"Völlig willkürlich subventioniert"
Der Auto-Fachmann Ferdinand Dudenhöffer betrachtet die Diesel-Entwicklung in der hiesigen Autoindustrie dagegen kritisch und lobt daher den Vorstoß der EU-Kommission. Der "künstliche Steuervorteil" von Diesel in Deutschland habe diese Antriebsart sehr populär gemacht und den Herstellern von Ottomotoren Kunden genommen. Dank der Subventionierung von Diesel würden derzeit rund 47 Prozent aller Neuwagen mit dem Selbstzündermotor verkauft, sagte der Professor der Universität Duisburg-Essen. Österreich und Frankreich förderten ebenfalls durch steuerliche Anreize den Absatz von Dieselfahrzeugen.
"Da wird ohne Grund etwas völlig willkürlich subventioniert", kritisierte Dudenhöffer. In den 1950er und 1960er Jahren habe die Politik das so entschieden, um den Transportsektor nicht zu stark zu besteuern und damit Waren nicht zu verteuern. Heute sei dies nicht mehr zeitgemäß. Die große Popularität des Diesels und die Konzentration der deutschen Autoindustrie auf diese Antriebsart hätten wichtige technologische Entwicklungen wie etwa verbrauchsarme Benzinmotoren oder Hybridfahrzeuge blockiert, sagte der Autoexperte.
Zum einen sei dies für die deutschen Autobauer im Export ein Nachteil, zum anderen sei es volkswirtschaftlich effizienter, Motorenentwicklungen an den generellen Märkten ausrichten zu können, statt dass "jeder einzelne Markt wegen einzelner willkürlicher Auflagen seine zum Teil wenig nachvollziehbare Politik betreibt".
Dudenhöffer hält die künftige Ausrichtung der Energiesteuer in der EU auf Energiegehalt und Emissionen für richtig. Das bringe "endlich Systematik in die EU-weiten Kraftstoffsteuern". Zudem würden Ressourcen künftig nicht mehr fehlgeleitet verbraucht. Ferner würde damit ein "Wirrwarr" an Kraftstoffsteuersystemen verschwinden, das lediglich zu Tanktourismus in Europa führe. Der Experte schlug vor, Übergangslösungen für derzeitige Diesel-Fahrer zu finden.
Allerdings sollen die von der EU-Kommission vorgesehenen Änderungen ohnehin weit in der Zukunft liegen. An den Tankstellen würden die neuen Regelungen für Benzin und Diesel erst 2020 zu spüren sein, sagte der Sprecher des zuständigen EU-Kommissars Algirdas Semeta.
- Datum 08.04.2011 - 19:17 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 38
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Besteuert werden muss der Energiegehalt und nicht der Liter. Dieser alte Zopf muss endlich abgeschnitten werden.
Ich habe mich über diese Verrücktheit immer gewundert.
Wo bleibt Ihre Argumentation?
Wenn Dieselkraftstoff, der als Nebenprodukt bei der Herstellung von Benzin anfaellt, verteuert wird, steigen automatisch die Preise fuer fast alle Konsumprodukte, also Lebensmittel, Elektroartikel etc., weil hoehere Transportkosten (LKW- u. Schiffsverkehr) auf die Verbraucherpreise aufgeschlagen werden. Das wuerde sich besonders in Europa bemerkbar machen, denn die europaeische Industrie hat einen Grossteil arbeitsintensiver Produktionsvorgaenge in Niedriglohnlaender verlagert. Das sollte doch jedem bekannt sein.
Das Mineraloelsteuerrecht ist ein ordnungspolitisches Instrument. Wenn es durch Ignoranten ideologisiert werden sollte, entstuende ein oekonomisches Chaos.
Die EU hat uns bereits mit ihrer Transferpolitik ein solches Chaos bereitet. - Uebrigens waeren der Schiffs- und der Bahnverkehr ebenfalls von der Steuererhoehung betroffen, denn dort werden besonders energiereiche Schweroele verbraucht.
Wenn es Ihnen, verehrter Herr "dborrmann", in erster Linie um "Gleichbehandlung" geht, sollten Sie sich den Kommunismus á la "Linke" zurueckwuenschen.
Wo bleibt Ihre Argumentation?
Wenn Dieselkraftstoff, der als Nebenprodukt bei der Herstellung von Benzin anfaellt, verteuert wird, steigen automatisch die Preise fuer fast alle Konsumprodukte, also Lebensmittel, Elektroartikel etc., weil hoehere Transportkosten (LKW- u. Schiffsverkehr) auf die Verbraucherpreise aufgeschlagen werden. Das wuerde sich besonders in Europa bemerkbar machen, denn die europaeische Industrie hat einen Grossteil arbeitsintensiver Produktionsvorgaenge in Niedriglohnlaender verlagert. Das sollte doch jedem bekannt sein.
Das Mineraloelsteuerrecht ist ein ordnungspolitisches Instrument. Wenn es durch Ignoranten ideologisiert werden sollte, entstuende ein oekonomisches Chaos.
Die EU hat uns bereits mit ihrer Transferpolitik ein solches Chaos bereitet. - Uebrigens waeren der Schiffs- und der Bahnverkehr ebenfalls von der Steuererhoehung betroffen, denn dort werden besonders energiereiche Schweroele verbraucht.
Wenn es Ihnen, verehrter Herr "dborrmann", in erster Linie um "Gleichbehandlung" geht, sollten Sie sich den Kommunismus á la "Linke" zurueckwuenschen.
In der Schweiz werden die Treibstoffe seit langer Zeit nach Energiegehalt und nicht nach Volumen besteuert. Da Diesel eine grössere Verbrennungsenergie pro Masse enthält und gleichzeitig eine grössere Dichte als die üblichen Benzinsorten aufweist, ist hier Diesel deutlich teurerer als Benzin.
Trotzdem ist noch anzumerken, dass Dieselmotoren grundsätzlich einen etwas höheren Wirkungsgrad aufweisen als Ottomotoren.
Also der Heizwert/kg liegt für Diesel bei 11,8 Mj/kg, Benzin bei 12,1. Wo haben Sie Ihre Erkenntnis her ?
chribo meinte dass der Heizwert pro Masse in Verbindung mit der Dichte, somit Heizwert pro Liter Diesel > Heizwert pro Liter Benzin ist. Die Werte in Wikipedia unterstützen dieses Argument. (Achtung die Einheiten beachten MJ/kg ist nicht gleich MJ/L)
Also der Heizwert/kg liegt für Diesel bei 11,8 Mj/kg, Benzin bei 12,1. Wo haben Sie Ihre Erkenntnis her ?
chribo meinte dass der Heizwert pro Masse in Verbindung mit der Dichte, somit Heizwert pro Liter Diesel > Heizwert pro Liter Benzin ist. Die Werte in Wikipedia unterstützen dieses Argument. (Achtung die Einheiten beachten MJ/kg ist nicht gleich MJ/L)
Der Energiegehalt eines Kraft-, oder Heizstoffes sagt erst einmal nicht das Geringste über dessen relative Umweltverträglichkeit, dessen Nutzen, dessen Produktionsweise, ..., ... und so weiter aus.
Im Gegenteil, ein höherer Energiegehalt ist innerhalb bestimmter Parameter eher wünschenswert.
Diese Form der Besteuerung ist daher mehr als unsinnig, sie ist eher kontraproduktiv im Blickfeld einer nachhaltigeren Wirtschaft. Im Ergebnis gibt sie der sinnlosen Masse an Kraft- und Heizstoffen gegenüber einer erreichbaren Qualität den Vorzug.
Sinnvoller Fortschritt wird so verhindert. Armselig und traurig.
Soll nur besteuert oder gesteuert werden? Zählt nachhaltige Entwicklung weniger als eine überstürzt, konfuse Suche nach Lösungen für den Post-PeakOil?
M.E. sind viele Entscheidungsträger der Idee steuerbegünstigte Dienstwagenfahrer, welche niemals vor der (Investitions-) entscheidung gestanden haben ob ein Diesel oder Benziner die adäqute Wahl zur Lösung individueller Transportanforderungen darstellt.
Ich habe diese Entscheidung vor ~8 Jahren zugunsten eines Diesel (Euro 3) getroffen und gehofft damit die langfristig (in Bezug auf die Lebenserwartung des PKW) ökologisch wie wirtschaftlich sinnvollste Variante getroffen zu haben. Wenn die Politik nun aber der Meinung ist die Rahmenbedingungen an Trends auszurichten, fehlt mir die Phantasie, wie die Entscheider eine sinnvolle Strategie für die Zeit nach dem Öl auf den Weg bringen wollen.
Primär sollte es darum gehen die Flottenverbräuche zu senken und z.B. sinnvolle Regelungen für Neuwagen einzuführen (einen Heizöl-Ferrari mit 300kW braucht niemand, die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den Autobahnen liegt sicherlich deutlich unter 120km/h). Alles was im Bestand fährt, sollte auch langsfristig genutzt werden, da die für die Produktion neuer Fahrzeuge benötigten Ressourcen niemals durch die Stilllegung Alter amortisiert werden.
Letztlich muß jeder für sich selbst einen verantwortungsvollen Umgang mit der Notwendigkeit sowie Art und Weise ölgetriebener Fortbewegung lernen. Die Politik muß dafür "nur" sinnvolle Grenzen setzen.
Soll nur besteuert oder gesteuert werden? Zählt nachhaltige Entwicklung weniger als eine überstürzt, konfuse Suche nach Lösungen für den Post-PeakOil?
M.E. sind viele Entscheidungsträger der Idee steuerbegünstigte Dienstwagenfahrer, welche niemals vor der (Investitions-) entscheidung gestanden haben ob ein Diesel oder Benziner die adäqute Wahl zur Lösung individueller Transportanforderungen darstellt.
Ich habe diese Entscheidung vor ~8 Jahren zugunsten eines Diesel (Euro 3) getroffen und gehofft damit die langfristig (in Bezug auf die Lebenserwartung des PKW) ökologisch wie wirtschaftlich sinnvollste Variante getroffen zu haben. Wenn die Politik nun aber der Meinung ist die Rahmenbedingungen an Trends auszurichten, fehlt mir die Phantasie, wie die Entscheider eine sinnvolle Strategie für die Zeit nach dem Öl auf den Weg bringen wollen.
Primär sollte es darum gehen die Flottenverbräuche zu senken und z.B. sinnvolle Regelungen für Neuwagen einzuführen (einen Heizöl-Ferrari mit 300kW braucht niemand, die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den Autobahnen liegt sicherlich deutlich unter 120km/h). Alles was im Bestand fährt, sollte auch langsfristig genutzt werden, da die für die Produktion neuer Fahrzeuge benötigten Ressourcen niemals durch die Stilllegung Alter amortisiert werden.
Letztlich muß jeder für sich selbst einen verantwortungsvollen Umgang mit der Notwendigkeit sowie Art und Weise ölgetriebener Fortbewegung lernen. Die Politik muß dafür "nur" sinnvolle Grenzen setzen.
Was geschieht mit der erhöhten KFZ-Steuer für Dieselfahrzeuge.
Die EU abschaffen, jedes Land wirtschaftet eigenständig dann klappt es wieder so wie früher. Wo bleiben all unsere Steuern gehen diese nur in andere Länder. Wie ist es nur möglich Artikel mit mehreren Steuern zu belegen. Unsere Politiker sind am Ende, wann kommt der große Knall ???
besteuert werden muß der Flug zum Wochenendshoppen nach London oder NY oder der Wochenendtripp (al la Obergrüner Name fällt mir gerade nicht ein) nach Südostasien.
Aber hier gibt es immer noch Steuefrei!!
Ihr habt sie doch nicht mehr alle!
Dem Pendler und gemeinen Malocher das Geld aus der Tasche ziehen, bevor er überhaupt erst die Möglichkeit hat, für seine Familie ein paar Kröten zu verdienen. Ihr schafft es noch, dass er ein Negativeinkommen erzielt, d.h. die steiegenden Fahrtkosten übersteigen das fallende Realeinkommen.
wieso man nicht die Steuern für Benzin senkt, wenn es um eine "Gleichbehandlung,Energiegehalt" geht?
Es geht hier doch um eine Reform!
Haben Sie schon einmal von einer Refdorm gehört, die dem "Kleinen Mann" zu Gute kommt?
Es geht hier doch um eine Reform!
Haben Sie schon einmal von einer Refdorm gehört, die dem "Kleinen Mann" zu Gute kommt?
Geld für Portugal?
Für die deutsche Autoindustrie birgt diese Idee der EU-Komission Nachteile, darauf will ich nicht eingehen, ist wohl offensichtlich.
Es bringt aber Nachteile für die Verbraucher. Es wird alles teurer dadurch. "Alles" übertrieben? Wohl kaum.
Man schaue sich die Logistikwirtschaft in Deutschland an indem man einfach auf die Autobahnen sieht.
Sämtliche Industrien und Händler werden ihre Waren nicht mehr so günstig wie bisher erhalten und ausliefern können.
Im Wesentlichen bekommt dies der Verbraucher zum Einen durch Preiserhöhungen der Produkte zu spüren, zum Anderen aber durch aufbleibende Gehaltserhöhungen - schließlich werden Gewinne wohl auch zurückgehen, da die Kauflust national zurückgehen wird. Ganz abgesehen davon, dass auch der Privatkonsument den Diesel kaufen muss.
In den letzten 6 Monaten sind unsere Kraftstoffpreise ohnehin um gut 20% gestiegen. Das ist eine Unverschämtheit und Geldmacherei.
Ich persönlich bin wie viele zufällig auch davon betroffen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren