Straßenverkehr Tagfahrlicht bringt keinen Sicherheitsgewinn

Die EU lässt ab Montag nur noch neue Automodelle zu, die serienmäßig Tagfahrleuchten haben. Eine Studie ergab aber, dass die neuen Leuchten nicht mehr Sicherheit bringen.

LED-Tagfahrlicht beim Audi TTS Roadster

LED-Tagfahrlicht beim Audi TTS Roadster

Vom kommenden Montag an werden in der EU nur noch Pkw- und Transporter-Modelle zugelassen, die serienmäßig mit sogenanntem Tagfahrlicht ausgerüstet sind. Das sind verbrauchsarme Leuchten, die automatisch angehen, wenn der Motor gestartet wird. Eine Reihe von Herstellern bieten schon solche Leuchten in einigen ihrer Modelle an. Für Busse und Lkw werden sie erst ab dem 7. August Pflicht – nachrüsten müssen Autohalter ihre Fahrzeuge allerdings nicht.

Weil die Tagfahrleuchten weniger Leuchtkraft haben als das Abblendlicht, ersetzen sie dieses nicht. Deshalb darf mit Tagfahrlicht nur gefahren werden, solange die Sichtverhältnisse nicht ein helleres Licht notwendig machen. Die Idee hinter dieser neuen Vorschrift: Die Leuchten machen das Fahrzeug tagsüber im Straßenverkehr besser sichtbar, vor allem in Alleen oder Häuserschluchten. 

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Allerdings fürchteten Kritiker der Maßnahme, dass insbesondere Radfahrer und Fußgänger in dem "Mehr" an Licht untergingen und  ihre Gefährdung dadurch zunähme. Doch die Sorge ist unberechtigt, wie die Unfallforschung der Versicherung (UDV) herausfand. Sie untersuchte in einem zweieinhalbjährigen Projekt gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin und dem Forschungsinstitut Human-Factors-Consult die Auswirkungen des Fahrens mit Licht am Tage.

Das Ergebnis: Keine Gefahr für schwache Verkehrsteilnehmer durch die neuen Lichter. Weder werde der Blick von Autolenkern durch Tagfahrlicht gebunden, noch werde ein Radfahrer oder Fußgänger später oder gar nicht wahrgenommen, teilte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit, zu dem die UDV gehört. Solche Bedenken hatten in Österreich vor drei Jahren dazu geführt, dass eine zuvor geltende Verpflichtung, am Tage mit Licht zu fahren, wieder aufgehoben wurde.

Auch Motorradfahrer, die heute schon tagsüber mit Licht unterwegs sind, müssen demnach keine Angst haben, durch leuchtete Autos so "maskiert" zu werden, dass sie beispielsweise dem Gegenverkehr nicht mehr auffallen. Bei trübem Wetter oder Regen werde der Blick allerdings etwas länger auf das beleuchtete Auto gewendet, urteilten die Fachleute nach ihren Versuchsreihen im Lichtkanal, im Fahrsimulator und im realen Straßenverkehr.

Der GDV empfiehlt ohnehin bei Regen, trübem Wetter oder Fahrten durch Alleen, auch tagsüber mit Licht zu fahren. Allerdings – so das etwas ernüchternde Fazit der Studie – konnten die Forscher auch keinen nennenswerten Sicherheitsgewinn durch das Tagfahrlicht feststellen.

Wer dennoch sein Auto mit den neuen Leuchten nachrüsten möchte, sollte vor allem auf die richte Schaltung achten, betont der Versicherungsverband: Beim Einschalten des Abblendlichts muss die Tagfahrleuchte ausgehen. Zudem ist der Einbauort an der Fahrzeugfront gesetzlich vorgeschrieben. Außerdem rät der GDV dazu, aus ökologischen Gründen nur energiesparende LED-Leuchten zu verwenden.

 
Leser-Kommentare
  1. Lange genug hat es gedauert, bis diese Regelung EU-weit durchgesetzt wird. Wenn man bei diffusem Licht entgegenkommende dunkle Fahrzeuge erst im letzten Moment erkennen kann, weil sie ohne Tagfahrlicht unterwegs sind, ist das schon ein großes Übel.

    Hinzu kommen alle die, die beim Abfahren in der Nacht wegen der Straßenbeleuchtung vergessen, ihr Licht einzuschalten, dann kann man die auch noch mit Tagfahrlicht erkennen.

    Eine zeitliche Begrenzung auf Winterzeit oder so halte ich für überflüssig, denn schlechte Sichtbedingungen können immer vorkommen.

    • papayu
    • 05.02.2011 um 9:22 Uhr

    gibt es doch schon lange. Hatte aber den Nachteil, dass die Batterie bald leer war. Ist das nun diesselbe Technik oder wieder ein unnuetzes Zubehoer??? Besser waere es, das Fernlicht bei Gegenverkehr abzuschalten.Manche Blender wissen anscheinend nicht, wie man das macht!!

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    Das Tagfahrlich ist wesentlich heller als das Standlicht. Oft zu sehen bei den neuen Modellen von z.B. Audi. In der Regel ist das, wie auf dem Bild zu erkennen ist, eine Reihe Dioden, die Xenonlicht ähnlich bläulich leuchten. In Skandinavien sind Tageslichtleuchten schon seit Jahren im Einsatz. Wobei der Unterscheid dort ist, dass das normale Abblendlicht beim Start des Motors an geht. Wurde Zeit.

    ...hilft nicht für die Sichtbarkeit.

    Ich habe bemerkt (natürlich nicht repräsentativ), dass gerade auf Landstraßen Standlicht überhaupt keinen Vorteil bringt.

    Wesentlich besser sind zwei Dinge:
    - echtes Tagfahrlicht oder Abblendlicht wie in Skandinavien,
    - ein helles Auto.

    Ein helles Auto (am besten schneeweiß) ist auch im Stand viel besser zu sehen.

    Jeder mache mal für sich einen Test auf einem Parkplatz im Düsteren oder bei einer Walddurchfahrt. Die früher(?) so beliebten Tarnkappenbomber in anthrazit sind faktisch kaum zu sehen.

    ...sind ja gerade für Autos wichtig. Pkws sind schließlich bei weitem der effektivste Killer im Straßenverkehr.

    Also muss vor allem das erleuchtet werden, was am gefährlichsten ist: das fahrende Auto.

    Motorradfahrer sollten sich übrigens nicht beschweren, solange sie mit schwarzem Helm, schwarzer Kombi und geduckt kleiner Silhouette zwischen den Autos Slalom fahren.

    Klar, machen nicht alle. Aber eben nicht wenige.

    Das Tagfahrlich ist wesentlich heller als das Standlicht. Oft zu sehen bei den neuen Modellen von z.B. Audi. In der Regel ist das, wie auf dem Bild zu erkennen ist, eine Reihe Dioden, die Xenonlicht ähnlich bläulich leuchten. In Skandinavien sind Tageslichtleuchten schon seit Jahren im Einsatz. Wobei der Unterscheid dort ist, dass das normale Abblendlicht beim Start des Motors an geht. Wurde Zeit.

    ...hilft nicht für die Sichtbarkeit.

    Ich habe bemerkt (natürlich nicht repräsentativ), dass gerade auf Landstraßen Standlicht überhaupt keinen Vorteil bringt.

    Wesentlich besser sind zwei Dinge:
    - echtes Tagfahrlicht oder Abblendlicht wie in Skandinavien,
    - ein helles Auto.

    Ein helles Auto (am besten schneeweiß) ist auch im Stand viel besser zu sehen.

    Jeder mache mal für sich einen Test auf einem Parkplatz im Düsteren oder bei einer Walddurchfahrt. Die früher(?) so beliebten Tarnkappenbomber in anthrazit sind faktisch kaum zu sehen.

    ...sind ja gerade für Autos wichtig. Pkws sind schließlich bei weitem der effektivste Killer im Straßenverkehr.

    Also muss vor allem das erleuchtet werden, was am gefährlichsten ist: das fahrende Auto.

    Motorradfahrer sollten sich übrigens nicht beschweren, solange sie mit schwarzem Helm, schwarzer Kombi und geduckt kleiner Silhouette zwischen den Autos Slalom fahren.

    Klar, machen nicht alle. Aber eben nicht wenige.

  2. Unsere Politiker hätten nur mal lesen müssen, bevor sie sich entscheiden. Aber lasst und doch ruhig die Straßen zum Rummelplatz machen. Dann gehen, so weiß jeder, der sich mit Sicherheit beschäftigt, die Warnsignale unter. Man kann sich das wie "optischen Lärm" vorstellen, es muß nur laut genug sein, dann hört man die Warntröte in einem Betrieb nicht mehr.

  3. ...verbietet die EU gerade die letzten Glühbirnen - aus Umweltschutzgründen angeblich, eine fachlich unsinnige Maßnahme. Das gleiche jetzt mit Tagfahrleuchten. Wann gibt´s nur endlich die ersten Warnsirenen zu kaufen, die uns vor unfähigen Politikern schützen?

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    Was meinen Sie zu dem Vorschlag die unnötigen, dämlichen und teuren Politikerkastekostenstellen (die ganze Parteiennomeklatura) zu verbieten.

    Da könnte sich doch das ebenfalls unnütze EU-Parlament endlich mal profilieren.

    Ha, ha, ha.....

    Was meinen Sie zu dem Vorschlag die unnötigen, dämlichen und teuren Politikerkastekostenstellen (die ganze Parteiennomeklatura) zu verbieten.

    Da könnte sich doch das ebenfalls unnütze EU-Parlament endlich mal profilieren.

    Ha, ha, ha.....

  4. Die Sache mit dem Licht, so schlecht ist die nicht!

    Kommt aber das Individuum "Mensch" ins Spiel, dann nützt auch die beste Idee nur soviel, wie der Mensch wenigstens mit einem Teil seines Hirns sein Vehikel durch die Straßen bewegt.

    Ohne Hirn und Verstand (OHV) kommen so manche Tiefflieger (TF) heran geflogen und denken, dass der Verkehrsraum sowieso eine Gehirn reduzierte Zone (GRZ) ist und man sich dort eh wie ein dummer Dussel (DD) benehmen kann, ohne groß aufzufallen.
    Hat man dann seine "Pappe" mal abgeben müssen, dann fährt man lieber ohne Schein (LOS) weiter - solange bis ein böser Bulle (BB) einem erwischt.

    Solange es immer noch Menschen gibt, die hirn- und verstandslos (HVL) -aus welchen Gründen auch immer- andere Verkehrsteilnehmer auf Buletten(B)größe zusammenschieben, solange wird das Tagfahrlicht auch nicht zur Sicherheit beitragen.

    Egal, wie hoch die Strafen heutzutage sind, es schert die wenigsten Autofahrer, Verkehrsverstöße zu begehen.

    Täglich bekomme ich das als Busfahrer zu spüren - selbst 13 x 2,50 Meter werden da schon mal einfach "übersehen", "ausbeschleunigt" oder "ausgebremst" oder es werden einfach die Halte-Zonen oder Kreuzungen so zugeparkt, dass kein großes Fahrzeug mehr durchkommt.

    Meine kompletten Papiere habe ich schon seit über 30 Jahren im Osten gemacht und vor 2 Jahren den Busschein dazu - eigentlich sollte man jeden "Kutscher während seiner Ausbildung mal auf einen "Großen" setzen, damit die Leute Respekt voreinander bekommen.
    ...

  5. Wie verstehen diese Leutchen, die angeblich immer unser
    Wohl im Auge haben, ihre Rolle? Der Mainstream neigt
    gewaltig zum letzteren!
    Man glaube nun nicht, dass dies eine nachrangige Frage sei!
    Man täusche sich auch nicht in den Motiven und schon gar nicht in den Intentionen. Am Ende kann man uns leichter zum Sündenbock machen. Fremdbestimmtheit ist nicht
    nur immer ein Verlust an Freiheit sondern auch die Befähigung zum Opfer! Als Opfer wird einem Solidarität(aufgedrängt?) Und dann schlägt wieder die Stunde der
    Supernanny, die ja nur unser bestes will!
    "Ich will nicht, dass der Staat mir die Nase putzt!"
    Das kann ich selber!!!

    Eine Leser-Empfehlung
  6. TAGFAHRLICHT bringt eine bessere Wahrnehmung von vorne, aber hinten bleibt alles dunkel. TAGFAHRLICHT regelt nur die vordere Beleuchtung.
    Daher ist es bei sehr dämmrigen oder lichtarmen Straßenverhältnissen, wo man auch nach hinten gesehen werden sollte, empfehlenswert das Abblendlicht einzuschalten. Besonders bei Autofarben, die "sich mit der Straße fast verschmelzen" und wenig wahrgenommen werden.

    Eine TAGFAHRLICHT Generation n sollte daher auch die Leuchten im Heck des Fahrzeuges einbeziehen.

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    TAGFAHRLICHT bringt eine bessere Wahrnehmung von vorne, aber hinten bleibt alles dunkel. TAGFAHRLICHT regelt nur die vordere Beleuchtung.
    Daher ist es bei sehr dämmrigen oder lichtarmen Straßenverhältnissen, wo man auch nach hinten gesehen werden sollte, empfehlenswert das Abblendlicht einzuschalten. Besonders bei Autofarben, die "sich mit der Straße fast verschmelzen" und wenig wahrgenommen werden.

    Eine TAGFAHRLICHT Generation n sollte daher auch die Leuchten im Heck des Fahrzeuges einbeziehen.

    Absolut richtig. Dazu gab es gerade eine E-Petition im Bundestag:

    https://epetitionen.bunde...

    Es wird gerade darüber entschieden.

    Dir sind wohl etwas die Propotionen entfallen?

    Wieviele Autos gibt es wohl?
    Wieviele Glühbirnen gibt es wohl?
    Wie oft fährt ein Auto? Wieviele Stunden pro Tag?
    Wieviele Stunden pro Tag hat jeder von uns wieviele Glühbirnen brennen?

    Also mach Dich mal nicht lächerlich.

    Wie groß der Energiesparwille der (meisten) Autofahrer ist, kann jeder leicht nachprüfen:
    - wer schaltet den Motor im Stand ab? Die modernen Autos machen das automatisch. Unsinn?
    - wer lässt sein Auto bergab rollen? Die meisten fahren hochtourig runter.
    - wer hat den optimalen Luftdruck? 3 bar wie auf der Reifenschulter sind optimal, kaum einer macht das.
    - wer kauft schon Autos ohne die unnötigen PS? Wo gibt es heute noch Autos mit 40 oder 50 PS zu kaufen?

    Aber bei einem sparen die deutschen Autofahrer ganz besonders: am Licht. Ob beim Tagfahrlicht oder beim - gesetzlich erforderlichen - Blinken.

    Das ist sowas von lächerlich. Diese Ersparnis liegt um Größenornungen über den oben genannten.

    TAGFAHRLICHT bringt eine bessere Wahrnehmung von vorne, aber hinten bleibt alles dunkel. TAGFAHRLICHT regelt nur die vordere Beleuchtung.
    Daher ist es bei sehr dämmrigen oder lichtarmen Straßenverhältnissen, wo man auch nach hinten gesehen werden sollte, empfehlenswert das Abblendlicht einzuschalten. Besonders bei Autofarben, die "sich mit der Straße fast verschmelzen" und wenig wahrgenommen werden.

    Eine TAGFAHRLICHT Generation n sollte daher auch die Leuchten im Heck des Fahrzeuges einbeziehen.

    Absolut richtig. Dazu gab es gerade eine E-Petition im Bundestag:

    https://epetitionen.bunde...

    Es wird gerade darüber entschieden.

    Dir sind wohl etwas die Propotionen entfallen?

    Wieviele Autos gibt es wohl?
    Wieviele Glühbirnen gibt es wohl?
    Wie oft fährt ein Auto? Wieviele Stunden pro Tag?
    Wieviele Stunden pro Tag hat jeder von uns wieviele Glühbirnen brennen?

    Also mach Dich mal nicht lächerlich.

    Wie groß der Energiesparwille der (meisten) Autofahrer ist, kann jeder leicht nachprüfen:
    - wer schaltet den Motor im Stand ab? Die modernen Autos machen das automatisch. Unsinn?
    - wer lässt sein Auto bergab rollen? Die meisten fahren hochtourig runter.
    - wer hat den optimalen Luftdruck? 3 bar wie auf der Reifenschulter sind optimal, kaum einer macht das.
    - wer kauft schon Autos ohne die unnötigen PS? Wo gibt es heute noch Autos mit 40 oder 50 PS zu kaufen?

    Aber bei einem sparen die deutschen Autofahrer ganz besonders: am Licht. Ob beim Tagfahrlicht oder beim - gesetzlich erforderlichen - Blinken.

    Das ist sowas von lächerlich. Diese Ersparnis liegt um Größenornungen über den oben genannten.

  7. Vielleicht wäre am es besten, wie in Skandinavien, einfach mit immer mir dem normalen Abblendlicht zu fahren.
    Gut ein sinnvoller Einwand wäre hier, dass wir ja nicht so eine "dunkle" Zeit haben und natürlich das Einschalten der Beleuchtung auch Kraftstoff verbraucht (auf die vielen Fahrzeuge hochgerechnet auch nicht wenig). Da sind die LED-Leuchten natürlich ein guter Kompromiss.
    Auch hier muss man die hellen, eher höher am Scheinwerfer montierten (z.B. Audi Q5) von den oft zu sehen "nachgerüsteten" an Fahrzeugen (am Golf 3 knapp unter der Fahrbahn) unterscheiden.

    Mehr als eine EU-Richtlinie sollte dem Fahrer aber sein Menschenverstand dienen, der wohl sagt, bei schlechten Sichtverhältnissen, und das kann auch im Sommer am Tag sein, wenn die Sonne blendet,das Licht einzuschalten. Aber das hier sowieso jeder irgendwann seinen Führerschein bekommt obwohl einige Personen schlichtweg fahruntüchtig sind (Angst auf der Autobahn etc) ist ein anderes Feld....

    Eine Leser-Empfehlung

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