Elektromobilität Mit Bangkok-Feeling zum Brandenburger Tor
Ein Amerikaner startet in Berlin mit elektrisch betriebenen Tuk Tuks. Sie könnten für Stadttouren oder gar als Taxis dienen – doch noch kämpft Adam Rice mit den Gesetzen.
© eTukTuk GmbH

Ein TukTuk mit Elektroantrieb
Wenn alles so läuft wie von Adam Rice geplant, werden in der zweiten Aprilwoche ungewöhnliche Dreirad-Fahrzeuge in den Straßen von Berlin zu sehen sein. Bislang kennt man sie nur aus Asien: Autorikschas, die dreirädrigen Vehikel mit Zweitaktmotor, gehören in Thailand und Indien seit mehreren Jahrzehnten zum Straßenbild. Nach ihrem Motorgeräusch werden sie dort auch Tuk Tuks genannt. Sie sehen aus wie Mopeds, denen ein Fahrgastraum mit Sitzbank angeklebt wurde.
Bei seinen Reisen nach Asien ließ sich auch Adam Rice – in den USA geboren und seit sechs Jahren in Berlin lebend – in den Fahrzeugen befördern. Trotz der verstopften Straßen kam er in Bangkok und Mumbai schnell voran. "Da habe ich mir gedacht, dass diese Dreiräder auch eine Lösung für den überlasteten Straßenverkehr in europäischen Großstädten sein könnten", erzählt der 38-Jährige.
Rice beschloss, die Tuk Tuks nach Europa zu bringen. Allerdings erkannte er schnell: Die asiatischen Autorikschas einfach zu importieren, war nicht die Lösung. Die Fahrzeuge müssten EU-Normen erfüllen, welche die in Asien heute herumfahrenden Vehikel wohl schwerlich erreichen, und zudem sind die Tuk Tuks zwar praktisch, aber wenig umweltfreundlich. Die darin arbeitenden Zweitakter sind sehr ineffizient, laut und erzeugen schädliche Abgase. Sinnvoller, dachte sich Rice, wäre der Einsatz von Elektromotoren.
So machten sich der Amerikaner und sein deutscher Geschäftspartner Wolfgang Knoerr auf die Suche und fanden Anfang 2010 in den Niederlanden ein Unternehmen, das Tuk Tuk-Modelle nach asiatischem Vorbild, aber mit europäischen Standards entwickelte, also etwa mit Dreipunktgurten. Die Firma lässt die noch unmotorisierten TukTuks in Thailand fertigen und dann nach Europa verschiffen. In den Niederlanden erhalten die Fahrzeuge dann ihren Antrieb: Keinen knatternden Zweitakt-Benziner, sondern einen Elektromotor nebst einer 300 Kilogramm schweren Batterie. So bekamen die eTuks die EU-Zulassung. Mit dem Hersteller im Rücken gründeten Rice und Knoerr im Mai 2010 die eTukTuk GmbH.
- Daten zum eTuk
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Die Elektro-Rikschas gibt es in verschiedenen Ausführungen: entweder mit drei oder sechs Fahrgastsitzen sowie als Cargoversion mit großem Laderaum. Alle Versionen haben das gleiche Aggregat und den dazugehörigen Akku. Ein Elektromotor mit 7 kW (9,5 PS) treibt den eTuk an, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 50 Stundenkilometern. Gespeist wird der Motor von einer Batterie mit einer Kapazität von 15,5 kWh. Mit einer Akkuladung fährt die Rikscha 70 bis 80 Kilometer, die 6-Personen-Variante kommt nicht ganz so weit.
Anschließend lässt sich die Batterie an einer Steckdose wieder laden. Das dauert rund zwölf Stunden. Die Sache lässt sich auf zwei Wegen beschleunigen: Optional bietet eTukTuk den Einbau einer Schnellladevorrichtung an, mit der die Batterie binnen zweieinhalb Stunden wieder komplett geladen werden kann. Alternativ lässt sich ein leerer Akku ausbauen und durch einen vollen ersetzen. Die Klassikvariante kostet ab 14.500 Euro, die längere Sechs-Personen-Version ab 17.800 Euro (jeweils netto).
Ein knappes Jahr später, im April 2011, sollen nun die ersten zehn elektrisch angetriebenen Tuk Tuks nach Berlin kommen. Für Juni sind weitere zehn geplant – danach wollen Rice und Knoerr die Elektro-Rikschas auch nach Hamburg, Frankfurt und München bringen. "Wir vermieten eTuks, zum Beispiel an Unternehmen, die die Fahrzeuge für Veranstaltungen oder zu Promotionszwecken nutzen möchten", sagt Rice. "Wir bieten die Dreiräder aber auch zum Kauf an." Zwei Exemplare seien bereits verkauft worden.
Rice könnte sich seine eTuks auch gut als Taxi vorstellen. "In Berlin gibt es mehr als 7000 Taxen. Wenn wir nur einen Teil davon ersetzen könnten, wäre das wunderbar für die Umwelt", sagt er. Der ökologische Nutzen würde freilich relativiert, wenn das Unternehmen seine eTuks für den Winterbetrieb mit Heizstrahlern ausrüstete. Im Gegensatz zu herkömmlichen Taxen verfügt das Dreirad nämlich nicht über eine geschlossene Karosserie. Lediglich Planen schützen die Fahrgäste vor den Unbilden des deutschen Wetters.
- Datum 26.02.2011 - 09:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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In Berlin ist bereits vor Jahren eine Bemo-Initiative (http://de.wikipedia.org/w...) gescheitert, weil die Taxi-Innung und die BVG das Personenbeförderungsgesetz in seiner jetzigen Form mit dem Messer zwischen den Zähnen verteidigen. Auch ein Wassertaxi-Unternehmer hat es hier nicht leicht (http://www.wirtschaftswet...).
Ein Kollege, der längere Zeit in Bangkok gelebt hat, hat mir erzählt, das die Tuktuks dort nur noch für die Touristen betrieben werden. Die Thailänder selbst bebützen diese Fahrzeuge für die eigenen Transporte kaum noch. Aber weil die Touristen einfach dieses Klischeebild im Kopf haben, zu dem halt in Bangkok die Tuktuks gehören, bietet man sie halt weiterhin an für Touristenfahrten. Zum heutigen, tatsächlichen Leben der Menschen in Bangkok gehören diese Fahrzeute aber eindeutig nicht mehr. Es ist immer wieder Schade, wie Touristen im Reiseland immer wieder nach dem Klischeebild suchen, statt versuchen zu erleben, wie denn die Menschen tatsächlich leben.
Die Idee, diese Tuktuks auch in europäischen Metropolen einzusetzen, finde ich trotzdem gut. Mit Elektromotor sicher eine günstige Möglichkeit für Kurzstreckentransporte im Sommer.
Ich habe eine ganze Woche in Bangkok verbracht und hatte teilweise Schwierigkeiten, ein TukTuk zu finden welches nicht von Einheimischen besetzt war. Das TukTuk ist kein Klischeebild, es ist DAS ultimative Transportmittel, nicht nur in Bangkok sondern in jeder Stadt Thailands, Laos oder Cambodias welche ich besucht habe. Sie gehören zum Straßenbild und werden von allen genutzt. Sie sind wendiger, kleiner, spritsparender (wenn auch nicht klimafreundlich --> sie verbrauchen weniger als so manches Auto!) und vor allem erschwinglicher als Autos für dort herrschende Verhältnisse.
Bevor man also auf Äußerungen eines Kollegen schließt und resümiert, dass TukTuks "eindeutig nicht mehr zum Straßenbild gehören" und Touristen abklatscht weil sie Klischeebilder suchen...
Wie wärs mit EIGENEN Erfahrungen, und es selbst erleben??
Ich wette 5 Baht, das erste Gefährt nach dem Bus in die City ist ein TukTuk!
die Vorschriften durchlesen - das geht immer schief. Im Kern ist daran aber nicht die Bürokratie allein dran schuld, das hat auch was mit Sorgfalt zu tun.
Ich finde die TukTuks nett, aber auf die Idee, dass sie keine Droschke, kein Bus und kein normales Taxi sind, wäre ich allerdings sofort gekommen.
In anderen Ländern gibt es auf den Straßen auf Grillstände mit Holzkohle - echt lecker - aber ich würde auch da nicht davon auseghen, dass ich dass in jeder Stadt dürfte ...
Gernot
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