Autostrom Vattenfall schmückt sich mit fremden Federn
Werbewirksam kooperiert der schwedische Energiekonzern beim Feldversuch von Elektro-Minis mit BMW. Doch der Ökostrom stammt gar nicht von Vattenfall.
© GABRIEL BOUYS/AFP/Getty Images

BMW stellte den Mini E erstmals 2008 vor
Seit einigen Wochen rollen sie wieder über die Straßen von Berlin: In edlem Grau lackierte Elektro-Minis. Auf der Tankklappe hinten links prangt in auffälligem Grüngelb ein Stromstecker-Logo. 70 Exemplare des Kleinwagens mit 204-PS-Elektromotor und 260 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Akkus liefert BMW zwischen Januar und März aus. Freiwillige aus Berlin und dem Umland dürfen die Wagen in der zweiten Phase eines großangelegten Feldversuchs ein halbes Jahr lang testen. Einer der Wagen ging an den britischen Botschafter, Simon McDonald.
"MINI E Berlin – powered by Vattenfall", heißt das Projekt. BMW will – gefördert vom Bundesumweltministerium und wissenschaftlich begleitet von den Technischen Universitäten Berlin, Chemnitz und Ilmenau – seinen Elektroflitzer unter Alltagsbedingungen erproben. Wie viele Kilometer reichen die Batterien in der Realität? Beeinträchtigen lange Nachladezeiten den Nutzwert wirklich? Wie störanfällig sind die geplanten Ladesäulen im öffentlichen Raum? Solche Fragen wollen die Münchner Autohersteller gründlich klären, bevor im Jahr 2013 ihr als revolutionär angekündigtes Megacity Vehicle auf Strombasis in Serienfertigung geht.
Die Energie für den Feldversuch kommt von Vattenfall. 50 öffentliche Ladestellen hat der schwedische Energiekonzern in Berlin aufgestellt, daneben werden in den heimischen Garagen der Testfahrer Stromkästen installiert. Aus den Steckdosen fließe ausschließlich Ökostrom, verspricht Vattenfall – und nutzt das Projekt zur Imagepflege. "Mit grünem Strom wird Fahrspaß umweltfreundlich", heißt es in großformatigen Anzeigen, unter anderem in der ZEIT. Man liefere "die Infrastruktur für eine emissionsfreie automobile Zukunft".
Doch bei genauer Betrachtung wirkt das Ganze zweifelhaft: Den Ökostrom für die E-Minis erzeugt Vattenfall nämlich gar nicht selbst, sondern kauft ihn bei der Konkurrenz ein. Und der Umweltnutzen des Ganzen ist bestenfalls marginal.
Vattenfall ist das schwedische Wort für Wasserfall. Auf seinen skandinavischen Heimatmärkten liefert der Konzern tatsächlich viel sauberen Strom aus zahlreichen Wasser- und Windkraftanlagen. In Deutschland hingegen setzt das Unternehmen auf die umweltschädliche, aber hochprofitable Braunkohleverstromung – 92 Prozent der hierzulande von Vattenfall produzierten Elektrizität stammen laut aktuellem Nachhaltigkeitsbericht aus dieser wenig nachhaltigen Quelle. Daneben betreibt Vattenfall die beiden AKWs Krümmel und Brunsbüttel, die vor allem für ihre Pannen und lange Stillstandszeiten bekannt sind. Unterm Strich verursacht das Unternehmen in Deutschland pro erzeugter Kilowattstunde Strom 1020 Gramm Kohlendioxid. Greenpeace hat Vattenfall deshalb zum "klimaschädlichsten Stromanbieter" des Landes gekürt.
- Datum 03.03.2011 - 15:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Selbst wenn die E-Minis mit Ökostrom betrieben würden wäre mit dieses auffallend hässlich lackierte Fahrzeug mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160km/h und einer maximalen Reichweite von 200-250km(?) auf jedenfall keine "Nutzungsgebühr" von 400€ in Monat Wert. Diesen dürfen die gutbetuchten Freiwilligen nämlich zur Beruhigung ihres Gewissens bezahlen.
Kurz gesagt BMW lässt dich diesen Feldversuch komplett von den Freiwilligen finanzieren, was die ganze Schose nur doppelt lächerlich macht.
Verstehe nicht warum es falsch ist nach seinem Gewissen zu handeln. Warum ist es falsch ein Elektroauto mit Ökostrom (Vielleicht sogar mit eigenem Strom aus meiner Solaraanlage) zu fahren?
Und warum ist es falsch als Unternehmen Feldversuche auf diese Weise zu finanzieren? Wenn die Leute das mitamchen, sollen sie doch. Offenbar ist ihnen es das wert.
Das schmierige hier ist Vattenfall. Lenken Sie nicht davon ab.
für einen Mini?
Verstehe nicht warum es falsch ist nach seinem Gewissen zu handeln. Warum ist es falsch ein Elektroauto mit Ökostrom (Vielleicht sogar mit eigenem Strom aus meiner Solaraanlage) zu fahren?
Und warum ist es falsch als Unternehmen Feldversuche auf diese Weise zu finanzieren? Wenn die Leute das mitamchen, sollen sie doch. Offenbar ist ihnen es das wert.
Das schmierige hier ist Vattenfall. Lenken Sie nicht davon ab.
für einen Mini?
Verstehe nicht warum es falsch ist nach seinem Gewissen zu handeln. Warum ist es falsch ein Elektroauto mit Ökostrom (Vielleicht sogar mit eigenem Strom aus meiner Solaraanlage) zu fahren?
Und warum ist es falsch als Unternehmen Feldversuche auf diese Weise zu finanzieren? Wenn die Leute das mitamchen, sollen sie doch. Offenbar ist ihnen es das wert.
Das schmierige hier ist Vattenfall. Lenken Sie nicht davon ab.
für einen Mini?
200-300 Euro je nach ausstattung, Versicherung und Benzin also könnte dieses Projekt tatsächlich relativ effizient sein.
200-300 Euro je nach ausstattung, Versicherung und Benzin also könnte dieses Projekt tatsächlich relativ effizient sein.
...und damit ist jedes Projekt mit E- Mobilen nur mit Energiemix zu bewerkstelligen. Denn die Netze nehmen jede Art der Strom Produktion auf und es läßt sich nicht mehr als Nutzer nach vollziehen.
Da Vattenfall einer der größten Stromnetzbetreiber ist kann in den Minis nur Strom aus ganz Europa sein. Atom. Kohle, Wind, Wasser und vielleicht auch Biostrom.
Und weil nur wenige soviel Geld haben einen Konzern wie Vattenfall zu besitzen, ist es mehr als wahrscheinlich, dass die Fremdfirmen aus Norwegen auch anteilig dem Vattenfallkonzern gehören.
Was macht es also, wenn Vattenfall sich mit frenden Federn schmückt. Machen doch andere auch, weil sie ihre wahre Identität und den tatsächlichen Besitzstand nicht offen legen wollen.
warum werden diese nicht themenbezogenen post nicht von der redaktion die ja sonst keine probleme mit dem zensieren von Posting hat nicht gelöscht
Da haben wir ja ein neues Arbeitsfeld fuer den Mogelbaron, bei dieser Firma hat er sicher Fuehrungspotential
der Artikel versucht geradezu zwanghaft Vattenfall den schwarzen Peter zuzuschieben. Durch den verengten regionalen Blick auf Deutschland werden die - zweifelsohne bestehenden - hohen CO2-Emmisionen der Braunkohlekraftwerke gegen das sinnvolle Engagement im Bereich E-Mobility gestellt. Ein Blick auf den Kraftwerkpark des europäischen Konzerns zeigt, dass durchaus genug Potential besteht, die Minis mit Erneuerbaren zu versorgen http://kraftwerke.vattenf... Das Vattenfall nicht ohne Grund regelmäßig Windstrom betont ist dann auch zu sehen, z.B. mit Thanet vor UK, einem der größten Windparks weltweit. Der Konzern ist europäisch und handelt entsprechend global - Schritte in die richtige Richtung sollten nicht totargumentiert werden. Ich wünsche mir, dass so differenziert berichtet wird, dass man sich als Leser selbst eine Meinung bilden kann.
Traurig für die ZEIT, dass hier unkommentiert die Zweitverwertung von Greenpeace-Material vorgenommen wird http://www.greenpeace-mag... Der Autor ist oder war offenbar gleichzeitig Autor des Greenpeace-Magazins http://www.greenpeace-mag...
Das ist kein guter Journalismus - bitte kontrollieren Sie, was Sie als ZEIT schreiben. Ich halte es für nicht tragbar, dass die ZEIT als Plattform für die Wiedergabe der Meinung einzelner Interessengruppen - wenn nicht kenntlich gemacht - missbraucht wird.
Liebe Ente,
vielen Dank fuer die Nennung Ihrer Quellen, ein Zeichen guten Journalismus und guter kritischer Arbeit.
Ihre Behauptungen jedoch sind fuer mich schwer nachvollziehbar: beide Quellen sind im Text angegeben und durch ROTE Schrift kenntlich gemacht, fuer den Leser durch direkt-klicken sofort nachzupruefen um sich von beiden Seiten selbstaendig zu informieren.
Die Tatsache, dass auch Greenpeace aufgefallen ist, dass Vattenfall hier 'mit sauber wirbt wo nicht sauber drin ist' zeugt von der Guete der Arbeit dieses Reporters und jener Organisation.
Es ist eben nicht 'gruen' mit Elektro zu fahren, weil die Erzeugung des Stroms in der Regel mehr CO2 produziert, als ein Motor, wie im Artikel korrekt erwaehnt. Selbst wenn tatsaechlich 'Oekostrom' zum Fahren benutzt wird, fehlt dieser woanders im Netz, wo er durch Kohle- und Atomstrom (siehe Graphik Vattenfall Energieproduktion) ersetzt wird.
Es sind die grossen schweren Dinosaurier der Landstrasse, die Gelaendewagen und Limousinen, die mit ihrem viel zu hohen Gewicht weiter die CO2 Emissionen heraufschleudern.
'Gruener Strom' mag ja der richtige Weg sein, aber Vattenfall ist in Deutschland jedenfalls nicht der richtige Anbieter, da der Konzern kein glaubwuerdiges Konzept zur Umstellung auf Erneuerbare Energien in Deutschland hat, sondern stattdessen auf maximale Gewinnausschuettung der alten Atom und Kohlekraftwerke baut.
Liebe(r) Ente7,
der obige Text ist keineswegs eine "Wiedergabe" von "Meinung", sondern ein ganz sachlicher Artikel, der auf Fakten beruht, die mit zahlreichen Links belegt sind. Vattenfall in Deutschland selbst bestreitet ja auch nicht, dass der Strom aus den genannten norwegischen Kraftwerken kommt - und die Recherche zeigt, dass diese nicht Vattenfall gehören.
Es mag ja sein, dass bei Vattenfall in Skandinavien "durchaus genug Potential besteht, die Minis mit Erneuerbaren zu versorgen", wie Sie schreiben. Dass Vattenfall das nicht tut, zeigt aber das Zertifikat.
Im übrigen handelt es sich bei diesen Wasserkraftwerken teils um Ersatz-Kraftwerke. Insofern entsteht kein "zusätzlicher Umweltnutzen", weil der 'grüne' Strom, den Vattenfall für die E-Minis dem 'Gesamtvorkommen entzieht, an anderer Stelle fehlt und dort dann durch 'nicht-grünen' Strom ersetzt wird.
Liebe Ente,
vielen Dank fuer die Nennung Ihrer Quellen, ein Zeichen guten Journalismus und guter kritischer Arbeit.
Ihre Behauptungen jedoch sind fuer mich schwer nachvollziehbar: beide Quellen sind im Text angegeben und durch ROTE Schrift kenntlich gemacht, fuer den Leser durch direkt-klicken sofort nachzupruefen um sich von beiden Seiten selbstaendig zu informieren.
Die Tatsache, dass auch Greenpeace aufgefallen ist, dass Vattenfall hier 'mit sauber wirbt wo nicht sauber drin ist' zeugt von der Guete der Arbeit dieses Reporters und jener Organisation.
Es ist eben nicht 'gruen' mit Elektro zu fahren, weil die Erzeugung des Stroms in der Regel mehr CO2 produziert, als ein Motor, wie im Artikel korrekt erwaehnt. Selbst wenn tatsaechlich 'Oekostrom' zum Fahren benutzt wird, fehlt dieser woanders im Netz, wo er durch Kohle- und Atomstrom (siehe Graphik Vattenfall Energieproduktion) ersetzt wird.
Es sind die grossen schweren Dinosaurier der Landstrasse, die Gelaendewagen und Limousinen, die mit ihrem viel zu hohen Gewicht weiter die CO2 Emissionen heraufschleudern.
'Gruener Strom' mag ja der richtige Weg sein, aber Vattenfall ist in Deutschland jedenfalls nicht der richtige Anbieter, da der Konzern kein glaubwuerdiges Konzept zur Umstellung auf Erneuerbare Energien in Deutschland hat, sondern stattdessen auf maximale Gewinnausschuettung der alten Atom und Kohlekraftwerke baut.
Liebe(r) Ente7,
der obige Text ist keineswegs eine "Wiedergabe" von "Meinung", sondern ein ganz sachlicher Artikel, der auf Fakten beruht, die mit zahlreichen Links belegt sind. Vattenfall in Deutschland selbst bestreitet ja auch nicht, dass der Strom aus den genannten norwegischen Kraftwerken kommt - und die Recherche zeigt, dass diese nicht Vattenfall gehören.
Es mag ja sein, dass bei Vattenfall in Skandinavien "durchaus genug Potential besteht, die Minis mit Erneuerbaren zu versorgen", wie Sie schreiben. Dass Vattenfall das nicht tut, zeigt aber das Zertifikat.
Im übrigen handelt es sich bei diesen Wasserkraftwerken teils um Ersatz-Kraftwerke. Insofern entsteht kein "zusätzlicher Umweltnutzen", weil der 'grüne' Strom, den Vattenfall für die E-Minis dem 'Gesamtvorkommen entzieht, an anderer Stelle fehlt und dort dann durch 'nicht-grünen' Strom ersetzt wird.
Liebe Ente,
vielen Dank fuer die Nennung Ihrer Quellen, ein Zeichen guten Journalismus und guter kritischer Arbeit.
Ihre Behauptungen jedoch sind fuer mich schwer nachvollziehbar: beide Quellen sind im Text angegeben und durch ROTE Schrift kenntlich gemacht, fuer den Leser durch direkt-klicken sofort nachzupruefen um sich von beiden Seiten selbstaendig zu informieren.
Die Tatsache, dass auch Greenpeace aufgefallen ist, dass Vattenfall hier 'mit sauber wirbt wo nicht sauber drin ist' zeugt von der Guete der Arbeit dieses Reporters und jener Organisation.
Es ist eben nicht 'gruen' mit Elektro zu fahren, weil die Erzeugung des Stroms in der Regel mehr CO2 produziert, als ein Motor, wie im Artikel korrekt erwaehnt. Selbst wenn tatsaechlich 'Oekostrom' zum Fahren benutzt wird, fehlt dieser woanders im Netz, wo er durch Kohle- und Atomstrom (siehe Graphik Vattenfall Energieproduktion) ersetzt wird.
Es sind die grossen schweren Dinosaurier der Landstrasse, die Gelaendewagen und Limousinen, die mit ihrem viel zu hohen Gewicht weiter die CO2 Emissionen heraufschleudern.
'Gruener Strom' mag ja der richtige Weg sein, aber Vattenfall ist in Deutschland jedenfalls nicht der richtige Anbieter, da der Konzern kein glaubwuerdiges Konzept zur Umstellung auf Erneuerbare Energien in Deutschland hat, sondern stattdessen auf maximale Gewinnausschuettung der alten Atom und Kohlekraftwerke baut.
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