ElektroautoMia, das bescheidene Raumwunder

Keine Schaltung, keine Kupplung: Mia fährt sich wie ein Autoskooter. Ab Sommer wird das Elektroauto ausgeliefert, Privatkunden müssen noch ein paar Monate länger warten.

Mia wirkt ein wenig schüchtern. Ihre Väter haben Mia zu Understatement und unauffälligem Auftreten erzogen. Einen Standardparkplatz im Parkhaus füllt sie gerade einmal zur Hälfte aus. Doch die äußere Hülle, vom Design her irgendwo zwischen Smart und asiatischem Microvan angesiedelt, hält deutlich mehr als sie verspricht: Mia ist ein Raumwunder.

Wer eine der beiden Schiebetüren öffnet, ist verblüfft. Der Fahrersitz, zentriert vor dem mittig montierten Lenkrad, steht vergleichsweise hoch über der Fahrbahn, das Einsteigen fällt von der rechten wie von der linken Seite gleichermaßen leicht. Beifahrer eins und Beifahrer zwei sitzen hinter dem Piloten, strecken ihre Beine aber rechts und links neben dem Fahrersitz aus. So lässt es sich auch in der Kurz-Version der Mia ausgesprochen bequem sitzen.

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Und dennoch bleibt ein beachtliches Ladevolumen übrig. Mia ist ein Raumwunder, weil sie keinen Motorraum benötigt. Das gerade einmal 32 Kilogramm schwere Elektromotörchen, das Mia mit einer Motorleistung von 18 Kilowatt (24 PS) leichtfüßig durch die Stadt flanieren lässt, ist direkt an der Hinterachse verbaut.

Mia steht für Unkompliziertheit. Wer den Zündschlüssel nach rechts dreht, fährt vorwärts; wer ihn nach links dreht, fährt rückwärts. Dazwischen gibt es nichts, was den Vortrieb unterbricht, keine Schaltung, keine Kupplung. Allein das Gaspedal muss betätigt werden, ganz wie im Autoscooter.

Wer nun genau ist diese Mia? Mia kommt aus Frankreich. Sie ist ein waschechtes Elektroauto. All die Minis und Smarts mit Elektromotor können sie kaum beeindrucken. Das sind eben keine echten Elektrofahrzeuge. Sie kommen als Fahrzeuge zur Welt, die für Verbrennungsmotoren konzipiert wurden, werden dann umständlich zu Elektromobilen umoperiert, bringen am Ende samt Batterie an die zwei Tonnen auf die Waage und kosten eine Menge Geld. Mia markiert dagegen die preisliche Untergrenze der Elektromobilität, ist von Anfang an auf Leichtbau und Unkompliziertheit getrimmt.

Das Basismodell kostet 19.500 Euro inklusive Batterie. Mia wird von einem Joint Venture gebaut, an dem der Energiedienstleister Conenergy 25,1 Prozent hält, der Rest gehört dem saarländischen Pharmaunternehmen Edwin Kohl. Gemeinsam haben sie im vergangenen Jahr die Elektroautosparte des insolventen französischen Fahrzeugherstellers Heuliez gekauft und Mia zu neuem Leben erweckt. Die Franzosen hatten bereits 2008 mit der Entwicklung von Mia begonnen.

Mia gibt's in der Kurzversion (2,87 Meter) und in einer Langfassung (3,19 Meter). Knapp 500 Mia-Fans haben bereits verbindlich geordert. Es kaufen Energieversorger, Industrieparks, Pflegedienste. Auch Privatkunden finden Gefallen an Mia, sie werden allerdings erst 2012 bedient. Die Serienproduktion beginnt im Juni. "Wir hätten auch noch warten können, ehe die Systemdiskussion über den Stecker abgeschlossen ist. Aber das hätte zu lange gedauert. Mia kommt mit einem einfachen Standardstecker aus", sagt Roman Dudenhausen, Geschäftsführer von Conenergy.

Erschienen im Handelsblatt

 
Leserkommentare
  1. ... in diese Richtung läuft schneller als wir glauben die individuelle Mobilität; zumindest in den Städten.

    Und wenn unsere großen Fahrzeughersteller nicht kurzfristig reagieren, werden genau solche Fahrzeuge von asiatischen Herstellern in Großserie zu Preisen angeboten für die wir, wenn man den Medienberichten glauben schenkt, noch nicht mal eine Batterie herstellen können. Die Nachfrage ist definitiv vorhanden.

    2 Leserempfehlungen
  2. das es in 2 Jahren zu kaufen gibt?

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    • mauhai
    • 12.02.2011 um 16:56 Uhr

    Vielleicht sollten Sie in 2 Jahren noch einmal darüber philosophieren.

    ...in zwei Jahren brauchst du auch ein Auto. ;-)

    • mauhai
    • 12.02.2011 um 16:56 Uhr

    Vielleicht sollten Sie in 2 Jahren noch einmal darüber philosophieren.

    ...in zwei Jahren brauchst du auch ein Auto. ;-)

  3. ... wie der Zündapp Janus aus. Es wäre zu hoffen, dass hieraus was wird.

  4. 4. Mhhhh?

    20 Tausend Euronen und volle 24 Pferdestärken. Au Weiha!

    Als seiner Voforitin kann Mann diese Schmette nicht schenken. Aber ob sich selbst die ökoangehauchte Ehefrau wirklich freuen würde?

  5. ..aber wenigstens ein paar eckdaten hätte man dazuschreiben können: Gewicht, Reichweite, Zuladung, projektierte Batterielebensdauer?

    24ps schrecken mich nicht, in der Stadt fahre ich meist nicht schneller als 30-40km/h, und wenn ich dazu nicht selber in die Pedale treten brauche, um so besser!

    Eine Leserempfehlung
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    Wer googelt macht sich nicht Straffällig und erlangt wissen.

    Dann findet mal auch so etwas wie Wikipedia, wo die Eckdaten sorgfältig aufgelistet werden.

    Einfach hier lang

    http://de.wikipedia.org/w...

    und das nächste mal selber schlau machen, statt drauf zu warten das irgendein Medium das Wissen für Sie vorkaut.

    ..Aha, wiki ist kein vorgekautes Medium? Welchen Sinn hätte ein Artikel wenn man danach alle relevanten Daten selber ergooglen soll? Dann kann ich mir den Besuch auf dieser site auch sparen, mehrfachkluger forist!

    Wer googelt macht sich nicht Straffällig und erlangt wissen.

    Dann findet mal auch so etwas wie Wikipedia, wo die Eckdaten sorgfältig aufgelistet werden.

    Einfach hier lang

    http://de.wikipedia.org/w...

    und das nächste mal selber schlau machen, statt drauf zu warten das irgendein Medium das Wissen für Sie vorkaut.

    ..Aha, wiki ist kein vorgekautes Medium? Welchen Sinn hätte ein Artikel wenn man danach alle relevanten Daten selber ergooglen soll? Dann kann ich mir den Besuch auf dieser site auch sparen, mehrfachkluger forist!

    • Zack34
    • 11.02.2011 um 20:05 Uhr

    Obwohl ich den ganzen Berichten über Wunderbatterie usw. sehr skeptisch gegenüber stehe, gefällt mir dieses Raumkonzept außerordentlich.
    Die 24PS sind für die Stadtfahrten völlig ausreichend. Und zum Thema Preis, das immer wieder erwähnt wird: allein die Batterie dürfte nicht unter 8.000,-€ Ankaufspreis liegen...

    • dacapo
    • 11.02.2011 um 21:51 Uhr

    Bin ich hier beim Playboy oder bei Auto-Bild gelandet? Au Weiha, da sehen aber manche "Männer" ihr Symbol schwinden. Schlechte Zeiten für diese Spezies. Aber keine Sorge, es dauert ja noch. Eigentlich schade, hätte diese schöne Zeit noch miterlebt.

  6. Wer googelt macht sich nicht Straffällig und erlangt wissen.

    Dann findet mal auch so etwas wie Wikipedia, wo die Eckdaten sorgfältig aufgelistet werden.

    Einfach hier lang

    http://de.wikipedia.org/w...

    und das nächste mal selber schlau machen, statt drauf zu warten das irgendein Medium das Wissen für Sie vorkaut.

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    • Zack34
    • 12.02.2011 um 10:55 Uhr

    User Twistlock hat zurecht von der Redaktion der ZEIT (!) ein paar Eckdaten erwartet; das kann ihm zu dem redaktionellen Beitrag eben nicht vorgeworfen werden, sonst mache man sich
    nur lächerlich.

    Und da Sie uns einen derart hilfreichen Link z.Vfg. gestellt haben, können Sie uns in ein paar Worten mitteilen, was sie dort über die Reichweite mit einer Ladung so an Wissen angehäuft haben? (Immerhin ist diese Angabe eine der wichtigsten überhaupt, wenn´s um E-Fahrzeuge geht.)

    Mit freundlichen Grüßen
    Zack34

    Alles lesen ist auch nicht schlecht.

    • Zack34
    • 12.02.2011 um 10:55 Uhr

    User Twistlock hat zurecht von der Redaktion der ZEIT (!) ein paar Eckdaten erwartet; das kann ihm zu dem redaktionellen Beitrag eben nicht vorgeworfen werden, sonst mache man sich
    nur lächerlich.

    Und da Sie uns einen derart hilfreichen Link z.Vfg. gestellt haben, können Sie uns in ein paar Worten mitteilen, was sie dort über die Reichweite mit einer Ladung so an Wissen angehäuft haben? (Immerhin ist diese Angabe eine der wichtigsten überhaupt, wenn´s um E-Fahrzeuge geht.)

    Mit freundlichen Grüßen
    Zack34

    Alles lesen ist auch nicht schlecht.

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