Neuvorstellung In Hondas kleinem Hybrid wird's schnell laut
Als ersten Kleinwagen gibt es den Honda Jazz nun auch als Hybrid. Allerdings zu einem stattlichen Preis – und mit einem nervenden Automatikgetriebe.
Für Honda hat sich der Jazz in Deutschland durchaus zum Erfolgsmodell gemausert. Knapp 12.000 Stück des Kleinwagens wurden im Jahre 2010 angemeldet. Das ist gar nicht mal so wenig, wie es auf den ersten Blick erscheint: Der Citroën C4, Kia Ceed und der Skoda Roomster zum Beispiel liegen in etwa auf dem gleichen Niveau. Nun legt Honda nach und bietet den Jazz als erstes Auto in der Kleinwagenklasse hierzulande auch als Hybridmodell an.
Dabei ist das kombinierte Motörchen unter der Fronthaube im Wesentlichen ein alter Bekannter: Seit dem Frühjahr 2009 treibt es in der Kompaktklasse bereits den Insight an. Und auch ohne elektrische Unterstützung ist der beteiligte Verbrennungsmotor mit seinen 1339 Kubikzentimetern Hubraum in der Modellpalette der Japaner weit verbreitet: Er verrichtet seine Arbeit im Civic genauso wie im regulären Honda Jazz. Zusammen mit dem Elektromotor firmiert er im Insight und nun auch im Jazz unter dem Kürzel IMA als "mild Hybride". Soll heißen: Der Elektromotor unterstützt den Verbrennungsmotor, wo nötig, kann aber das Auto nicht alleine antreiben. Rein elektrisch lässt sich der Jazz also nicht durch die Stadt fahren.
Der Vierzylinder liefert dabei eine Leistung von 65 kW (88 PS) und ein maximales Drehmoment von 121 Nm, der Elektromotor packt bei Bedarf noch einmal 10,3 kW (14 PS) drauf. So einfach summieren lässt sich das zwar nicht – aber immerhin stehen unterm Strich dann eine Systemleistung von 72 kW (98 PS) und ein maximales Drehmoment von 167 Nm. Laut Datenblatt reicht das, um den Hybrid-Jazz binnen 12,1 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer zu bringen, und für eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h.
In der Realität ist der Weg dorthin allerdings ein gefühlt mühsamer – und vor allem ein lautstarker. Der Grund dafür liegt nicht in dem Motoren-Duo selbst, sondern in dem stufenlosen CVT-Automatikgetriebe, das Honda im Jazz Hybrid serienmäßig und ohne Alternative einbaut. Zugegeben: Nach der Überarbeitung wirkt es beim Beschleunigen nicht mehr ganz so dehnbar wie ein Gummiband, aber es nervt nach wie vor damit, dass der Motor erst einmal lautstark hochdreht und die tatsächliche Beschleunigung hinterher hinkt.
Noch schlimmer – und lauter – wird es, wenn man die CVT-Automatik auf "S" stellt. Dann nimmt das Geheule schier gar kein Ende mehr. Überholen auf der Landstraße? Im Zweifel erst mal lieber nicht, weil sich nur langsam ein Gefühl dafür entwickeln lässt. Der Honda CR-Z zeigt, dass man mit Hondas Hybrid-Konzept deutlich besser unterwegs sein kann, wenn man es mit einem Handschaltgetriebe koppelt.
Das CVT-Getriebe kostet außerdem Benzin, dabei ist ein sparsamerer Verbrauch ja nicht zuletzt ein Hauptargument für den Hybrid. Immerhin helfen ein auch bei niedrigen Temperaturen funktionierendes Start-Stopp-System und die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen (Rekuperation) beim Spritsparen. So gibt Honda selbst den Durchschnittsverbrauch mit 4,4 Litern auf 100 Kilometer an. Das wäre ein Liter weniger, als der Jazz mit gleichem Motor, aber ohne Hybridanbau verbraucht. Deutlicher wird der Unterschied in der Stadt, dem natürlichen Habitat eines Hybridfahrzeugs. Dort kommt der "normale" Jazz mit CVT-Automatik auf 6,7 Liter Normverbrauch, der Jazz Hybrid begnügt sich mit 4,6 Litern. Dabei schickt der Hybrid gerade mal 104g CO2/km durch den Auspuff.
- Datum 21.02.2011 - 17:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Für jemanden, der jahrelang einen Jazz mit stufenlosem CVT-Getriebe gefahren hat(vorher einen Audi) erscheint die im Artikel enthaltene Warnung vor dem Heulen übertrieben.
Heulen werden vielmehr die Wettbewerber deshalb, weil sie nicht ein so vernünftiges Auto wie den Honda Jazz Hybrid, der die Schwächen von jeweils Otto-Motor (Leistung erst bei höherer Drehzahl) und E-Motor(Hohe Anforderung an synchrone Steuerung, dafür aber hohes Drehmoment bereits bei niedrigen Drehzahlen) quasi ausbügelt, die Stärken addiert und damit die Leistungskurven zueinander ausgleicht, zustande gebracht haben.
Dieser Fakt und der unerreicht variable Laderaum werden sicher dem Auto seinen Marktanteil zuweisen.
Die Automatik ist sicher nichts für sportliche Fahrer, aber der typische Jazz Fahrer wird sich nur freuen, dass er nicht schalten muss. Ist ja auch ne Einstellung
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