Normen haben eine deutlich messbare Verbesserung der Luftqualität gebracht", sagt Udo Lambrecht, Fachbereichsleiter Verkehr und Umwelt am Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU). Seit der Einführung der ersten Katalysatoren Mitte der 1980er Jahre und der sukzessiven Verbreitung immer besserer Reinigungstechniken sinken die Schadstoffwerte. Benzol und Kohlenmonoxid etwa sind kaum noch relevant, wie Messwerte und Modellrechnungen des IFEU zeigen.

Aber: "Eine Ausnahme bilden die Stickoxide, deren Aufkommen wegen der Zunahme des Anteils von Diesel-Fahrzeugen an vielen Orten stagniert", fügt Lambrecht hinzu. Moderne Dieselmotoren dürfen heute drei Mal so viel von dem Gift emittieren wie Benziner. Erst 2014 kommt Abhilfe mit der Abgasnorm Euro 6, die für Selbstzünder ähnlich scharfe Grenzwerte wie für Ottomotoren vorsieht. Doch an Kaufwillige appelliert der Wissenschaftler schon jetzt: "Aus Schadstoffsicht sollten nur Diesel-Pkw gekauft werden, wenn sie bereits die Euro-6-Norm erfüllen."

Ein paar Automodelle genügen dieser Anforderung schon heute, darunter der BMW 330d. Tatsächlich verbreitet der Testwagen nicht mehr den beißenden Stickoxidbrodem. Allerdings ist die neue Abgasreinigung in Form eines Speicherkatalysators im Grundpreis von 41.200 Euro nicht enthalten und versteckt sich in der Optionsliste hinter dem Begriff "Blue Performance" für zusätzliche 1190 Euro. Dafür beweist der Wagen auf der Autobahn, dass einem Diesel in Sachen Leistung und Verbrauch keiner etwas vormacht. Trotz sechs Zylindern in Reihe, drei Litern Hubraum, 245 PS und 520 Newtonmetern Drehmoment verbraucht der BMW 330d bei gelassener Fahrt mit dem Tempomaten nur 5,3 Liter. Begrenzt ausnahmsweise kein Schild die erlaubte Höchstgeschwindigkeit und herrscht wenig Verkehr, schiebt der 330d locker bis zur elektronischen Abriegelung, ohne mehr als acht Liter auf 100 Kilometer aus dem Tank zu nehmen.

Als der BMW 330d im Herbst 2008 mit der Option Blue Performance auf den Markt kam, stand er allein auf weiter Flur. Inzwischen sind nicht nur bei den Münchnern etliche Modelle in vielen Baureihen (5er, 7er, X5) und Massenautos wie der 320d als Euro-6-fähige Version erhältlich. Auch andere Hersteller bieten Diesel mit Systemen zur Stickoxidreduzierung an, die entweder mit Speicherkatalysatoren – wie im BMW 330d – oder mit der Einspritzung einer wässrigen Harnstofflösung, beispielsweise im Volkswagen Passat, arbeiten.