Neuvorstellung Japanischer Allradler mit Luxusausstattung

Suzuki und Allrad gehören zusammen – das gilt nun auch für die neue Mittelklasse-Limousine Kizashi. Ihr 4x4-Antrieb stellt eher zufrieden als das Automatikgetriebe.

Viele Wahlmöglichkeiten sind beim Kizashi in Deutschland nicht vorgesehen. Nun gut, die Farbe ist wählbar, und Metallic-Lack kostet vertretbare 490 Euro extra. Wer will, ordert das optionale Navigationssystem. Der Rest ist fix. Denn in den 26.900 Euro ist bereits ein komplettes Wohlfühlprogramm enthalten, mit genügend Platz für vier oder sogar fünf Personen und mit Details wie beheizbaren und elektrisch verstellbaren Ledersitzen, Klimaautomatik, Soundsystem, Xenonlicht und anderen Nettigkeiten, die man als Serienausstattung nicht unbedingt erwarten würde, etwa einem Glasschiebedach und einem Regensensor.

Damit will Suzuki wechselwillige Käufer locken. "Deutsche Premium-Marken fangen mit ihren Preisen da an, wo wir aufhören", wirbt Marketing-Chef Francesco Sini. Zwar dürften von deutschen Herstellern trotzdem nur wenige auf den Japaner umsatteln, doch wer bisher bei Peugeot, Volvo, Toyota oder Kia fündig wurde, wird sich durchaus für die Qualitäten eines Suzuki Kizashi erwärmen können. Schließlich ist der 4,65 Meter lange Wagen eine ansehnliche, ordentlich verarbeitete Familienlimousine, deren Kofferraum mit einem 461 Liter großen Volumen überzeugt.

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Doch wenn schon Kizashi, wieso dann nicht gleich den 4x4? Schließlich ist Suzuki als Hersteller von Autos mit Allradantrieb bekannt. So gibt es auch den Kizashi als 4x4er, zu einem Aufpreis von 3000 Euro gegenüber dem Fronttriebler. Dafür bekommt der Käufer nicht nur einen zusätzlichen Kraftfluss an die hintere Achse, sondern auch ein serienmäßiges Automatikgetriebe.

Genau hier liegt aber das Problem: Das stufenlose CVT-Getriebe ist in dem Suzuki alles andere als eine Bestbesetzung. Bei langsamer Gangart oder in der Innenstadt kann es seine Trägheit noch überspielen, doch beim Beschleunigen, bei Bergfahrten oder Überholmanöver auf der Landstraße kommen die Schwächen ans Licht. Der 2,4-Liter-Vierzylindermotor brüllt und dreht bei der Leistungsabforderung wild hoch, doch der Vortrieb bleibt überschaubar. Die einzige Chance, den Fahrer milde zu stimmen, hat dann der manuelle Modus. Er schiebt dem stufenlosen Kegelrad-Getriebe sechs imaginäre Schaltstufen unter, die über Paddles am Lenkrad gesteuert werden. Das funktioniert bei flotter Fahrt nicht grandios, aber allemal besser, als dem Kizashi selbst das Schalten zu überlassen.

Etwas träge wirkt der Motor ohnehin, seine 178 PS (131 kW) merkt man ihm kaum an. Die knapp neun Sekunden, in denen der Kizashi den Sprit von 0 auf 100 Stundenkilometer zurücklegt, sind kein Bestwert, und auch die Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h ist in dieser Klasse an der unteren Grenze. Damit ist der Allrad-Kizashi zudem etwas langsamer als sein Kollege mit Frontantrieb, der ein Tempo bis 215 km/h erreicht und eine Sekunde weniger benötigt, um aus dem Stand auf 100 km/h zu kommen. Den Normverbrauch des Kizashi 4x4 gibt Suzuki mit 8,3 Litern Super auf 100 Kilometern an – ein recht hoher Wert, den die Japaner mit einem modernen Triebwerk durchaus senken könnten. Denn Spritspartechniken wie eine Start-Stopp-Automatik fehlen dem Aggregat.

Der Allradantrieb hingegen überzeugt durchweg. Mit einem Schalter über dem linken Knie wählt der Fahrer die 4x4-Option. Wie der kleinere SX4 verfügt auch der Kizashi über einen von Suzuki als "intelligent" bezeichneten Allradantrieb mit einer elektromagnetischen Lamellenkupplung. Das bedeutet: Im Normalbetrieb wird der Kizashi allein über die Vorderachse angetrieben – drehen aber die Vorderräder auf Eis, Schnee oder rutschiger Fahrbahn durch, schaltet sich der Allradmodus hinzu und leitet variabel bis zu 50 Prozent der Motorleistung nach hinten. So kommt der Kizashi selbst auf purem Eis den Berg hinaus.

Muss es nun der Kizashi 4x4 sein oder reicht der 26.900 Euro teure Fronttriebler? Keine leichte Entscheidung, zumal für viele Interessenten die Handschaltung die bessere Wahl sein dürfte. Doch wo ist für unter 30.000 Euro schon eine Allrad-Limousine mit Luxusausstattung zu bekommen? Suzuki selbst geht davon aus, dass sich etwa jeder vierte Kizashi-Kunde für die Allradvariante entscheidet. Ausgeliefert wird der 4x4 vom Monatsende an.

 
Leser-Kommentare
  1. "Denn Spritspartechniken wie eine Start-Stopp-Automatik fehlen dem Aggregat."

    Genau für solchen überflüssigen (außer in pseudo-ökoterrorstädten mit endlos langen ampelphasen) greenwashing müll zahlt man ja u.a.bei dt. premiumkisten phantasiepreise. und was hat eine start-flop-automatic mit dem aggregat zu tun ?
    die kann man doch an jedes aggregat andängeln...
    wenn´s den suzi hier als diesel oder gasgetrieben gäbe, wäre ich interessiert.

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