Verkehr "Wir brauchen eine Flatrate für Bahn und Bus"
Rainer Grießhammer vom Öko-Institut fordert bessere Umstiegsmöglichkeiten auf öffentliche Verkehrsmittel. Elektroautos würden erst auf lange Sicht ökologisch fahren.
ZEIT ONLINE: Herr Grießhammer, einer neuen Umfrage zufolge können sich viele Menschen vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen – es darf aber maximal 1000 Euro mehr als ein herkömmliches Auto kosten, soll eine ähnliche Reichweite haben und sich schnell und bequem aufladen lassen. Ist diese Einstellung nicht utopisch?
Rainer Grießhammer:
Der Preisunterschied zu konventionellen Autos wird noch auf viele Jahre bis zu 10.000 Euro betragen. Will man dann wirklich ökologisch fahren, sollte man auch echten Ökostrom dazu beziehen. Das kostet noch einmal rund 200 Euro pro Jahr mehr. Diese sehr hohen Mehrkosten wird auf absehbare Zeit nur ein kleiner Teil der Käufer auf sich nehmen. In der Breite wird das Elektroauto wahrscheinlich erst in 15 bis 20 Jahren erschwinglich sein.

ist Mitglied der Geschäftsführung des Öko-Instituts in Freiburg. Der promovierte Chemiker arbeitet seit 30 Jahren im Öko-Institut und setzte sich unter anderem für die Einführung von Ökobilanzen ein, mit denen Verbraucher Produkte anhand von ökologischen Kriterien miteinander vergleichen können. Am 31. Oktober erhielt der 57-Jährige den Deutschen Umweltpreis 2010 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
ZEIT ONLINE: Ist umweltgerecht fahren also nur etwas für Leute mit dickem Geldbeutel?
Grießhammer: Wirklich ökologisch fahren Sie, wenn Sie – wann immer es nur geht – öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder aufs Fahrrad steigen. Aus ökologischer Sicht hat das Elektroauto keinen Vorteil, wenn man es mit dem heutigen Strommix "betankt". Die Hersteller bewerben ihre Elektroautos mit der Aussage "Null CO2", aber das ist derzeit eine Falschaussage. Es wird noch relativ lange dauern, bis der Strom in Deutschland so hergestellt wird, dass das Autofahren damit wirklich hundertprozentig ökologisch ist. Solange ist es besser, auf konventionelle Niedrigverbrauchsautos zu setzen. Schon heute kann man mit ihnen im Vergleich zum Durchschnitt der gekauften Autos 30 bis 40 Prozent einsparen.
ZEIT ONLINE: Die Autoindustrie macht in diesem Bereich schon viel: Sie baut kleinere Motoren und setzt auf leichtere Materialien. Sollten die Hersteller diesen Pfad noch konsequenter gehen statt auf den Hype ums Elektroauto zu setzen?
Grießhammer: Das gilt allerdings nicht für die Masse der verkauften Autos. Es muss drei parallele Entwicklungen geben: Man muss weiter die konventionellen Autos optimieren, die Elektroautos weiterentwickeln und es muss mehr Verkehr verlagert und vermieden werden.
Was die Autoindustrie betrifft: Der Großteil der erhältlichen Modelle ist zu schwer und übermotorisiert. 1960 lag die Durchschnittsleistung eines Autos bei 34 PS, heute bei über 100 PS. Der Golf V wog 1,4 Tonnen und somit fast doppelt so viel wie der erste Golf. Mehr als 30 Prozent der neu zugelassenen Autos haben eine Spitzengeschwindigkeit von über 200 km/h, die man heute auf den meisten Strecken gar nicht mehr ausfahren kann. Solche Autos braucht man nicht. Viele Autofahrer könnten schon dadurch bares Geld sparen, dass sie beim Autokauf einfach eine Größenklasse kleiner wählen.
ZEIT ONLINE: Wird sich der motorisierte Individualverkehr also nur insofern verändern, als der Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor ersetzt wird – und mehr ändert sich nicht?
Grießhammer: Nein, ganz gewiss nicht. Es wird eine starke Verschiebung zu leichten Fahrzeugen geben. Unter Elektromobilität fällt ja nicht nur das Elektroauto. Schon jetzt herrscht eine immens steigende Nachfrage nach Elektrofahrrädern. In China beispielsweise fahren sehr viele auf Elektromopeds, und es gibt erste Elektromotorräder. Zwei Drittel aller heutigen Autofahrten sind Strecken unter zehn Kilometer, ein Viertel sogar unter zwei Kilometer. Für solche Fahrten sind leichte Elektrofahrzeuge ideal.
- Datum 03.11.2010 - 15:47 Uhr
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Ich muss immer Grinsen, wenn einer über Raucher und die Belästigung schimpft und dann in sein Auto steigt und sonstewas in die Luft bläst.
Im Übrigen gibt es ein solches Abo: Bahncard 100. Könnte aber 1000 Euro billiger sein, dann würde ich sie haben. Ich frage mich eh, wer sich ins Auto setzt: Enger Raum, ständige Konzentration auf den Verkehr (statt Flirt, Essen, Trinken, Zeitung, Buch, Schlafen, Arbeiten...), wirklich teuer....
Und wenn man doch mal was transportieren muss oder mit dem Auto in den Urlaub muss, dann kann man man ein Auto mieten. In Berlin gibt's den kleinen Miet-LKW übrigens für 2,50 Euro/Stunde oder 25 Euro am Tag. Autos ebenso.
Gut, dass für Parken jetzt Gebühren erhoben werden. Ich frage mich, warum ich das mitfinanziere, obwohl ich es nicht nutze und dabei noch meine Umwelt verschmutzt wird. Zahlt jemand Steuern dafür, dass ich rauche? Nein.
Es ist nur ein umstellen der Gewohnheiten.
Übrigens: Ja, es gibt Ausnahmen, die nicht so bequem umsatteln können, zum Beispiel in ländlichen Gegenden. Aber die meine ich hier nicht.
Mein Statussymbol: Meine Freiheit :). Wirkt übrigens sehr attraktiv auf Frauen... hehe.
Liebe(r) Matths,
natürlich gibt es schon eine Bahncard 100. Diese gilt aber nicht flächendeckend in ganz Deutschland in allen Netzen und Verkehrsverbünden, allumfassend. Das ist das von Herrn Grießhammer geforderte Ziel. Bislang gilt die Bahncard 100 lediglich in einigen Städten im City-Bereich.
Raucher belästigen und schädigen andere. Noch nie etwas von Passivrauchen gehört? Das schadet ein Raucher mehr als viele viele Autos. Die Raucher sollten mit den Kosten für die Behandlungvon Lungenkrebs infolge Rauchen, Raucherbeinen usw. belastet werden. Dann wäre das Rauchen viel teuerer.
Liebe(r) Matths,
natürlich gibt es schon eine Bahncard 100. Diese gilt aber nicht flächendeckend in ganz Deutschland in allen Netzen und Verkehrsverbünden, allumfassend. Das ist das von Herrn Grießhammer geforderte Ziel. Bislang gilt die Bahncard 100 lediglich in einigen Städten im City-Bereich.
Raucher belästigen und schädigen andere. Noch nie etwas von Passivrauchen gehört? Das schadet ein Raucher mehr als viele viele Autos. Die Raucher sollten mit den Kosten für die Behandlungvon Lungenkrebs infolge Rauchen, Raucherbeinen usw. belastet werden. Dann wäre das Rauchen viel teuerer.
Liebe(r) Matths,
natürlich gibt es schon eine Bahncard 100. Diese gilt aber nicht flächendeckend in ganz Deutschland in allen Netzen und Verkehrsverbünden, allumfassend. Das ist das von Herrn Grießhammer geforderte Ziel. Bislang gilt die Bahncard 100 lediglich in einigen Städten im City-Bereich.
Ein weiterer Nachteil der BahnCard 100: wenn mein Arbeitgeber mir diese anstatt eines Dienstwagens zur Verfügung stellt, muss ich die gesamten Kosten der BahnCard 100 (aktuell € 3.800 bei Einmalzahlung) als geldwerten Vorteil versteuern. Auf eine entsprechende Steuerlast komme ich bei einem Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis von € 24.500 bei einer einfachen Entfernung von 25 km (unter der Annahme, dass der Arbeitgeber die Pauschlaversteuerung in der zulässigen Höhe vornimmt). Damit ist die BahnCard 100 als Alternative zum Dienstwagen extrem unattraktiv!
Ein weiterer Nachteil der BahnCard 100: wenn mein Arbeitgeber mir diese anstatt eines Dienstwagens zur Verfügung stellt, muss ich die gesamten Kosten der BahnCard 100 (aktuell € 3.800 bei Einmalzahlung) als geldwerten Vorteil versteuern. Auf eine entsprechende Steuerlast komme ich bei einem Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis von € 24.500 bei einer einfachen Entfernung von 25 km (unter der Annahme, dass der Arbeitgeber die Pauschlaversteuerung in der zulässigen Höhe vornimmt). Damit ist die BahnCard 100 als Alternative zum Dienstwagen extrem unattraktiv!
wie wir sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk kennen. Alle zahlen, die rein theoretisch die Möglichkeit hätten, diesen zu nutzen und wer mag, nutzt ihn dann.
Bildungsflatrate, Medienflatrate und nun auch noch die Flatrate für den ÖPV... ich mag diese verordnete Idee von Gemeinschaft nicht, muss ich gestehen. Vor allem aber sehe ich in Ländern mit großer Fläche und wenig Ballungszentren keine echte Chance auf Nutzung von Bus und Bahn, da die Bedürfnisse der Menschen individuell sind und sich ein getakteter Verkehr wie in Berlin dort kaum lohnen dürfte.
Ein netter Traum, aber wohl kaum für demnächst.
Liebe(r) christygoe,
es geht nicht um eine Zwangs-Flatrate! Es soll durchaus weiterhin auch Einzelfahrscheine, Wochen- oder Monatstickets usw. geben. Aber nach Herrn Grießhammers Vorstellung sollte es eben auch die Möglichkeit für Vielfahrer geben, eine "Netzkarte" für ganz Deutschland zu kaufen.
Beste Grüße
Matthias Breitinger
Liebe(r) christygoe,
es geht nicht um eine Zwangs-Flatrate! Es soll durchaus weiterhin auch Einzelfahrscheine, Wochen- oder Monatstickets usw. geben. Aber nach Herrn Grießhammers Vorstellung sollte es eben auch die Möglichkeit für Vielfahrer geben, eine "Netzkarte" für ganz Deutschland zu kaufen.
Beste Grüße
Matthias Breitinger
Liebe(r) christygoe,
es geht nicht um eine Zwangs-Flatrate! Es soll durchaus weiterhin auch Einzelfahrscheine, Wochen- oder Monatstickets usw. geben. Aber nach Herrn Grießhammers Vorstellung sollte es eben auch die Möglichkeit für Vielfahrer geben, eine "Netzkarte" für ganz Deutschland zu kaufen.
Beste Grüße
Matthias Breitinger
Vermutlich wäre es besser für jeden die kostenlose Krankenversicherung und kostenlose öffentliche Verkehrsmittel zu finanzieren.
Vorzeigen des Personalausweis sollte genügen.
... und ständig steigender Fahrpreise defizitär unterwegs sind, sollte man wirklich mal ehrlich(!) nachrechnen, ob sich mit dem Abschaffen der Fahrscheinverkaufsbürokratie nicht mehr Geld sparen läßt, als eingenommen wird, d. h. den ÖPNV kostenlos für die Benutzer anbieten könnte und dennoch weniger Zuschüsse zu brauchen.
... und ständig steigender Fahrpreise defizitär unterwegs sind, sollte man wirklich mal ehrlich(!) nachrechnen, ob sich mit dem Abschaffen der Fahrscheinverkaufsbürokratie nicht mehr Geld sparen läßt, als eingenommen wird, d. h. den ÖPNV kostenlos für die Benutzer anbieten könnte und dennoch weniger Zuschüsse zu brauchen.
"Die Jüngeren gerade in der Stadt sind gar nicht mehr so autoversessen."
Ich habe ca. 12 Jahre (bin 22 Jahre alt) in Berlin gelebt und kann das bestätigen, zumindest für mich.
Eine Monatskarte in Berlin kostet zwar 72€ (unermäßigt). Man sollte sich aber bewusst sein, dass man mit einer solchen Monatskarte zu jeder Zeit an jeden Ort, so oft wie man will, in Berlin kommt.
Deswegen rechtfertigt sich für mich auch dieser Preis. Berlin ist ein Musterbeispiel für eine gute öffentliche Infrastruktur.
Allerdings sind Forderungen wie "Flatrate für Bahn und Bus" immer abhängig von Preis und Infrastruktur. Beide Faktoren stimmen in Berlin.
Wenn man aber z.B. auf Bundesebene und bzw. auf Bahn-Ebene denkt, sind diese Voraussetzungen nur bedingt gegeben.
Das liegt vor allem an der Unternehmenspolitik der DB-AG. Wären diese imensen Investitionen ins Ausland in das eigene Angebot hier in Deutschland geflossen, hätte man ein viel besseres Angebot in der Infrastruktur.
Gewohnheiten lassen sich nicht so schnell ändern. Deswegen brauchen solche Entwicklungen auch Zeit. Wenn man aber nicht anfängt, in solchen Dimensionen zu denken, wird es der Bahn überhaupt nicht mehr gelingen, solche Gewohnheiten zu ändern.
Wenn ich bedenke, dass ich für eine Bahn-Fahrt nach Berlin (ohne Ermäßigung) 59€ zahlen muss, 118€ mit Rückfahrt, sind das zu hohe Kosten, die nicht ohne weiteres zu überwinden sind. In Berlin kann ich mich damit fast 1 1/2 Monate beliebig bewegen.
muss vor allem im Berufsverkehr und Einkaufsverkehr erreicht werden.
Wohnortnahe Bürobauten. Ausgelagerte Büros von Großbetrieben. Ich wohne in München. Warum soll Siemens, BMW .. nicht seine Büros im Stadtgebiet und in den Umlandgemeinden verteilt haben. Homeoffice Arbeitsplätze. Mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit können die Betriebe dann gleich die Flexibilisierung des Arbeitsorts betreiben.
Einkaufszentren ausserhalb der Stadtgebiete. Eine Fehlentwicklung die die Stadtplaner zu verantworten haben.
Freizeit:
Ich glaube mich an eine Kampagne von Wintersportorten zu erinnern, Karten nicht mehr an Tagesskifahrer zu verkaufen sondern nur noch an übernachtende Gäste. Mit finanziellen Anreizen könnte hier bestimmt etwas erreicht werden.
Müll:
Waren Sie schon mal am Wochenenda am Wertstoffhof, mit dem Auto?
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