VW-Forschungschef Leohold "Assistenzsysteme sind kein Autopilot"
Die Angst, die Kontrolle über das Auto an die Elektronik zu verlieren, sei unbegründet, sagt VW-Forschungschef Leohold im Interview. Perfekt seien die Systeme aber nicht.
ZEIT ONLINE: Herr Professor Leohold, verstehen Sie Fahrer, die sich von der Elektronik bevormundet oder gar entmündigt fühlen?
Jürgen Leohold: Diese Skepsis nehme ich sehr ernst. Ich kann die Sorge von weniger technikaffinen Menschen über immer neue Assistenzsysteme gut verstehen, aber sie ist sachlich unbegründet. Das Gefährdungspotenzial im Auto geht definitiv nicht von Assistenzsystemen aus, sondern es ist genau umgekehrt: Aus der Unfallforschung wissen wir, dass in mehr als 95 Prozent aller Fälle die Ursache beim Menschen liegt, der letztlich die Kontrolle verliert. Der Fahrer kann übermüdet oder durch viele Faktoren abgelenkt sein. Genau hier setzen wir mit innovativen Assistenzsystemen an, um das Unfallrisiko für die Fahrzeuginsassen zu minimieren.
ZEIT ONLINE: Wie groß ist die Gefahr, dass sich Fahrzeuglenker zu sehr auf die Sicherheitstechnik verlassen und dann bewusst oder unbewusst unvorsichtig fahren?

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Leohold leitet seit 2006 die Konzernforschung bei Volkswagen. Der Elektronik-Spezialist hatte zwischen 2002 und 2005 den Lehrstuhl für Fahrzeugsysteme und Grundlagen der Elektrotechnik an der Universität Kassel inne.
Leohold: Diese Frage haben wir uns schon 1986 bei der Einführung des Antiblockiersystems ABS gestellt, weil es den Verdacht gab, dass Autofahrer damit riskanter fahren würden. Aber wie alle Untersuchungen zeigen, gibt es keine messbaren negativen Auswirkungen. Statistisch signifikant sind dagegen die massiv sinkenden Unfallzahlen. Damit hat das ABS einen der gravierendsten Fortschritte in der Verkehrssicherheit gebracht, neben dem Dreipunkt-Sicherheitsgurt. Im Einzelfall werden Sie immer jemanden finden können, der ein solches System missbraucht, im Mittel über alle Fahrer überwiegt trotzdem eindeutig der Sicherheitsgewinn.
ZEIT ONLINE: Aber ein Müdigkeitswarner ist doch etwas anderes als ein ABS?
Leohold: Im Gegensatz zu ABS und dem Elektronischen Stabilisierungsprogramm (ESP) als sicherheitsrelevante Fahrzeugfunktionen gehört die Müdigkeitserkennung zu einer neuen Generation von Assistenzsystemen, die dem Fahrer zusätzlichen Nutzen bietet. Ein Müdigkeitssensor hält den Fahrer ja nicht davon ab, müde zu werden. Aber er weist den Fahrer darauf hin, dass er eine Pause machen sollte.
Ein weiteres Beispiel ist die Automatische Distanzregelung ACC mit Bremsassistenz – hier liegt es in unserer Verantwortung als Hersteller, die Parameter für die Warnauslösung so zu setzen, dass der Fahrer immer auf der sicheren Seite ist.
ZEIT ONLINE: Befürchten Sie keine juristischen Schwierigkeiten und Produkthaftungsklagen, falls Fahrassistenten nicht perfekt reagieren?
Leohold: Juristische Aspekte sind beim vollautomatischen Fahren bislang noch nicht im Detail geklärt; daher sind derartige Systeme aktuell nicht zulassungsfähig. Auf diesem Forschungsgebiet arbeiten wir derzeit mit dem TÜV und anderen Institutionen. Gegenwärtig hat der Fahrer bei allen optionalen Assistenzsystemen immer die Möglichkeit, das System zu überstimmen – und das wird auch in Zukunft so bleiben. Kein System wird jemals dem Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug nehmen, im Zweifel entscheidet immer der Fahrer. So lautet die Rechtsprechung und diese ist die Basis für sämtliche Fahrerassistenzsysteme.
- Datum 06.01.2011 - 06:51 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 15
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Nicht alles was unter "Assistenzsysteme" entsteht aus einem "Kundenwunschdenken". Es kann auch als Merkmal angesehen werden, den Autopreis nach oben zu treiben. Manchmal auch als "Markenmerkmal" mit angesehen werden. "Fest eingebaute Navogationssysteme" sind sehr teuer gegenüber den dezentralen frei käuflichen Lösungen, die häufig auch noch ergonomisch besser angebracht werden können. Manche Kompfortsysteme wie z.B. das HYDRAKTIV III Federungssystem können nur bei bestimmten Baureihen in betsimmten Preiskorridoren gekauft werden. Assistenzsysteme sind auch eingebunden in die Preispolitik des Fahrzeuges.
Auch wäre man vielfach schon weiter, wenn es besser normiert wird, da sich nur über diesen Weg Massenproduktionen realisieren lassen. Aber vielleicht ist man hieran nicht immer interessiert, da es dann nicht mehr exklusiv für eine Fahrzeugreihe zur Verfügung steht. Natürlich ist es auch mit eine Patent- und Lizenzfrage.
Neben dem Hochrüsten durch Assitenzsysteme, sind auch "einfache und hochkompfortable(Sitze, Dämmung, Federung, Heizung) Fahrzeuge" gefragt. Auch hier werden Antworten gesucht. Teure Assitenzsysteme bringen hier keine Verbesserung, sondern nur höhere Kosten.
Das Auto ist bereits hochsicher gelöst; andere Verkehrslösungen wie die Zweiradmobilität wurden sicherheitstechnisch über 100 Jahre vernachlässigt. Lediglich die PS-Zahl wurde vorangetrieben. Hier ist ein gewaltiger Bedarf in passiven und aktiven Sicherheitssystemen. Besonders bei den passiven Systemen.
Hier gilt es immer noch, wenn das Fahrzeug fällt ... ist man je nach Geschwindigkeit schwerverletzt oder tot. Dieser Umstand kann auch keine Sicherheitskleidung verhindern. Ausschließlich BMW entwickelt beim C1Roller so etwas wie ein passives Sicherheitssystem. Eine Art "Rahmentfaltung" bei Stürzen etc. existiert noch nicht. Die PS Zahlen entwickelt man jedoch stürmisch weiter von 1 PS auf über 200 PS.
Wenn im Marketingverhalten die Hersteller keine Verantwortung erkennen lassen, ist der nationale Gesetzgeber gefordert Vorschriften zuerlassen. Letzteres ist im motorisierten Zweiradbereich m.E. über(über)fällig. Ein diskutieretes ABS-Bremssystem als Pflicht ist hier ein Mindesterfordernis. Die Forderung nach einer Entfaltung einer Fahrgastzellenstruktur ist vielleicht noch etwas utopisch bei Unfällen über 70km/h - aber viele junge emotionsgesteuerte Menschen hätten nicht sterben müssen. Freiwillig kauft so etwas aber niemand, da Sicherheitstechnologien als uncool gelten. Mehr PS dagegen als cool. Es ist somit billiger und renditekräftiger mehr PS zu verkaufen und den Sicherheitsgedanken sich eher rudimentär entwickelnzulassen. Die Emotionsansprache des Marketings hat andere Ziele.
Der Gesetzgeber ist hier gehalten, klare Rahmenkorridore aufzustellen und die Industrie gefordert mit Kreativität und Innovation Lösungen zu finden und zu realisieren.
... ist sicherlich nicht dafür verantwortlich, das gefährliche Fahren einzelner (!) Motorradfahrer zu reglementieren, in dem man den Herstellern Verbote vorsetzt. Was den Schutz junger Fahrer betrifft, hat man übrigens schon legislativ eingegriffen, deswegen darf man in den ersten zwei Jahren, in denen man Motorrad fährt (und jünger als 25 ist) nicht mehr als 25 kW und nicht mehr als 0,16 kW/kg Motorradmasse haben.
... ist sicherlich nicht dafür verantwortlich, das gefährliche Fahren einzelner (!) Motorradfahrer zu reglementieren, in dem man den Herstellern Verbote vorsetzt. Was den Schutz junger Fahrer betrifft, hat man übrigens schon legislativ eingegriffen, deswegen darf man in den ersten zwei Jahren, in denen man Motorrad fährt (und jünger als 25 ist) nicht mehr als 25 kW und nicht mehr als 0,16 kW/kg Motorradmasse haben.
Im Artikel wurden bereits einige kritische Punkte angesprochen - ich möchte noch einen anführen. Fahrigkeit bzw. Ablenkung kann wohl durch Assistenzsystem bisher schon ganz gut bekämpft werden. Eine unangemessene Geschwindigkeitswahl ist oft die Ursache von Unfällen, dies wird aber dzt. gar nicht angegangen. Ich denke es muss möglich sein aus dem Routenplaner den Kurvenradius zu nehmen und dann mit Hilfe der über das ABS ermittelten Reibungskoeffizienten oder über einen Regen/Eis-Sensor auszurechnen was die Kurve verträgt und das dann auch einzuhalten.
Es besteht kein Zweifel dass Fahrer dzt. darin bestärkt werden in einem unzerstörbaren Fort zu sitzen- sonst würden sie nicht bedenkenlos mit 160 km/h durch Nebelseen rasen.
Assistenzsystem müssten einen gesetzlichen Rahmen bekommen, der ihnen mäßigende Eigenschaften im Bezug auf das Tempo vorschreibt!
Dzt. schaut es so aus als wären sie Beiwerk zum Rennfahren.
Wenn das Auto einem das Denken abnimmt wird man unaufmerksam und wer zahlt am Ende die Zeche, wenn man sich an die Empfehlung gehalten hat und dann doch abfliegt, weil das System vielleicht einen kleinen Faktor mit großer Auswirkung übersehen hat? Es gibt ja durchaus sehr interessante und nützliche Assistenzsysteme und ich würde abstreiten, dass einige Systeme wie z.B. das ABS einfach nicht mehr wegzudenken sind, aber selbst das ESP ist nicht unfehlbar bzw die Abstimmung eines solchen Systems ist nicht unbedingt immer förderlich für die Sicherheit. Wenn auf schneeglatter Fahrbahn das Fahrzeug ins Übersteuern kommt, dann kann ich damit leben, korrigiere und alles ist super, wenn das ESP dann allerdings der Meinung ist, dass das Übersteuern jetzt ach so gefährlich ist und auf einmal anfängt aus dem Über- ein Untersteuern zu machen und ich dann geradeaus fahre, dann finde ich das nicht wenig sinnvoll.
Viele der neuen Assistenzsysteme sind reine Spielerei und vermitteln eine trügerische Sicherheit. Wozu noch in die Spiegel schauen, wenn ich doch einen Assistenten für den Toten Winkel hab? An meinen Abstand muss ich ja auch nicht mehr denken, das macht mein Auto schon. Und warum aufpassen auf der Spur zu bleibe, wenn mein Auto mich doch sogar schon wieder zurück auf die Spur zieht?
Wenn ich gegen einen Baum fahre, dann ist das gefälligst meine eigene Schuld - dafür brauche ich keine Hilfe von einem falsch reagierenden aktiven Assistenzsystems.
und sogar hochmoderne Verkehrsleitsysteme. Kümmert nur viele Fahrer überhaupt nicht.
Wagen Sie es mal, in der Rushhour auf der rechten Spur auf der Autobahn tatsächlich die vorgeschriebenen 80 km/h einzuhalten oder vielleicht 100 km/h zu fahren. Wenn Sie Pech haben, werden Sie vielleicht einem eiligen LKW bedroht (Lichthupe, ganz dichtes Auffahren). Sie haben natürlich die Alternative, sich nicht beeindrucken zu lassen. Gerade ungeübte bekommen Angst, geben Gas, weichen unkontrolliert nach links aus, bremsen wiederum andere wütende Verkehrsteilnehmer aus und werden Ihrerseits von dem hupenden und pöbelnden LKW-Fahrer rechts überholt.
Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass die Vollzugsorgane damit überfordert sind, die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung effektiv durchzusetzen. Deshalb stimme ich @eeFried zu: Ein gesetzlicher Rahmen für die Assistenzsysteme muss her.
Kurvenradius, Haftreibebeiwerte...... alles tolle Daten, und deann kommt dir so ein "Pilot mit Assistenz" mit 80 km/h in den Nacken weil er nicht um die Ecke sehen kann.
.
Wie war das mal (damals, als noch Kerzen prüfen und Zündzeitpunkt einstellen Teil der Fahrprüfung war?:-) )
.
Anhalteweg = Sichtweite besser 1/2 Sichtweite.
.
Es macht immer wieder Freude und ist auch gut für den Blutdruck, ortskundige Piloten in Flughöhe NULL auf der eigenen Spur als Gegenverkehr zu haben.
.
Die Kurve lässt 80 km/h zu und um diese Zeit kommt nur der "Fritz" und der ist schon vorbei.
.
Gruss Sikasuu
der diesen Sommer mal wieder Landstrassen mit nen 36t Zug im Nacken und Tieffliegern als Gegenverkehr "genossen" hat.
Wenn das Auto einem das Denken abnimmt wird man unaufmerksam und wer zahlt am Ende die Zeche, wenn man sich an die Empfehlung gehalten hat und dann doch abfliegt, weil das System vielleicht einen kleinen Faktor mit großer Auswirkung übersehen hat? Es gibt ja durchaus sehr interessante und nützliche Assistenzsysteme und ich würde abstreiten, dass einige Systeme wie z.B. das ABS einfach nicht mehr wegzudenken sind, aber selbst das ESP ist nicht unfehlbar bzw die Abstimmung eines solchen Systems ist nicht unbedingt immer förderlich für die Sicherheit. Wenn auf schneeglatter Fahrbahn das Fahrzeug ins Übersteuern kommt, dann kann ich damit leben, korrigiere und alles ist super, wenn das ESP dann allerdings der Meinung ist, dass das Übersteuern jetzt ach so gefährlich ist und auf einmal anfängt aus dem Über- ein Untersteuern zu machen und ich dann geradeaus fahre, dann finde ich das nicht wenig sinnvoll.
Viele der neuen Assistenzsysteme sind reine Spielerei und vermitteln eine trügerische Sicherheit. Wozu noch in die Spiegel schauen, wenn ich doch einen Assistenten für den Toten Winkel hab? An meinen Abstand muss ich ja auch nicht mehr denken, das macht mein Auto schon. Und warum aufpassen auf der Spur zu bleibe, wenn mein Auto mich doch sogar schon wieder zurück auf die Spur zieht?
Wenn ich gegen einen Baum fahre, dann ist das gefälligst meine eigene Schuld - dafür brauche ich keine Hilfe von einem falsch reagierenden aktiven Assistenzsystems.
und sogar hochmoderne Verkehrsleitsysteme. Kümmert nur viele Fahrer überhaupt nicht.
Wagen Sie es mal, in der Rushhour auf der rechten Spur auf der Autobahn tatsächlich die vorgeschriebenen 80 km/h einzuhalten oder vielleicht 100 km/h zu fahren. Wenn Sie Pech haben, werden Sie vielleicht einem eiligen LKW bedroht (Lichthupe, ganz dichtes Auffahren). Sie haben natürlich die Alternative, sich nicht beeindrucken zu lassen. Gerade ungeübte bekommen Angst, geben Gas, weichen unkontrolliert nach links aus, bremsen wiederum andere wütende Verkehrsteilnehmer aus und werden Ihrerseits von dem hupenden und pöbelnden LKW-Fahrer rechts überholt.
Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass die Vollzugsorgane damit überfordert sind, die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung effektiv durchzusetzen. Deshalb stimme ich @eeFried zu: Ein gesetzlicher Rahmen für die Assistenzsysteme muss her.
Kurvenradius, Haftreibebeiwerte...... alles tolle Daten, und deann kommt dir so ein "Pilot mit Assistenz" mit 80 km/h in den Nacken weil er nicht um die Ecke sehen kann.
.
Wie war das mal (damals, als noch Kerzen prüfen und Zündzeitpunkt einstellen Teil der Fahrprüfung war?:-) )
.
Anhalteweg = Sichtweite besser 1/2 Sichtweite.
.
Es macht immer wieder Freude und ist auch gut für den Blutdruck, ortskundige Piloten in Flughöhe NULL auf der eigenen Spur als Gegenverkehr zu haben.
.
Die Kurve lässt 80 km/h zu und um diese Zeit kommt nur der "Fritz" und der ist schon vorbei.
.
Gruss Sikasuu
der diesen Sommer mal wieder Landstrassen mit nen 36t Zug im Nacken und Tieffliegern als Gegenverkehr "genossen" hat.
Richtig ist, dass an optionalen Assistenzsystemen gut verdient wird. Alle anderen Einwände sind eher theoretischer Natur.
Wenn man am Schreibtisch spekuliert, kommt man auf diese Gedanken. Im tatsächlichen Unfallgeschehen finden diese Überlegungen nicht statt. Ebenfalls ist die Annahme nicht richtig, dass Papa in seiner neuen supersicheren E-Klasse besonders risikoreich fährt. Im Gegenteil, junge Fahranfänger - meist Männer - fahren am risikoreichsten und sind häufig in eher älteren Autos mit niedrigeren Sicherheitsnievau unterwegs.
Wenn das Auto einem das Denken abnimmt wird man unaufmerksam und wer zahlt am Ende die Zeche, wenn man sich an die Empfehlung gehalten hat und dann doch abfliegt, weil das System vielleicht einen kleinen Faktor mit großer Auswirkung übersehen hat? Es gibt ja durchaus sehr interessante und nützliche Assistenzsysteme und ich würde abstreiten, dass einige Systeme wie z.B. das ABS einfach nicht mehr wegzudenken sind, aber selbst das ESP ist nicht unfehlbar bzw die Abstimmung eines solchen Systems ist nicht unbedingt immer förderlich für die Sicherheit. Wenn auf schneeglatter Fahrbahn das Fahrzeug ins Übersteuern kommt, dann kann ich damit leben, korrigiere und alles ist super, wenn das ESP dann allerdings der Meinung ist, dass das Übersteuern jetzt ach so gefährlich ist und auf einmal anfängt aus dem Über- ein Untersteuern zu machen und ich dann geradeaus fahre, dann finde ich das nicht wenig sinnvoll.
Viele der neuen Assistenzsysteme sind reine Spielerei und vermitteln eine trügerische Sicherheit. Wozu noch in die Spiegel schauen, wenn ich doch einen Assistenten für den Toten Winkel hab? An meinen Abstand muss ich ja auch nicht mehr denken, das macht mein Auto schon. Und warum aufpassen auf der Spur zu bleibe, wenn mein Auto mich doch sogar schon wieder zurück auf die Spur zieht?
Wenn ich gegen einen Baum fahre, dann ist das gefälligst meine eigene Schuld - dafür brauche ich keine Hilfe von einem falsch reagierenden aktiven Assistenzsystems.
... ist sicherlich nicht dafür verantwortlich, das gefährliche Fahren einzelner (!) Motorradfahrer zu reglementieren, in dem man den Herstellern Verbote vorsetzt. Was den Schutz junger Fahrer betrifft, hat man übrigens schon legislativ eingegriffen, deswegen darf man in den ersten zwei Jahren, in denen man Motorrad fährt (und jünger als 25 ist) nicht mehr als 25 kW und nicht mehr als 0,16 kW/kg Motorradmasse haben.
Dann würde auch er deutlich eingestehen, dass Assistenzsysteme eben nie 100%ig sicher arbeiten können und dass gerade aktive Assistenzsysteme wie z.B. der Spurhalteassistent, der in bestimmten Situationen das Fahrzeug mittels Bremseinsatz wieder in die Spur zieht, oder der Notbremsassistent, wie er z.B. ja schon großartig von Mercedes vorgeführt wurde (mit einem Unfall und einer misslungenen Verdummungsaktion für die anwesenden Journalisten), oder der Ausweichassistent, der ja mittlerweile von diversen Entwicklern erprobt wird und der automatisch ein Ausweichmaneuver einleiten soll, wenn er ein Hindernis entdeckt. Der werte Herr Professor hat ja zum fehlerhaften Verhalten des adaptiven Tempomaten mit Abstandskontrolle bereits gesagt, dass die aktuelle Bilderkennungstechnik noch unzulänglich ist, aber wie kann man dann ernsthaft solche aktiven Systeme auf den Markt bringen wollen, wenn die Technik dahinter einfach nicht zuverlässig arbeitet?
Ich bin eigentlich sehr technikaffin, aber gerade aus diesem Grund bin ich mir einfach auch über die Unzulänglichkeiten in der Entwicklung und der Technik bewusst und stehe solchen aktiven Assistenzsystemen, die aktiv ins Fahren und die Fahrzeugkontrolle eingreifen, äußerst skeptisch gegenüber, denn kein Entwickler kann für jede Eventualität vorsorgen, kann jedes noch so unwahrscheinliche Szenario vorausahnen und technische Fehler ausschließen.
Wenn der Fahrer haftet, soll er auch die Kontrolle haben!
den redaktionellen Beitrag vor seinem Kommentar erst überhaupt gelesen hätte... dann hätte er sich - ganz ehrlich - manch einen Hinweis erspart.
Ganz ehrlich...
den redaktionellen Beitrag vor seinem Kommentar erst überhaupt gelesen hätte... dann hätte er sich - ganz ehrlich - manch einen Hinweis erspart.
Ganz ehrlich...
und sogar hochmoderne Verkehrsleitsysteme. Kümmert nur viele Fahrer überhaupt nicht.
Wagen Sie es mal, in der Rushhour auf der rechten Spur auf der Autobahn tatsächlich die vorgeschriebenen 80 km/h einzuhalten oder vielleicht 100 km/h zu fahren. Wenn Sie Pech haben, werden Sie vielleicht einem eiligen LKW bedroht (Lichthupe, ganz dichtes Auffahren). Sie haben natürlich die Alternative, sich nicht beeindrucken zu lassen. Gerade ungeübte bekommen Angst, geben Gas, weichen unkontrolliert nach links aus, bremsen wiederum andere wütende Verkehrsteilnehmer aus und werden Ihrerseits von dem hupenden und pöbelnden LKW-Fahrer rechts überholt.
Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass die Vollzugsorgane damit überfordert sind, die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung effektiv durchzusetzen. Deshalb stimme ich @eeFried zu: Ein gesetzlicher Rahmen für die Assistenzsysteme muss her.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren