ElektromobilitätTöff-töff adieu

Die Grünen fordern ein Verbot klassischer Motorroller – und schon präsentieren Smart und Mini auf dem Pariser Autosalon schicke Elektro-Scooter. iPhone-Einsatz inklusive. von Stefan Grundhoff

Geht es nach den Grünen, soll Zweitakt-Motoren schon bald das politische Aus drohen. In Italien würde eine solche Forderung wohl parteiübergreifend mit dem Ausschluss aus dem politischen Leben belohnt – schließlich ginge ohne die knatternden Motorroller in Großstädten wie Rom, Mailand oder Turin gar nichts. Zwar kommt in Deutschland den praktischen Zweirädern allenfalls eine untergeordnete Bedeutung zu, doch gerade bei vielen Teenagern sind die Roller bis 50 Kubikzentimeter auch hierzulande beliebt.

Allerdings könnte gerade in Rollern die Zukunft dem Elektromotor gehören – in Europa. In China hat diese Zukunft längst begonnen, dort gehören elektrisch betriebene Roller längst zum Straßenbild. Woran es den knatterfreien China-Rollern indes mangelt, ist der gewisse Hingucker-Charme. Den haben dafür die schmucken E-Scooter-Studien, die Mini und Smart auf dem Pariser Automobilsalon zeigen, zu bieten.

Anzeige

Die BMW-Marke Mini, die sich ohnehin gern ein hippes Szeneimage gibt, stellt an der Seine gleich ein flottes Trio vor: Ego, Eco und Mod. Mit dem 50er-Jahre-Styling sind die drei Modelle auffällig genug, um auf dem Pariser Salon für Aufsehen zu sorgen. "Die drei Roller zeigen mit ihrem Design und ihren Proportionen deutliche Anlehnungen an unsere Mini-Modelle", sagt Mini-Chefdesigner Gert Hildebrand. So fallen Ähnlichkeiten bei Scheinwerfern, dem Ablagesystem Centerrail und dem Motorradspiegel ins Auge.

Angetrieben wird der Mini Scooter E von einem ins Hinterrad integrierten Elektromotor. Mit dabei ist ein fünf Meter langes Ladekabel, mit dem der Lithium-Ionen-Akku an jeder Steckdose mit Energie versorgt werden kann. Stecker und Kabel verbergen sich hinter einer Abdeckung, die der runden Tankklappe eines Mini ähnelt. Öffnet man den Deckel, lässt sich das Ladekabel herausziehen, wie bei einem Staubsauger. Später zieht sich das Kabel einfach per Knopfdruck wieder ins Innere zurück.

Ebenso wie die Mini-Drillinge hat auch der Smart Escooter eine flüsterleisen Elektromotor für 45 km/h Spitzentempo und eine Reichweite von rund 100 Kilometern. Auch der Smart-Roller lässt sich an jeder üblichen Haushaltssteckdose aufladen. Für Sicherheit sollen ABS, Airbag und ein Totwinkelassistent sorgen. Im Gegensatz zu den Mini-Rollern ist der Smart Escooter aber deutlich zurückhaltender gestylt. Allerdings zeigt auch der Escooter Anlehnungen an den Smart Fortwo Electric Drive, nicht zuletzt durch die nachempfundene Tridion-Sicherheitszelle.

Smart-Chefin Annette Winkler sieht den Roller als Beleg dafür, wie ganzheitlich Smart mit dem Thema "urbane Mobilität" umgeht. Zugleich will die zum Daimler-Konzern gehörende Marke mit den Zweirädern auch deutlich jüngere Menschen erreichen, bevor diese den Führerschein fürs Auto besitzen. Ähnliches ist von Mini-Chefdesigner Hildebrand zu hören: "Mit den Scootern wollen wir unsere Kundschaft verjüngen und früh an die Marke Mini heranführen."

Pariser Automobilsalon

Der Pariser Autosalon 2010 läuft noch bis 17. Oktober. Insgesamt mehr als 100 Premieren sind für den "Mondial de l'automobile" angekündigt. Die Hallen sind täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, an den Donnerstagen bis 22 Uhr. Der Eintritt kostet 12 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Studenten und Kinder von 10-18 Jahren. Kinder unter 10 Jahren erhalten freien Eintritt.

Gestartet werden die Elektromodelle von Mini ebenso wie das Pendant von Smart visionär per iPhone: Dazu wird das Smartphone in das Armaturenbrett im Lenker eingelegt, was die Wegfahrsperre und den Diebstahlschutz deaktiviert. So wird das iPhone erst zum Zündschlüssel, dann zur Bedieneinheit mit eingebautem Navigationssystem. Beim Escooter etwa übernimmt die entsprechende App Funktionen wie die des Tachometers oder der Reichweitenanzeige.

Ob beide Projekte aber Realität werden, ist derzeit ungewiss. Die Entwürfe, die in Paris jetzt zu sehen sind, sind erst einmal nur Versuchsballons, mit denen die Hersteller die Reaktion des Publikums ausloten wollen. Das gilt auch für das Elektro-Fahrrad, das Smart neben dem Roller in einer Studie präsentiert. Das Pedelec hat einen im Hinterrad integrierten Elektromotor, der eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h ermöglicht.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • CM
    • 09. Oktober 2010 10:19 Uhr

    Die stinkenden, lärmenden Motorroller durch elektrische Roller zu ersetzen wäre eine halbe aber akzeptable Lösung. Wozu das allerdings heutzutage noch gut sein soll, ist mir ein Rätsel, denn die Technik der Pedelecs ist ausgereift und bezahlbar - ein bißchen treten darf man noch.

    Ansonsten:
    http://community.zeit.de/...ßeln-der-städte-ein-böser-einwurf

  1. Gerade einmal 80 km Reichweite, bei voller Ausnutzung der Leistung nur gut halb so viel. Bei aller Faszination die Elektrofahrzeuge auf mich ausüben muss ich sagen, dass diese Roller derzeit für mich keine Alternative zum Benziner darstellen. Denn an sonnigen Tagen ist es nicht schwer, 100 km und mehr in einer größeren Stadt auf dem Roller zurückzulegen. Das geht aber nicht mit diesen E-Rollerchen, zumindest nicht, ohne zwischendurch einen mehrstündigen Ladezyklus einzulegen. Fazit: Taugt nur als Zweitfahrzeug für genau geplante Routen, mehr nicht.

    Darüber hinaus verhindert die auf 45 kmh beschränkte Höchstgeschwindigkeit das gefahrlose Verlassen der Stadtgemarkungen, das Nutzen der Landstraße wird aufgrund des wesentlich schnelleren Verkehrs vollends zum lebensgefährlichen Höllenritt.

    Persönliches Fazit: Diese kleinen E-Roller sind für mich derzeit nicht mehr als reine Spielzeuge für gelangweilte Yuppies mit zuviel Geld auf dem Bankkonto. Praktischer Nutzen im Alltagsbetrieb gleich null.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Buh
    • 09. Oktober 2010 11:36 Uhr

    ...es gitb studien die belegen, dass die meisten rollerfahrer kaum mehr als 100km am tag zurücklegen. die alelrmeisten fahren zur schule oder zu freunden im ort. man fährt mit dem roller keine zu langens trcken und wenn dann nur in wenigen ausnahmen. sit doch auch viel zu unangenehm bei den geringen egschwindigkeiten die das gestez erlaubt bei rollerfahrern.

    100km sind wirklich sehr viel. Das ist zb die strecke von Köln nach Koblenz! Also nein, das fährt doch keiner mit nem roller.

  2. Weiterführung der absoluten Bevormundung der Bürger durch regelungswütige Politiker. Wieder ein per Politik verordnetes Geschenk an die Wirtschaft.

    Elektroroller exitieren. Wären sie besser als die Roller mit Verbrennungsmotor, würden sie schon jetzt gekauft werden. Tatsächlich hat aber niemand Interesse an diesen unsinnigen, überteuerten Spielzeugen. Der Markt soll entscheiden, nicht die Politik. Es steht den Herstellern ja frei, die Elektrofahrzeuge so attraktiv zu machen, daß sie von den Menschen freiwillig gekauft werden. Aber unter Zwang? Keine Chance.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Buh
    • 09. Oktober 2010 11:30 Uhr

    ..wenn der brüger und die wirtschaft es nicht slebst auf die reihe kriegen auch mal mit der moral im hinterkopf zu konsumieren und zu produzieren ist es die aufgabe der politik entsprechend der verantwortung für zukünfitge generationen, für natur umwelt und tiere maßnahmen einzuleiten die die etnwicklung in verantwortungsvolle richtugnen zus teuern.

    sie nennen es bevormundung. von mir aus. ich nenne es verantwortung des staates. dafür haben wir ihne schließlich,.

    Ich hab ja selber auch schon drüber nachgedacht, mir einen Elektroroller anzuschaffen (wohne in einer Großstadt). Aber: Gerade weil ich in der Stadt wohne, habe ich keine Möglichkeiten, den E-Roller irgendwo anzuschließen, um die Batterie wieder zu laden. Ich kann aus meiner Wohnung im 4. Stock ja schlecht ein Kabel auf die Straße runterlassen...

  3. Oh jetzt werde ich sicherlich gleich die Wut der gesamten Leserschaft auf mich ziehen. Bin ja schließlich in Deutschland. Aber ist es nicht so, wenn man von qualmenden Motorrollern spricht, dass Autos noch um einiges mehr Dreck in die Umwelt pumpen? Und in den meisten Fahrzeugen die man täglich sieht, sitzt auch nur eine Person die theoretisch auf einem Motorroller passen würde. Zumal Motorroller auf 100km weniger Sprit fressen, wie ein gleichwertiges Fahrzeug.

    Wenn es mir wirklich um die Umwelt geht, würde ich doch bei diesen Dingen als erstes Ansetzen und nicht dass verbieten, was hierzulande eh kaum vorhanden ist. Vorschlag: Geschwindigkeitsbegrenzung auf allen deutschen Autobahnen von 100 und auf Landsstraßen von 80. Zusätzlich autofreie Sonntage.

    Vorteile: Weniger Benzinverbrauch, Entlastung der Umwelt, Sparsamer Umgang mit endlichen Ressourcen und entspannteres Fahren

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Buh
    • 09. Oktober 2010 11:32 Uhr

    ...ich kenne nicht die genauen gründe des gendankens roller zu verbeiten,. aber selbst greenpeace hällt elektromotoren füür derzeit noch ausgemachten blödsinn, weil die stromgewinung noch zu dreckig ist.

    daher ist grenpeace auch für verantwotungsvolles fahren, für langsameres fahren, für mehr geschindigkeitsbegrenzung und für leichteer autos die weniger verbrauchen und weniger cd2 produzieren.

    ich denke der elektromotor hat zuunft, aber dazu müssen wir den falschen pfad der atomkraft und der kohle verlassen.

    • Buh
    • 09. Oktober 2010 11:30 Uhr

    ..wenn der brüger und die wirtschaft es nicht slebst auf die reihe kriegen auch mal mit der moral im hinterkopf zu konsumieren und zu produzieren ist es die aufgabe der politik entsprechend der verantwortung für zukünfitge generationen, für natur umwelt und tiere maßnahmen einzuleiten die die etnwicklung in verantwortungsvolle richtugnen zus teuern.

    sie nennen es bevormundung. von mir aus. ich nenne es verantwortung des staates. dafür haben wir ihne schließlich,.

  4. Ich hab ja selber auch schon drüber nachgedacht, mir einen Elektroroller anzuschaffen (wohne in einer Großstadt). Aber: Gerade weil ich in der Stadt wohne, habe ich keine Möglichkeiten, den E-Roller irgendwo anzuschließen, um die Batterie wieder zu laden. Ich kann aus meiner Wohnung im 4. Stock ja schlecht ein Kabel auf die Straße runterlassen...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Buh
    • 09. Oktober 2010 11:41 Uhr

    ...gibt es ladestationen in aprkhäusern und in tankstellen.

    • Jim Bob
    • 11. Oktober 2010 12:37 Uhr

    Zum Beispiel von der Münchner Firma Govecs http://www.govecs.com/sc_... , bei einem Batteriegewicht von 10 kg ist das sogar noch einigermaßen tragbar.
    Bei Pedelecs, also Fahrräder mit Elektrohilfsmotor gibt es bereits auch viele Modelle mit abnehmbarem Akku.

    • Buh
    • 09. Oktober 2010 11:32 Uhr

    ...ich kenne nicht die genauen gründe des gendankens roller zu verbeiten,. aber selbst greenpeace hällt elektromotoren füür derzeit noch ausgemachten blödsinn, weil die stromgewinung noch zu dreckig ist.

    daher ist grenpeace auch für verantwotungsvolles fahren, für langsameres fahren, für mehr geschindigkeitsbegrenzung und für leichteer autos die weniger verbrauchen und weniger cd2 produzieren.

    ich denke der elektromotor hat zuunft, aber dazu müssen wir den falschen pfad der atomkraft und der kohle verlassen.

    • Buh
    • 09. Oktober 2010 11:36 Uhr

    ...es gitb studien die belegen, dass die meisten rollerfahrer kaum mehr als 100km am tag zurücklegen. die alelrmeisten fahren zur schule oder zu freunden im ort. man fährt mit dem roller keine zu langens trcken und wenn dann nur in wenigen ausnahmen. sit doch auch viel zu unangenehm bei den geringen egschwindigkeiten die das gestez erlaubt bei rollerfahrern.

    100km sind wirklich sehr viel. Das ist zb die strecke von Köln nach Koblenz! Also nein, das fährt doch keiner mit nem roller.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Grüne | Airbag | App | Elektromotor | Lithium-Ionen-Akku | Navigationssystem
Service