Umweltschutz Umweltverband bescheinigt Biosprit schlechte Klimabilanz
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 Regenwälder werden abgeholzt, wertvolle Biotope zerstört

Eine andere Möglichkeit, den steigenden Ethanolbedarf in Deutschland zu decken, sind Importe. Doch auch da sieht der BUND Probleme. Regenwälder werden abgeholzt, Anbauflächen für Lebensmittel für Energiepflanzen genutzt, wertvolle Biotope zerstört. Schon heute werden rund 35 Millionen Hektar Ackerland in Entwicklungs- und Schwellenländern für EU-Staaten genutzt, um die Nachfrage nach Agrarprodukten zu decken – und jetzt steigt auch noch der Anteil von Agrarsprit an diesen Produkten. Denn nicht nur Deutschland muss das Zehn-Prozent-Ziel bis 2020 erreichen, sondern jeder EU-Staat.

Bisher importiert die EU zwar Biomasse, aber sie kann sie nicht für die Herstellung von Bioethanol verwenden. Denn damit die Importe auf die zu erreichenden Quoten angerechnet werden kann, müssen sie zertifiziert sein – die Zertifizierung soll garantieren, dass Rohstoffe für Agrotreibstoff nicht von Flächen stammt, die vor 2008 noch wertvolle Ökosysteme waren. Aber das Zertifizierungssystem kommt nicht in Gang. "Solche zertifizierten Betriebe gibt es außerhalb der EU bisher nicht", sagt BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. Bisher gebe es auch nur wenige, die überhaupt infrage kommen könnten. Das Londoner Institute for European Environmental Policy hat ausgerechnet, dass 50 Prozent des Agroethanols und 41 Prozent des Agrodiesels, der 2020 in der EU benötigt wird, importiert werden müssen. Dafür müsse die Anbaufläche für solche Pflanzen weltweit auf bis zu 69.000 Quadratkilometer ausgedehnt werden – was fast der Fläche Irlands entspricht.

Laut EU-Vorschrift sollen Biokraftstoffe in der gesamten Produktions- und Verwertungskette 35 Prozent weniger CO2 freisetzen als herkömmlicher Treibstoff. Die EU-Nachhaltigkeitszertifizierung berücksichtige bei diesem Zielwert zwar den "gesamten Herstellungsprozess", so der BUND, nicht aber "indirekte Landnutzungsänderungen durch die Ausweitung des Anbaus von Energiepflanzen". Würde man die Umwandlung von gewachsener Natur in Anbaufläche berücksichtigen, werde die CO2-Bilanz des Biosprits sogar negativ. Was als Umweltschutzmaßnahme daherkommt, schade ihr in Wirklichkeit also nur.

 
Leser-Kommentare
  1. Ach, das Gezetere war groß als die DDR zusammenfiel und die grünen Öko-Freaks die Monokulturen der Kiefernwälder in Brandenburg geißelte.

    Heute ist das schon lange Normalität:

    Raps-Felder weit und breit und der gute deutsche Honig kommt aus dem Ausland, weil ganze Populationen von Bienen-Stöcken dem Raps-Wahn zum Opfer fielen.

    Der Anbau von Zuckerrüben in Meck-Pomm wurde genauso als mono-kulturell gegeißelt.

    Geld stinkt nicht, aber dafür bekommen wir nun wieder monogamen Bio-Sprit.

    Na ja, wer eben nicht bei McDoff einkehrt, dem wird der Fritten-Buden-Gestank ja jetzt en Masse geliefert.

    Wie wäre es mal damit:

    Kraftfahrzeuge mit einem ordentlichen Masse-Leistungs-Verhältnis zu produzieren und keine PS-Boliden für Fahrzeuglenker, denen das Auto nicht als Pen...-Ersatz dienen sollen.

    Ausbau des ÖPNV und der Infrastrukturen, so dass die AN nicht immeer nur auf ihr Auto angewiesen sind.

    Das alles gab es schon einmal:

    Im guten alten Osten - sogar mit Vollbeschäftigung.

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  2. Ich verstehe einfach nicht, nachdem schon ueber den angeblich so tollen Biodiesel klar war, dass es alles andere als BIO ist, und wie meistens Dritt/Schwellenlaender darunter leiden die Rohstoffe fuer sowas bereitzustellen.

    Ich konnte es nicht fassen, dass dann jetzt tatsaechlich diese ABGEF*** (verzeihung, aber das macht mich so wuetend) E10 Norm eingefuehrt wird?

    Mittlerweile kann sich doch jeder ausrechnen, ohne jegliche Probleme, dass so eine Rechnung nicht hinkommen kann! Ich wuerde mal gerne einen dieser Abgeordneten die sich fuer diese Norm eingesetzt haben, fragen, wie hoch denn der CO2 footprint eines Liters Ethanol ist? Ich behaupte einfach mal, dass es vielleicht auf das Gleiche herauskommt, wenn nicht schlechter als purer Treibstoff aber auf jeden Fall in keinem Verhaeltnis zum Aufwand steht.

    Die naechste Frage, es kommt mir so vor als sei da den Treibstoff anbietern ein gefallen mit gemacht worden? Wie beim Euro, eine moeglichkeit den Treibstoffpreis anzuheben, auch wenn nur ein bischen. Die Armen, jetzt wird das Benzin fuer sie noch billiger, und fuer uns? teurer!

    Woher nehmen Politiker solche Ideen? So eine unmoegliche Aktion wird im Null-Komma-Nichts umgesetzt, aber um den ganzen Elektroschrott der von Europa aus in alle Welt verschifft wird, oder die subventionierten Lebensmittel die vor allem die Lebensmittelpreise in nordafrikanischen Laender kaputtmachen und Existenzen zerstoeren, darum kann man sich nicht kuemmern, weil das ja zu komplex ist!?

    Auweia

  3. Schon vergessen ? Wer hat denn in den 90'er Jahren so vehement den Biosprit propagiert ?

    Die Agroindustrie, vorweg die Hersteller von Zucker, hat schnell reagiert und die wegfallenden Subventionen für den Rübenanbau durch die Ethanolherstellung kompensiert. Die Zertifizierungsanforderungen, die z.Zt. nur von EU-Herstellern erfüllt werden (komisch, komisch), flankiert das Monopol. Auch hier wieder ein Paradebeispiel für die "Weitsicht" unserer Ökopaxe (=Selbstbetrug).

    Aber man kann ja dagegen was tun: E10 hat - wenn man genau rechnet - einen um 1,75% niedrigeren Heizwert als E5. Und dieser bestimmt den Verbrauch, und nicht - wie man manchmal hört - die Oktanzahl. Die ist bei E5 und E10 gleich, und wenn man Super98 tankt, sollte man vielleicht seinen Motor tunen. Wenn dieser standardmäßig auf 95 Oktan ausgelegt ist, nützen 98 Oktan so gut wie gar nichts.

    • ThorHa
    • 24.02.2011 um 20:26 Uhr

    um Autos (!) anzutreiben, sollte sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. Ich bin sehr selten fassungslos - aber die öffentliche Förderung dieser Perversion und ihre Bejubelung durch Öko-Aktivisten lässt mich noch nach Jahren fassungslos zurück ...

    12 Leser-Empfehlungen
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    "Wer Lebensmittel verbrennt, um Autos (!) anzutreiben, sollte sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. Ich bin sehr selten fassungslos - aber die öffentliche Förderung dieser Perversion und ihre Bejubelung durch Öko-Aktivisten lässt mich noch nach Jahren fassungslos zurück ..."

    Was wären Ihrer Meinung nach die Alternativen, möglichst nachhaltig?
    Ist Erdöl verbrennen nach dem Peakoil noch sinnvoll, nur um 1-2 Tonnen Blech anzutreiben um ca. 280 kg Menschen (aka 4 Personen) durch die Gegend zu befördern?
    Sollen wir besser die Auto-Aktivisten bejubeln, die, wenn nicht von den achsobösen Grünenperversionen getrieben, immer noch keine Katalysatoren auf den Markt gebracht hätten?
    Und wo sind die Autos mit einem Verbrauch unter 3L auf 100km?

    "Wer Lebensmittel verbrennt, um Autos (!) anzutreiben, sollte sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. Ich bin sehr selten fassungslos - aber die öffentliche Förderung dieser Perversion und ihre Bejubelung durch Öko-Aktivisten lässt mich noch nach Jahren fassungslos zurück ..."

    Was wären Ihrer Meinung nach die Alternativen, möglichst nachhaltig?
    Ist Erdöl verbrennen nach dem Peakoil noch sinnvoll, nur um 1-2 Tonnen Blech anzutreiben um ca. 280 kg Menschen (aka 4 Personen) durch die Gegend zu befördern?
    Sollen wir besser die Auto-Aktivisten bejubeln, die, wenn nicht von den achsobösen Grünenperversionen getrieben, immer noch keine Katalysatoren auf den Markt gebracht hätten?
    Und wo sind die Autos mit einem Verbrauch unter 3L auf 100km?

    • F.K.
    • 24.02.2011 um 20:36 Uhr

    Naja, letzten Endes wird dieser komischen Öko-Spinnerei sowies eine lächerliche geschichtliche Episode sein, über die unsere Nachfahren nur den Kopf schütteln. Die Frage ist nur, wann die Realisten wieder zum Zuge kommen und welcher Anteil der landwirtschaftichen Nutzfläche vorher ruiniert wurde.

  4. 1,75% entsprechen ca. 2,3 cts/l (E5-Grundpreis sei 1,50 EUR/l). Wenn man noch(!) die Wahl hat und die 90% aller Benzinfahrer, die die Wahl haben, ökonomisch rational handeln, muss sich die Preisdifferenz bei diesem Wert einpendeln. Der E5-Produzent muss jedoch eine Penalty von ca. 2 cts/l-E5 bezahlen (Nichterfüllung der Quote, macht auf die Gesamtproduktion von Benzin bezogen ca. 450 Mio EUR), d.h. der Erzeuger von E5 (E5=1,52 EUR/l)und E10 (=E5*0,985=1,497) sind damit margenmäßig auf dem gleichen Niveau. Der E10-Produzent hat jedoch die zusätzlichen Blendkosten für das Ethanol am Hals, und die sollen ja auch nicht zu verachten sein.

    Mündige Konsumenten können diesen E10-Unsinn also mit Hilfe pragmatischer Benzinproduzenten (und dem Kartellamt !) verhindern.

  5. Es geht bei Agrartreibstoffen nicht um Klimaschutz.

    Der ursprüngliche Gedanke war, das Problem der EU Agrarüberschüsse elegant zu lösen.

    Heute geht es vor allem auch um eine stärkere Diversifizierung beim Ölbezug.

    Klimaschutz ist in diesem Falle irrelevant, da müsste man Bioethanol aus heimischer Produktion gleich wieder verbieten.

    Klimaschutz lässt sich aber besser verkaufen als eine Vorbereitung auf die nächste (finale?) Ölkrise. Dieses Thema ist in der Politik noch nicht salonfähig.

    mfg

  6. wenn gut ausgebildete Lobbyisten auf nicht sonderlich intelligente Volksvertreter treffen. Oder haben hier etwa doch alle eingebundenen Kreise an einem Strang gezogen? Eigentlich gibts nur 2 Möglichkeiten:
    1) Die verantwortlichen Politiker sind total blöd
    2) Die verantwortlichen Politiker sind käuflich
    Wie dem auch sei, jetzt hat das einfache Stimmvieh dank Internet leider doch gemerkt, das hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Bleibt zu hoffen, dass die betreffenden Damen und Herren wenigstens ein Minimum an Rückgrad haben und die Katastrophale Fehlentscheidung E10 schnellstmöglich rück abwickeln. Andererseits: Die Glaubwürdigkeit unseres GrünRotGelbSchwarzen Politklüngels geht mittlerweile ohnehin gegen Null. Da fällt ein beherzter Tritt ins Fettnäpfchen mehr oder weniger wohl auch nicht mehr ins Gewicht.

    Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/er

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