Kraftstoff Streit um teures Super-Benzin
E10 ist günstiger als das bisherige Super. Die Mineralölbranche findet das völlig normal, der ADAC spricht von Abzocke derer, die den neuen Sprit nicht tanken können.
Etwa 90 Prozent der auf deutschen Straßen fahrenden Autos vertragen die neu eingeführte Biosprit-Sorte E10, also Benzin, dem zehn Prozent Bioethanol beigemischt wurde. Die restlichen zehn Prozent der Autofahrer, immerhin mehr als drei Millionen, müssen weiter zum E5 greifen. Sie sind nach Ansicht des Automobilclubs ADAC der besondere Zahlmeister für die Mineralölwirtschaft.
Das Argument des ADAC: Als Alternative zu E10 werde häufig nur noch Super-Plus angeboten, also Benzin mit 98 Oktan. Das ist aber teurer als Super-Kraftstoff mit 95 Oktan und auch teurer als das neue E10. Der Autoclub sieht in dem Vorgehen "Trickserei". Die Ölkonzerne wollten offensichtlich Super E5 mit 95 Oktan vom Markt nehmen und nur noch Super-Plus anbieten.
Damit missachte die Mineralölindustrie die vom Gesetzgeber vorgegebene Bestandsschutzregelung. Sie sieht vor, dass die Tankstellen weiterhin E5 für alle Fahrer anbieten müssen, deren Auto die neue Benzinmischung mit zehn Prozent Ethanol-Anteil nicht verträgt. ADAC-Präsident Peter Meyer forderte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) auf, "geeignete Maßnahmen" ergreifen, "um das Aushebeln der Bestandsschutz-Regelung zu verhindern".
Die Branche wies den Vorwurf des ADAC vehement zurück. "Wir erfüllen die gesetzlichen Regelungen in vollem Maße", sagte eine Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV). Vorgeschrieben sei, Super E5 mit mindestens 95 Oktan als Bestandsschutz-Sorte anzubieten. Man habe sich für die 98-Oktan-Variante entschieden, da die Zahl der Erdtanks an den Tankstellen begrenzt sei und man nicht E5 95, E5 98 und E10 anbieten könne. Dabei reicht Ottomotoren, die Superbenzin benötigen, grundsätzlich solches mit 95 Oktan aus, Sprit mit 98 Oktan gilt aber als etwas umweltfreundlicher. In der Branche wird zudem argumentiert, dass mit der Einführung von E10 das bisherige Super/Super-Plus ein Nischenprodukt werde: Weil künftig geringere Mengen produziert würden, steige der Preis.
Tatsächlich ist E10 beim Marktführer Aral, der derzeit seine rund 2500 Tankstellen in Deutschland umrüstet, die günstigste Sorte – je Liter beträgt die Preisdifferenz zu E5 derzeit fünf Cent. "Wenn es nicht deutlich günstiger wäre, würde es keiner tanken", sagte Aral-Vorstand Stefan Brok. Und das wäre nicht im Interesse der Tankstellenbetreiber, denn der Gesetzgeber verpflichtet sie dazu, eine bestimmte Biospritquote zu erfüllen. Erfüllen die Tankstellenbetreiber die Quote nicht, drohen Geldstrafen in Millionenhöhe.
Kosten E5 und E10 aber gleichviel, könnten Autofahrer in der Tat geneigt sein, eher zu E5 zu greifen – vor allem aus Verunsicherung darüber, ob ihr Auto den Treibstoff mit zehn Prozent Biosprit-Anteil überhaupt verträgt. In etwa drei bis vier Millionen Pkw kommt der Motor mit E10 nicht zurecht, es drohen Schäden an Dichtungen und Metallteilen. Im Zweifelsfall werden die Mitarbeiter in den Tankstellen kaum weiterhelfen: Der Mineralölverband hat den Betreibern von einer Beratung unsicherer Autofahrer abgeraten, aus Haftungsgründen. Möglicherweise halten Tankstellen aber die offizielle Liste der Automobilindustrie parat, in der alle Automodelle aufgeführt sind, die den neuen Kraftstoff vertragen. Die Mineralölwirtschaft rät Autofahrern, in der Werkstatt nachzufragen.
- Datum 14.02.2011 - 15:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...da die Zahl der Erdtanks an den Tankstellen begrenzt sei und man nicht E5 95, E5 98 und E10 anbieten könne...
Das ist schlicht und ergreifend eine dreiste Lüge!
Für Normal, Super, Super Plus und Super duper Plus waren doch auch genügend Tanks vorhanden, oder?
Normal ist vom Markt, wurden da die Erdtanks zugeschüttet?
"Für Normal, Super, Super Plus und Super duper Plus waren doch auch genügend Tanks vorhanden, oder?"
Man munkelt, dass Tankstellen in Wirklichkeit nur zwei Tanks haben....Diesel und Benzin....daran kann man ja unbegrenzt Zapfsäulen anschliessen auf die man schreiben kann, was immer man auch will.
;-)
"Für Normal, Super, Super Plus und Super duper Plus waren doch auch genügend Tanks vorhanden, oder?"
Man munkelt, dass Tankstellen in Wirklichkeit nur zwei Tanks haben....Diesel und Benzin....daran kann man ja unbegrenzt Zapfsäulen anschliessen auf die man schreiben kann, was immer man auch will.
;-)
"Man habe sich für die 98-Oktan-Variante entschieden, da die Zahl der Erdtanks an den Tankstellen begrenzt sei und man nicht E5 95, E5 98 und E10 anbieten könne".
So ein quatsch! Bis vor kurzem gab es Normal, Super und SuperPlus, auch drei Sorten. Nur die Preise von Normal und Super wurden gleichgeschaltet.
Ich habe übrigens kein Problem damit, BIS ZU 5 cent mehr zu zahlen für E5, weil ich mich weigere, E10 zu tanken. Der Bestandsschutz muss nicht nur wg. älterer Pkw's gegeben sein, sondern auch wegen der grundsätzlichen Wahlmöglichkeit der Autofahrer. Schließlich ist das E10 umstritten.
Bei zukünftig sinkenden Marktanteilen von E5 (logisch - wegen des deutlichen Preisunterschiedes), werden die Kosten der Distribution desselben noch höher. Also ist eine langsam steigende Differenz erwartbar. Der Gesetzgeber muss hier nach den Prinzipien der Mischkalkulation Grenzen zur Preisdifferenz setzen!
"Die Verbandssprecherin warf dem ADAC vor, unverantwortlich zu handeln: Der Automobilclub suggeriere, dass Autofahrer auch an E10-Zapfsäulen bedenkenlos tanken könnten, weil man dort noch weitgehend Benzin mit niedrigerem Ökosprit-Anteil bekomme. Da dies aber nicht mehr der Fall sei, drohten Motorschäden, wenn das Auto E10 nicht vertrage."
Ich werde doch bei meinem Motorrad jetzt nicht E10 tanken, nur weil der ADAC gesagt hat, dass da wahrscheinlich noch E5-Benzin drin ist. Na, das wäre ja wohl mal selber Schuld!
fürn Bäcker, weil ich 5% weniger Weitzen tanke, aber die Lebensmittelpreise wie jeder andere zahlen muß!
egal welche Partei diese bringt löhnt immer der kleine Mann! Kann das noch jemand zusammenzählen, was wir wegen der Umwelt löhnen und vorallem wo das Geld hinfließt?
richtig ist, dass in erster Linie tatsächlich immer "der kleine Mann" zahlt. Auch richtig ist, dass unsere Politiker verantwortungslos, korrupt und unfähig sind.
Vorallem aber richtig ist, dass die Kosten unseres Lebensstils nicht von den von uns zu bezahlenden Preisen gedeckt sind. Die Rechnung kommt aber später und dann doppelt und dreifach.
richtig ist, dass in erster Linie tatsächlich immer "der kleine Mann" zahlt. Auch richtig ist, dass unsere Politiker verantwortungslos, korrupt und unfähig sind.
Vorallem aber richtig ist, dass die Kosten unseres Lebensstils nicht von den von uns zu bezahlenden Preisen gedeckt sind. Die Rechnung kommt aber später und dann doppelt und dreifach.
"Die Mineralölwirtschaft rät Autofahrern, in der Werkstatt nachzufragen."
Die Empfehlung ist zwar tendenziell richtig. Allerdings kann es passieren, dass Sie - sehr beliebt bei "Mehrmarken-Autohäusern" - anschließend genauso klug sind wie zuvor, weil drei Leute Ihnen vier sich fundamental widersprechende Auskünfte gegeben haben.
Besser: Auf der Homepage des Herstellers nachsehen oder sich bei der - hoffentlich kostenlosen - Kundendienst-Hotline kundig machen. Die "Homepage-Version" hat außerdem den großen Vorteil, die Aussage zur "E-10-Kompatibilität" des gesamten Modellprogramms oder zum einzelnen Typ kopieren und speichern bzw. ausdrucken zu können, um so im "Bedarfsfall" einen verwertbaren schriftlichen Beleg in der Hand zu haben.
Der Verbraucher ist mal wieder der Dumme.
1. Hat man durch E10 einen höheren Verbrauch - wie viel wäre mal gut zu Wissen
und 2. Haben Besitzer "älterer" Autos das große Nachsehen. Die Autos wurden nämlich noch nicht darauf ausgelegt. Ob die Angaben für die Eignung für E10 der Autohersteller stimmen kann schließlich keiner nachprüfen. Wer weiß ob diese Angaben stimmen oder ob die Hersteller Angst haben, dass die Preise für ihre Gebrauchtwagen in den Keller stürzen. Außerdem würde man ja von Defekten durch den Kraftstoff profitieren.
aufgrund der geringeren Energiedichte von Ethanol steigt der Kraftstoffverbrauch gegenüber ethanolfreiem Kraffstoff um etwa drei Prozent und damit auch die CO2-Emissionen - der Wurzel allen Übels, der Geißel der Menschheit.
Das ARD-Magazin „Fakt“ berichtete am 6. Dezember 2010, Wissenschaftler haben als Folge der veränderten Beimischung hochgiftige Verbindungen wie Blausäure und Ozon in den Abgasen gefunden.
Fehlende Recherche im Artikel, die mich genau 10 sek. Google kostete.
Sie können doch nicht ernsthaft von einem Geisteswissenschaftler erwarten, dass dieser weiss, wie man eine Suchmaschine bedient, oder recherchiert! Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder x-beliebige Kommentator Artikel der classe politique et intelectuelle zerlegen könnte? Was würden die Schleusenhüter ohne Schleusen machen (Gate keeper) machen?
Liebe(r) f4lcone,
dass Ethanol einen geringeren Energiegehalt hat, haben wir bereits an anderer Stelle hier erwähnt. Diese Tatsache spielt aber für das Thema des Artikels -- die Frage des unterschiedlichen Literpreises (E5 versus E10) -- keine Rolle.
Beste Grüße
Matthias Breitinger
Sie können doch nicht ernsthaft von einem Geisteswissenschaftler erwarten, dass dieser weiss, wie man eine Suchmaschine bedient, oder recherchiert! Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder x-beliebige Kommentator Artikel der classe politique et intelectuelle zerlegen könnte? Was würden die Schleusenhüter ohne Schleusen machen (Gate keeper) machen?
Liebe(r) f4lcone,
dass Ethanol einen geringeren Energiegehalt hat, haben wir bereits an anderer Stelle hier erwähnt. Diese Tatsache spielt aber für das Thema des Artikels -- die Frage des unterschiedlichen Literpreises (E5 versus E10) -- keine Rolle.
Beste Grüße
Matthias Breitinger
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