Autoschilder Wir wollen unsere alten Kennzeichen wiederhaben
Viele Städte wollen ihre früheren Autokennzeichen zurück – nicht aus Nostalgie, sondern als identitätsstiftendes Merkmal. Die Verkehrsminister haben nichts dagegen.
In Schwäbisch Gmünd gibt sich die Bevölkerung selbstbewusst. Um so bitterer sei es, dass man als Gmünder mit dem ortsfremden AA am Auto herumfahren müsse, sagt so mancher in der 60.000-Einwohner-Stadt rund 50 Kilometer östlich von Stuttgart. Wer in Schwäbisch Gmünd sein Auto anmeldet, erhält automatisch das Doppel-A für Aalen, die noch etwas größere Stadt im Ostalbkreis. Mit der Kreisreform 1972 verschwanden in Baden-Württemberg zahlreiche Kennzeichen, auch das Gmünder GD.
Die Gmünder hätten ihr Kürzel gern wieder und sie sind nicht allein. Ob Mühlhausen in Thüringen, Alfeld im niedersächsischen Kreis Hildesheim oder Nördlingen im westlichen Bayern: In zahlreichen Städten hat sich der Wunsch gebildet, die einstigen Kennzeichen wiederzubeleben. Also etwa NÖ für Nördlingen, wo man derzeit mit DON (Kreis Donau-Ries) unterwegs ist, oder MHL für Mühlhausen. In den ostdeutschen Bundesländern gab es viele Stadt-Kennzeichen nach der Wiedervereinigung nur wenige Jahre lang, bis die Landkreise Mitte der neunziger Jahre neue Kürzel erhielten. Die Mühlhausener haben seitdem Schilder mit UH für den Unstrut-Hainich-Kreis an ihren Autos.
Bereits in den siebziger Jahren verschwanden im Westen viele Autonummern, etwa BR für Bruchsal, HW für Halle in Westfalen oder CAS für Castrop-Rauxel, wo man heute RE verwendet: "Die Leute in Castrop-Rauxel sagen aber: 'Wir sind doch keine Recklinghäuser'", sagt Ralf Bochert. Der Professor für Volkswirtschaftslehre und Destinationsmanagement an der Hochschule Heilbronn hat mit seinem Team in 90 deutschen Städten rund 19.000 Menschen zur Wiedereinführung der alten Kennzeichen befragt – und traf auf große Zustimmung. Fast drei Viertel sprachen sich beispielsweise für die Rückkehr zu GD, NÖ oder MHL aus.
"Was bemerkenswert ist: Es sind nicht nur die Älteren, die sich das GD wieder zurück wünschen", sagt der Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold. "Es sind auch sehr viele junge Menschen, die die alten GD-Zeiten gar nicht erlebt haben." Arnold erklärt das mit dem Wunsch nach Identifikation: "In der heutigen globalen Welt suchen die Menschen um so mehr nach Bezugspunkten zu ihrer Heimat – und diese ist die Stadt, in der sie wohnen, nicht die künstliche Verwaltungseinheit Landkreis."
Das bestätigt auch Professor Bochert: "Im Kern steht das Gefühl der Zugehörigkeit. In Eisenhüttenstadt zum Beispiel zieht das Kürzel LOS (Landkreis Oder-Spree) emotional nicht, es ist dort nicht identitätsstiftend." Ähnlich wünschen sich die Plauener, wo derzeit V für Vogtlandkreis gilt, das PL zurück. "Damit ist keine Ablehnung des Landkreises oder gar des Vogtlands verbunden", erklärt Bochert. Letztlich stehe das Kürzel für ein Produkt: PL für den urbanen Raum, V für das ländliche Gebiet.
- Datum 06.04.2011 - 18:39 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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manche Menschen haben wirklich Probleme!
Mensch - die machen sich mal für einen Mist stark.
Ich möchte wissen wie viele Sitzungen / wie viele Steuergelder
für einen großen Schritt zurück in die goldene Vergangenheit!
Sollen lieber für ihre "Heimat"
etwas sinnvolles auf die Beine stellen.
Da ist das Geld besser investiert
Hier - bild Dir Deine Meinung:
http://www.bild.de/region...
P.S. Bald auch das Gezanke los (vor Gericht):
Das ist mein L (Leipzig)
nein - mein L (Lahn-Dill-Kreis)
bzw. BK (usw.
Mensch - die machen sich mal für einen Mist stark.
Ich möchte wissen wie viele Sitzungen / wie viele Steuergelder
für einen großen Schritt zurück in die goldene Vergangenheit!
Sollen lieber für ihre "Heimat"
etwas sinnvolles auf die Beine stellen.
Da ist das Geld besser investiert
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P.S. Bald auch das Gezanke los (vor Gericht):
Das ist mein L (Leipzig)
nein - mein L (Lahn-Dill-Kreis)
bzw. BK (usw.
... auch gerne in der zweiten Buchstabengruppe des Kennzeichens ihre Initialen oder ähnliches hätten und dafür Geld bezahlen ;).
Lassen wir doch diesen Leuten und den Leuten, die gerne ihre eigenen Stadtkennzeichen hätten ihren Spaß ....
Super, damit es bei Kreisreformen als Hauptargument gegen Eingemeindungen wieder das Autokennzeichen gibt (z.B. HAL/SK... das CAS/RE-Beispiel findet sich ja im Artikel)... ne, besser gleich die Ortskennzeichnung komplett entfernen. Ist ja nur ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der die Datenbanken dezentral gepflegt werden mussten. Heute nicht mehr notwendig, nebenbei auch aus Datenschutzgründen fragwürdig. Frankreich macht es vor, wo man inzwischen die Departmentnummer im Kennzeichen selber wählen kann, unabhängig vom Wohnort. In Schleswig-Holstein kann man bei einem Umzug sein Kennzeichen auch mitnehmen. Die Notwendigkeit ist technisch nicht mehr da.
Aber dies hier ist nostalgisch, romantisch, emotional und entzieht sich sachlichen Argumenten. Zumal es auch noch ums Auto geht. Eine Chance auf sinnvolle Entwicklung gibt es nicht, schade. Nur ein "Weiter so" oder gar ein "Zurück".
Wer sein Geld für ein Wunschkennzeichen ausgeben will soll es doch tun. Besser der Staat holt sich von denen sein Geld als daß er allgemeine Steuern erhöht.
Als alter Berliner möchte ich das "I" - Kennzeichen wieder an mein Auto schrauben.
Das "I" steht halt für Intellekt und ein "B" - na, ja, da kann man unterschiedlicher Auffassung sein.
Das "I" hat ja ja für Berlin schon eine weitaus längere Tradition, wenn ich mich nicht irre.
Für "alte Traditionen" hat diese Republik ja ein besonders großes Herz, oder?
Berlin war nicht I, sondern römisch-I-A (I = Preußen, A = Berlin).
Für meinen Teil finde ich aber S besser als III A.
http://de.wikipedia.org/w...
Berlin war nicht I, sondern römisch-I-A (I = Preußen, A = Berlin).
Für meinen Teil finde ich aber S besser als III A.
http://de.wikipedia.org/w...
Mensch - die machen sich mal für einen Mist stark.
Ich möchte wissen wie viele Sitzungen / wie viele Steuergelder
für einen großen Schritt zurück in die goldene Vergangenheit!
Sollen lieber für ihre "Heimat"
etwas sinnvolles auf die Beine stellen.
Da ist das Geld besser investiert
Hier - bild Dir Deine Meinung:
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P.S. Bald auch das Gezanke los (vor Gericht):
Das ist mein L (Leipzig)
nein - mein L (Lahn-Dill-Kreis)
bzw. BK (usw.
Also die Stadt Lahn war ein nur wenige Jahre dauerndes Kunstprodukt aus den Städten Gießen und Wetzlar. Die Giessener haben ihr Kennzeichen GI zurück, die Wetzlarer (Wz) blieben mit den Dillenburgern (DIL) zusammengelegt zum Lahn-Dill-Kreis (LDK)
Die Leipziger sollen ihr L behalten. Für die war es ja auch vorgesehen.
Der südliche Lahn-Dill-Kreis könnte zu WZ zurückkehren
Der nördliche zu DIL
Schon wäre alles in Ordnung.
LDK will niemand und braucht niemand... ausser gewissen Kommunalpolitikern...
BTW:
Übersetzung der Einheimischen: "Land der Könige"
Übersetzung der Auswärtigen: "Land der Kanacken"
Also die Stadt Lahn war ein nur wenige Jahre dauerndes Kunstprodukt aus den Städten Gießen und Wetzlar. Die Giessener haben ihr Kennzeichen GI zurück, die Wetzlarer (Wz) blieben mit den Dillenburgern (DIL) zusammengelegt zum Lahn-Dill-Kreis (LDK)
Die Leipziger sollen ihr L behalten. Für die war es ja auch vorgesehen.
Der südliche Lahn-Dill-Kreis könnte zu WZ zurückkehren
Der nördliche zu DIL
Schon wäre alles in Ordnung.
LDK will niemand und braucht niemand... ausser gewissen Kommunalpolitikern...
BTW:
Übersetzung der Einheimischen: "Land der Könige"
Übersetzung der Auswärtigen: "Land der Kanacken"
Wenn solche "Städte" wie Alfeld mit rund 20.000 Einwohnern ein eigenens Kennzeichen bekommen dürfen, wieso sollte dann hunderten anderer Städte dieses Recht verwehrt werden?
Oder glauben die etwa, dass nicht jede Stadt ein solches
Identitätsbewusstsein hat?
Um mal den Großraum Stuttgart als Beispiel zu nennen: Im Landkreis Esslingen besitzen alle Autos in den Städten Kirchheim unter Teck und Nürtingen (beide mit jeweils 40.000 Einwohnern) Esslinger Kennzeichen. Beides sind ebenfalls stolze und identitätsbewusste Städte. Das gleiche gilt für den Kreis Böblingen, in dem die Städte Sindelfingen und Herrenberg (jeweils 60.000 und 31.000 Ew) das Böblinger Kennzeichen erhalten. Ähnlich ist es auch in den zwei übrigen Landkreisen, die Stuttgart umschließen.
Wenn jetzt auf diese Weise hunderte neuer Kennzeichen eingeführt werden und dann auch noch die alten gleichzeitig beibehalten werden dürfen, könnte sich die Gesamtzahl der verschiedenen Kennzeichen meiner Meinung nach vervielfachen. Was wird das dann für ein Chaos, wenn die zu den Städtenamen passenden Buchstabenkombinationen ausgehen? Werden die Städte sich vor Gericht um die Kennzeichen zanken? Oder wird ein vierter Buchstabe eingeführt?
Meiner Meinung nach sollten man das ganze Vorhaben jetzt stoppen, bevor es zu spät ist.
Beim Lesen Ihres Kommentars fiel mir die Bemerkung des Moderators gestern auf Bayern 3 ein, der zum Thema der neu-alten Nummernschilder meinte: "da kommen ja mit den alten Kennzeichen auch die blöden Sprüche wieder!"
Da Sie gerade von Böblingen reden: gibts "BB" noch?
Wir haben damals in Stuttgart das BB als "Blöder Bachel" übersetzt.
Hier in München haben wir für die Ebersberger (EBE) und die Fürstenfeldbrucker (FFB) auch so nette Reime.
Aber Spaß beiseite: bei den alten Bezeichnungen konnte man wenigstens noch erraten, welcher Ort gemeint war.
Beim Lesen Ihres Kommentars fiel mir die Bemerkung des Moderators gestern auf Bayern 3 ein, der zum Thema der neu-alten Nummernschilder meinte: "da kommen ja mit den alten Kennzeichen auch die blöden Sprüche wieder!"
Da Sie gerade von Böblingen reden: gibts "BB" noch?
Wir haben damals in Stuttgart das BB als "Blöder Bachel" übersetzt.
Hier in München haben wir für die Ebersberger (EBE) und die Fürstenfeldbrucker (FFB) auch so nette Reime.
Aber Spaß beiseite: bei den alten Bezeichnungen konnte man wenigstens noch erraten, welcher Ort gemeint war.
In anderen Laendern (z.B. UK und DK) bekommt das Auto bei der Registrierung eine Nummer verpasst und wird an jeden Nachbesitzer weiter vergeben mit dem Auto. Eine weitaus sinnvollere Methode und spart auch noch Geld. Keine Ahnung wieviel Knete ich in meinem Leben in DE fuer neue Kennzeichen ausgegeben habe. Geschaetzt €700.
Hier in UK bezahlt man keinen Penny......kein so schlechtes System. Gleiches Spiel in DK. Also Deutschland....aufwachen.
In Belgien gehoert die Nummer zum Halter und wird jeweils auf das neue Fahrzeug uebertragen. Regionale Identifikatoren gibt's nicht. Funktioniert auch.
Wirklich clever ist das neue System in Frankreich. Man kann sich die Nummer des Departements aussuchen, je nach dem, wo man seine Heimat sieht.
Leider haben sich aber wohl einige aus dem Pariser Umland, die sich die Miete in Paris nicht leisten koennen, mit der "75" aufgewertet.
Aber dass die Deutschen jemals von anderen lernen, werde ich wohl icht mehr erleben.
Lieber Briscoh,
dafür haben die Autos in UK ihr Alter aussen dran stehen - und wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann haben zumindest im 20. Jahrhundert die Händler im Juni und Juli kaum noch Autos verkauft, weil diese ja wenige Wochen später schon "ein Jahr älter" waren ...
Ausserdem gibt es auch in UK private license plates mit ganz merkwürdigen Zeichenkombinationen - wie FUN4DAD.
So rational sind also auch Ihre Landsleute nicht ;-)))
In Deutschland sind Kennzeichen nun einmal für viele ein Stück Heimat geworden. In meiner Stadt bin ich zu Hause - in meiner Kreisstadt bin ich vielleicht einmal im Jahr.
Schöne Grüße
thinking duck
Zustimmung! In Holland gib's auch bei der Erstzulassung eine Nummer und das war's. Sehr angenehm auch, dass man auf die Art und Weise anonym unterwegs ist: Autokennzeichen-Mobbing ist auf deutschen Strassen ja leider keine Seltenheit aber auch wieder nicht so typisch deutsch. Das gibt es auch in der Schweiz, wo der "lahme" BE gerne mal von schnittigen VD genervt wird und die rassigen TI gerne schimpfen auf die Langeweiler aus ZH.
In Belgien gehoert die Nummer zum Halter und wird jeweils auf das neue Fahrzeug uebertragen. Regionale Identifikatoren gibt's nicht. Funktioniert auch.
Wirklich clever ist das neue System in Frankreich. Man kann sich die Nummer des Departements aussuchen, je nach dem, wo man seine Heimat sieht.
Leider haben sich aber wohl einige aus dem Pariser Umland, die sich die Miete in Paris nicht leisten koennen, mit der "75" aufgewertet.
Aber dass die Deutschen jemals von anderen lernen, werde ich wohl icht mehr erleben.
Lieber Briscoh,
dafür haben die Autos in UK ihr Alter aussen dran stehen - und wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann haben zumindest im 20. Jahrhundert die Händler im Juni und Juli kaum noch Autos verkauft, weil diese ja wenige Wochen später schon "ein Jahr älter" waren ...
Ausserdem gibt es auch in UK private license plates mit ganz merkwürdigen Zeichenkombinationen - wie FUN4DAD.
So rational sind also auch Ihre Landsleute nicht ;-)))
In Deutschland sind Kennzeichen nun einmal für viele ein Stück Heimat geworden. In meiner Stadt bin ich zu Hause - in meiner Kreisstadt bin ich vielleicht einmal im Jahr.
Schöne Grüße
thinking duck
Zustimmung! In Holland gib's auch bei der Erstzulassung eine Nummer und das war's. Sehr angenehm auch, dass man auf die Art und Weise anonym unterwegs ist: Autokennzeichen-Mobbing ist auf deutschen Strassen ja leider keine Seltenheit aber auch wieder nicht so typisch deutsch. Das gibt es auch in der Schweiz, wo der "lahme" BE gerne mal von schnittigen VD genervt wird und die rassigen TI gerne schimpfen auf die Langeweiler aus ZH.
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