Radfahren : Kampfansage gegen die "Kampfradler"

Die meisten Autofahrer beklagen, dass Radfahrer sich nie an Verkehrsregeln halten, und Minister Ramsauer fordert strengere Kontrollen. Der VCD spricht von Stimmungsmache.

Der Frühling ist da, Radler bevölkern die Straßen – und damit beginnt der Kampf auf dem Asphalt wieder. Die Prüforganisation Dekra nimmt dabei vor allem die Radfahrer in die Pflicht. "Manche unternehmen den Ritt auf der Kanonenkugel", sagt der Berliner Gebietssprecher Carsten Bräuer – mit hohem Tempo, in falscher Richtung auf dem Radweg und ohne Rücksicht auf rote Ampeln.

In einer Dekra-Umfrage unter 1600 Autofahrern hatten sich drei von vier Befragten beklagt, dass sich Radler häufig über die Verkehrsregeln hinwegsetzen. Selbst von den Befragten, die oft Fahrrad fahren, meint nur jeder Vierte, dass sich Radler "im Allgemeinen" an die Regeln halten. 44 Prozent aller Befragten äußerten zudem, dass Radfahrer öfter Fußgänger in Gefahr bringen.

Andererseits warf mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) den Autofahrern vor, zu wenig Rücksicht auf Radfahrer zu nehmen. Genauso viele äußerten die Meinung, dass sich Autos und Fahrräder im Straßenverkehr häufig auf Kollisionskurs bewegen und Radler und Autofahrer oft keine Partner, sondern Gegner sind. Die Dekra forderte Aufmerksamkeit und Rücksicht von allen Verkehrsteilnehmern. Nach dem neuen Verkehrssicherheitsreport der Dekra machen in Deutschland weiterhin die Schwächsten – Radfahrer und Fußgänger – ein Viertel der Verkehrstoten aus.

Mit dem Trend zu Elektrofahrrädern sieht die Prüforganisation zudem neue Gefahren. "Früher haben die Alten und Gebrechlichen diese Räder gekauft, jetzt gibt es sie auch als Sportfahrräder", sagt Dekra-Vorstandsmitglied Clemens Klinke. Nun würden Mountain-Bikes mit Tempo 30 oder 40 den Berg hinauffahren. Für diese Radler forderte Klinke eine Helmpflicht. Radwege müssten deutlich von Straße und Gehweg abgegrenzt sein, Kreuzungen verkehrssicher gestaltet und gut beleuchtet werden.

Zuvor hatte bereits Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) von den Ländern strengere Kontrollen von Radfahrern gefordert. Er erwarte von allen Verkehrsteilnehmern, sich an die Regeln zu halten und das Gebot der Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu beherzigen. Bei den Radlern dürfe sich keine "Ich-darf-das-Mentalität" einschleichen, sagte Ramsauer. "Offensichtlich müssen viele lernen, dass sie nicht die Robin Hoods der Straße sind." Der Begriff der "Kampfradler" mache bereits die Runde. In der Dekra-Umfrage traf der Vorschlag, die Verkehrsverstöße von Fahrradfahrern konsequenter zu ahnden, indes nur auf verhaltene Zustimmung (55 Prozent).

Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnt hingegen davor, Radfahrer einseitig als Verkehrsrowdys darzustellen. Nur bei einem Viertel der Unfälle zwischen Autos und Radfahrern sei der Radler Hauptverursacher, sagt Doris Neuschäfer vom VCD-Bundesvorstand. "Radfahrer und Fußgänger sind keine Störfaktoren im Straßenverkehr, sondern gleichberechtigte Partner." Wer wie Ramsauer verlange, sich an die Verkehrsregeln zu halten, dürfe nicht "einäugig nur auf die Radler schauen".

Kommentare

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Woran liegt das ?

Eins Vorab:
Mit anderen Verkehrsteilnehmern komme ich als Radfahrer sehr gut zurecht. Von den 2 Prozent beschränkten Verkehrsteilnehmern lasse ich mich nicht ärgern.
Meine Fahrweise ist sportlich und rücksichtsvoll - weil ich keine Lust auf Zusammenstöße habe, die für irgendjemanden im Krankenhaus enden könnten.

Nun zum Thema:
Warum fahren Radfahrer auf dem Fussweg ?
Weil es ein kombinierter Fuss- und Radweg ist ?
Weil sich z.B. Ältere nicht mehr sicher auf der Straße fühlen?
Weil es vielleicht auf den Hauptstraßen keinen Radstreifen gibt ?
Weil manche Radfahrer schon in gefährliche Situationen mit Autofahrern gekommen sind ?
Was ist daran schlimm, als Radfahrer langsam und rücksichtsvoll über einen Zebrastreifen zu fahren ?

Warum gibt es baulich umständliche Verkehrsführungen, bei denen Radfahrer quasi dazu genötigt werden den Fußweg zu nehmen, weil sie sonst Hunderte von Metern Umweg fahren müssen ?
Warum fahren in Städten so viele Autos ?
Warum hören manche Fußgänger auf Kombiwegen keine Klingel ?
Warum geht jemand nach 5-6 mal Klingeln nicht für Fahrradfahrer auf die Seite (da bringt auch 100 Meter im voraus klingeln nichts) ?

Liebe Autofahrer, holt dieses Wochenende die Räder aus dem Keller und lasst das Auto stehen!

Dann lieber zu Fuss

Wenn ich als Radfahrer ständig absteigen muss, weil der Radweg im Wartebereich einer Bushaltestelle endet. Oder wenn ich ständig abbremsen muss, weil ein Fussgänger in der Falschen Richtung, nämlich mit dem Verkehr läuft, und ich Angst haben muss, dass er mir jeden Moment vors Rad läuft, dann kann ich auch gleich zu Fuss laufen.

Wenn ich schon ein Rad besitze mit dem man schneller als 20kmh fahren kann, dann möchte ich diese auch tun. Sonst macht es als Verkehrsmittel keinen Sinn. Ich möchte dabei aber nicht das Risiko eingehen müssen Fussgänger anzufahren. Das kann nämlich für beide ziemlich böse enden.

Immer diese Radfahrer

"Oder wenn ich ständig abbremsen muss, weil ein Fussgänger in der Falschen Richtung, nämlich mit dem Verkehr läuft, und ich Angst haben muss, dass er mir jeden Moment vors Rad läuft, dann kann ich auch gleich zu Fuss laufen."

Befindet sich der Fußgänger den Sie meinen auf dem Gehweg? Dann läuft er nicht in der falschen Richtung und Sie haben kein Recht ihn anzuklingeln und zum Beiseitespringen zu nötigen. Wenn sich ein Autofahrer mit seinem Wagen auf den Radweg verirrt hat er auch kein Recht sie anzuhupen und Sie zu nötigen ihm Platz zu machen. Oft werden übrigens Fußgänger dazu genötigt auf den Radweg auszuweichen, weil sie einem von hinten heranrasenden Radler ausweichen müssen. Ich erlebe es auch oft, daß zwei Radler nebeneinander fahren um sich gemütlich unterhalten zu können, der eine auf dem Radweg, wie es sich gehört, der andere auf dem Gehweg. Und selbstverständlich wird von dem auf dem Gehweg laufenden Fußgänger erwartet, daß er sich ganz schmal macht, damit der Radler auch Platz macht. Wer das nicht tut wird heftig beschimpft.

zu Fuß ist auch gut

Es gibt keinen Radweg, der am Bushaltehäuschen endet, wär ja auch Schwachsinn. Fußgänger gehen in der Stadt mit dem Verkehr, also auf der falschen Seite, auch das ist normal.

Mein Auto fährt deutlich mehr als 200Km/h. In der Stadt schaffe ich das aber nicht, obwohl es die Strecke manchmal zulassen würde. Also mache ich das dort wo ich es kann, aufer Bahn!

Mit meinem Auto kann ich aber auch schleichen, kann so langsam wie ein Fußgänger sein. Verliert der Wagen deswegen seinen Sinn? Nein! Im Tiefflug könnte ich in gut fünf Stunden von München in Hamburg sein. Welchen Sinn macht dann noch ihr Fahrrad? Der Sinn vergeht erst dann, wenn ich mir das einrede und die anderen Verkehrsteilnehmer als Hindernisse auf meinem Weg sehe.

Es liegt an mir, wie ich meine Umwelt betrachte und nur das kann ich ändern. Ich fahre auch mal gerne acht Stunden und länger nach München. Es gibt dann viel zu sehen und zu entdecken. Bei der Radfahrt in die Stadt ist das nicht anders.

Radler auf Gehweg

mit verkniffenen spießigen Ansichten kommen wir nicht weiter. Warum soll ich als Radfahrer keinen leeren Fußweg benutzen. Oft ist es sogar erforderlich, will man keinen kilometer-langen Umweg fahren. Die meisten Fußgänger sehen das auch locker. Einige müssen aber mit dem Stock drohen, obwohl sie auf der anderen Straßenseite stehen. Das sind die, die auch penibel die Falschparker bei der Polizei anzeigen.

logik

"Warum soll ich als Radfahrer keinen leeren Fußweg benutzen. Oft ist es sogar erforderlich, will man keinen kilometer-langen Umweg fahren."

nach ihrer logik wäre es dann einem autofahrer gestattet, durch eine fußgängerzone zu fahren, wenn die fußgängerzone nur schwach begangen ist und der autofahrer vorsichtig genug ist. er will ja auch keinen kilometerlangen umweg fahren. außerdem hätte das eine deutliche schadstoffreduzierung zur folge. auch parken auf radwegen wäre dann legitim und vieles andere auch. wer will schon einen umweg fahren.

nein: wenn sie mit gesetzen nicht einverstanden sind, sollten sie versuchen sie zu ändern. oder sie wollen anarchie - da müßte man dann sehen, wer der stärkere/mächtigere ist.

Wollen Sie es nicht begreifen?

In der Kleinstadt in der ich lebe gibt es Straßen die nach 22 Uhr kaum befahren werden. Trotzdem laufe ich nicht auf der Straße sondern bleibe auf dem Gehweg. Radfahrer sind die einzigen Verkehrsteilnehmer die zwischen zwei Wegen wählen können. Wenn der Radweg nicht in ordnungsgemäßen Zustand ist dürfen sie auf die Straße ausweichen. Fußgänger müssen stets auf dem Gehweg, Autofahrer stets auf der Straße bleiben. Trotzdem verlangen Radfahrer noch das Recht den Gehweg okkupieren zu können. Und wenn die Fußgänger nicht schnell genug beiseite springen (auf dem Gehweg, wohlgemerkt) müssen sie sich noch beschimpfen lassen. Wenn Sie zu große Angst davor haben auf der Straße zu fahren, ist das Rad vielleicht doch nicht das ideale Verkehrsmittel für Sie. Was den Vorwurf der Spießigkeit betrifft: meiner Erfahrung nach sind die größten Spießer jene die andere der Spießigkeit bezichtigen. Ansonsten schließe ich mich meckererrrs Kommentar an. Schönen Restsonntag noch.

Wochenendfahrer?

Ich fahre Auto und Fahrrad.
Wenn ich Auto fahre, sehe ich immer beim Rechtsabbiegen nach den Fahrrädern. Manchmal wird dann von hinten gehupt, wenn ich einem Radfahrer seine Vorfahrt lasse.
Das mache ich aus gutem Grund, denn im letzten Jahr wurde mir weit über ein Dutzend mal von Autofahrern nach dem Leben getrachtet und nur meine Reaktionsfähigkeit ist meine Lebensversicherung. Meine Knautschzone heisst Kniee.
Radfahrer sind ungefährlich, Autofahrer sind eine Gefahr für die Umwelt, für die Allgemeinheit und für die Gesundheit.
Wir sollten den Radfahrern mehr Rechte geben besonders bei gerade umgesprungenen Ampeln wird der Fahrrad fahrer nie anhalten, er arbeitet mit Muskelkraft und bedient sich der Fähigkeit des Rades zu rollen.
Ampeln befolge ich nur dann, wenn andere Verkehrsteilnehmer davon betroffen sind. Ich fahre immer so, dass kein anderer in Gefahr kommt, egal ob Fussgänger, Radfahrer oder Autofahrer. Aber egal wie ich unterwegs bin, Verkehrsregeln werden dem Bedarf angepasst. In Hamburg haben wir viele verschiedenen Formen der Gelben-Ampel, es gibt hellgelb, mittelgelb, dunkelgelb und orange. Solange man die Übersicht über den Verkehr hat, ist dagegen auch nichts einzuwenden, auch sind Geschwindigkeitsbegrenzungen oft sehr Zweifelhaft, aber was schreibe ich, der erst seit 750.000km Unfallfrei ist (dazu über 100.000km Radfahren mit einigen kleinen Unfällen durch aufspringende Autotüren, aus der Ausfahrt rausjagenden Autos und rechtsabbiegende Autofahrer...).

Prima

Guter Kommentar, dass habe ich eigentlich auch versucht zu sagen. Vor ca. 10 Jahren bin ich von HH nach Ffm umgezogen. Der Unterschied hier ist, die Hessen haben noch nicht herausgefunden, wozu der Blinker da ist. Das macht das Radfahren noch einmal zusätzlich gefährlich. Gestern wurde ich doch tatsächlich gefragt, wieso ich denn geradeaus fahre, nach dem mich einer beim Rechtsabbiegen umgemäht hatte.

Verständnis

Wir sollten beim Verkehr immer Rücksicht nehmen.
Es gibt nunmal einige Radfahrer, die halten sich für Lance Armstrong, andere können sich kaum am Lenker festhalten.
Ist es nicht schön, dass man weder so verrückt wie der eine bzw. so unbeholfen wie der andere ist?
Wenn ich am Strassenverkehr teilnehme, dann sehe ich mich als Moderator. Ich fahre mit dem Rad, sehe einen Autofahrer rechts abbiegen, halte an und mache ein Zeichen, dass er fahren kann. Vielleicht hat er sich das beim nächsten mal gemerkt. Ich fahre mit dem Auto, sehe einen Radfahrer, der noch bei hamburgischen orange über die Ampel will und meine Ampel zeigt schon grün und denke nur, na das war die letzte Sekunde. Kein Pöbeln, kein Meckern. Bin ich der Autofahrer, der rechts abbiegt lasse ich mir damit etwas mehr Zeit als andere, denn Radfahrer umfahren gehört nicht zu meinen Freizeitbeschäftigungen. Wenn ich aber von einem Autofahrer angepöbelt werde, obwohl ich bei grün über die Ampel gefahren bin und er mich beim Rechtsabiegen übersehen hat, dann hab ich schneller die Polizei angerufen als er seine zweite Beleidigung ausgesprochen. Wenn eine Beifahrertür auf dem Radweg aufspringt und ich dagegen fahre, dann reagiere ich meistens sauer, besonders wenn Blut aus meinem Schuh rinnt. Autofahrer sind oft etwas agressiver, klar wo sollen sie ihre Agressionen abbauen, Radfahrer etwas Regelwidriger und Fussgänger sind Traumtänzer. Wir sind Menschen, wir machen Fehler, das macht uns sympatisch.

Widerstandskämpfer

Heute bin ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren und hab mal mitgezählt, 15km, an 2 Stellen wurde mir von je 2 Autos die Vorfahrt genommen (ca. nach 2 und 3km). Ich habe 14 Fahrradwegabschnitte gezählt, die von Autos zugeparkt wurden. Da kommt man (besonders) an Bundesstrassen tatsächlich auf die Idee den Fußweg zu benutzen. Manche sind dabei tatsächlich rücksichtslos, keine Frage. Aber so mußte ich 2x Heute eine Vollbremsung hinlegen, weil Fußgänger gedankenversunken auf den Radweg querten ohne zu kucken, dann war da noch eine weitere Vollbremsung dank eines rechts abbiegenden Autofahrers. Auf der Strecke bin ich bei 3 Ampeln bei rot gefahren (2x dunkelgelb, 1x eine Ampel, die tatsächlich Minuten braucht um grün zu werden).
Ich habe keinen Verkehrsteilnehmer gefährdet, mir wurde aber 5x von Autos die Vorfahrt genommen, einmal war es richtig gefährlich, 2x wurde mir die Vorfahrt von Fußgängern genommen. Ich denke, Radfahrer und Fußgänger kommen schon ganz gut alleine zurecht, mir passiert es auch mal (ganz selten) das ich ein Radweg ohne zu kucken, kreuze.
Aber das verhalten der Autofahrer (mich dabei nicht eingeschlossen) ist oftmals extrem gefährlich.

Was spricht dagegen, das Rad auf dem Fußweg zu schieben?

@derritter

Ich habe keinen Führerschein, kein Auto mit Chauffeur, bin also kein Autolobbyist, aber mir ist es noch passiert, daß mich ein Auto beinahe auf dem Fußweg angefahren hätte. Aber häufig muß ich mich auf dem Gehweg gegen Radler wehren. So harmlos ist ein Fahrrad auch nicht. Es ist schon vorgekommen, daß alte, gehbehinderte Menschen nach der Kollision mit einem rasenden Radfahrer ins Krankenhaus mußten. Ein Oberschenkelhalsbruch ist keine Lappalie. Meine Mutter (jenseits der sechzig) wurde vor einiger Zeit von einem Radfahrer auf dem Gehweg! umgefahren. Mir passiert es ständig, daß Radfahrer hinter mir wie wahnsinnig klingeln, weil ich mir als Fußgänger das Recht herausnehme auf dem Gehweg zu laufen und den Radlern nicht auszuweichen. Besonders schön ist es, wenn die lieben Pedalritter glauben auf einem ganz besonders schmalen Bürgersteig, auf dem gerade zwei Fußgänger nebeneinander Platz haben, wenn beide nicht allzu dick sind, radeln zu müssen. Wer, so wie ich, nicht die Absicht hat sich ganz dicht an die Wand zu quetschen oder auf die Straße auszuweichen, wird noch beschimpft.

Auf dem Gehweg schieben...

...nichts spricht dagegen, meiner Meinung nach auch nichts gegen Schrittgeschwindigkeit mit der Möglichkeit wie es die Richter formulieren 'sofort anhalten zu können'.

Ich sehe die Gehwegradelei auch mit Sorge, eben weil sie gefährlicher ist wie das Fahrbahnradfahren. Wir haben enorme Zuwächse in dem Bereich der Gehwegunfälle über die letzten Jahre.

Radfahrer sind Fahrzeugführer und gehören mit ihren Fahrzeugen gut sichtbar mitten auf die Fahrbahn - aus Sicherheitsgründen.

Habt Ihr euch mal gefragt, wo diese hysterische Angst vor dem Fahrbahnradfahren herkommt? Oder diese drastisch unterschhiedliche Bewertung je nachdem ob man mit einem Motorrad, Auto oder Rad unterwegs ist? Trotz ähnlicher Geschwindigkeiten (grad in Tempo 30 Zonen)?

Für mich ist Radfahren Alltagsmobilität, und ich erwarte die gleichen Möglichkeiten und die Unterstützung die mir im Auto zuteil wird.
Deshalb belästige und gefährde ich auch keine Fußgänger, auch nicht auf Radwegen oder Fahrbahnen.

ervin

Radwege und Fusswege

Als Radfahrer kann man ruhig auf dem Fussweg fahren, es kommt immer nur darauf an wie. Wenn es dort z.B. eine durchgehende Hecke gibt, kein Fussgänger zu sehen ist, dann kann man ruhig schnell fahren. Ist der Fussweg schön breit, kann man in normalen Tempo dort langfahren, ist der Fussweg schmal fährt man langsam, ist der Fussweg schmal und Fussgänger sind zu sehen ist Schritttempo zu wählen.
Klar ist das Gesetz anders, aber wer läuft schon mit einem Gesetzbuch durch die Gegend? Ich pöbel ja auch nicht jeden Fussgänger an, der gedankenversunken den Radweg kreuz und ich eine Vollbremsung machen muß. Meistens habe ich keinerlei Probleme mit anderen Verkehrsteilnehmer, ausser mit einigen Autofahrern, egal ob ich dann selber Autofahrer, Fussgänger oder Radfahrer bin. Autofahren baut Agressionen auf, da muß man manchmal neune grade sein lassen. Aber, Autofahrer sollten immer daran denken, dass sie eine Waffe unter dem Hintern haben.
Lustig ist ein Fussgänger immer Morgens, da hat die Stadt schlecht gearbeitet, 100m sind nur Fussweg, hunderte von Radfahrern und Fussgängern kommen sich da immer etwas in die Quere, alles verläuft problemlos, ausser ein gewisser Frührentner steht dort und pöbelt jeden Radfahrer an. Warum macht er dass? Es funktioniert dort alles immer sehr gut und der Mann spielt den Blockwart ;-)

Dagegen

"Was spricht dagegen, das Rad auf dem Fußweg zu schieben?"

Dagegen spricht, dass man nicht immer zum Spaß und Sonntagsfahren auf dem Rad sitzt, sondern Termine im Nacken hat. Wenn ich ohnehin schon spät aus dem Büro komme und pünktlich am Kindergarten ankommen muss, weil ich sonst einen Anpfiff kriege, dann werde ich kaum mein Fahrrad schieben wollen. Dann könnte ich auch gleich zu Fuß gehen. An den gefährlichsten Stellen (Kopfsteinpflaster mit Straßenbahn-Schienen drin, Stern-Kreuzung von 6 Straßen, auf der ich Linksabbieger bin) fahre ich auf dem Gehweg, langsam zwar, aber ich werde mit Sicherheit nicht absteigen und schieben.
Ich erwarte - ja erwarte! - eine Infrastruktur, die mir das Fahren ermöglicht, ohne mich in Lebensgefahr zu begeben. Wenn das nicht gegeben ist, übertrete ich ohne schlechtes Gewissen die Regeln. Übrigens wird man an selbiger Stelle nur höchst selten von Fußgängern angemotzt - vermutlich ist sogar denen klar, warum kaum ein Radfahrer hier auf der Straße fährt.

Wer von Radfahrern das Schieben des Rades verlangt, lebt wohl irgendwie neben der Realität...

Immer diese Ausreden

"Ich erwarte - ja erwarte! - eine Infrastruktur, die mir das Fahren ermöglicht, ohne mich in Lebensgefahr zu begeben."

Und ich erwarte als Fußgänger den Gehweg benutzen können ohne von Radfahrern angefahren, angepöbelt, angeklingelt und ausgebremst zu werden. Ein Fußgänger darf nur auf dem Gehweg laufen, egal in welch schlechtem Zustand er ist. Radfahrer nehmen sich die Freiheit heraus sich den für sie bequemsten Weg herauszusuchen. Und wer nicht spurt (also ein Fußgänger der trotz hartnäckigen Klingelns nicht beiseite springt, auf dem Gehweg wohlgemerkt) wird angepöbelt. Stichwort Termindruck: ein Autofahrer kann sich, wenn er wegen extremer Geschwindigkeitsübertretung geblitzt wird auch nicht auf Termindruck berufen.

Zusammenleben

Sie können wohl nicht Fahrrad fahren, bzw. haben es vor sehr langer Zeit verlernt. Ich erwarte als Fussgänger nicht, das Radfahrer absteigen, wozu? Oh, der Fussweg ist mein Weg, da kann ich mich schön breit machen. Vielleicht sollte ich anfangen die Fussgänger, die fasst täglich "meinen", ja "meinen" Radweg benutzten einfach umzufahren, dass ist mein Weg da haben Fussgänger nichts zu suchen.
Ihre Gedankenwelt ist wirklich armseelig und unsozial. Vielleicht ist Ihnen ein Miteinander in dieser Gesellschaft nicht wichtig, aber vielleicht sollten Sie darüber mal nachdenken. Klar gibt es einige Radfahrer die sich nicht benehmen können, genauso wie Fussgänger und Autofahrer oder LKW-Fahrer oder Busfahrer oder Motorradfahrer, aber deswegen hier mit "alles meins" zu kommen, ist doch nun die falsche Strategie.
Gestern Abend, nachdem ich Schwimmen war, hat sich eine ganze Familie auf dem Radweg breit gemacht, ich habe geklingelt, da die nun in einer Diskussion waren haben die das nicht mitbekommen und ich bin auf den Fussweg ausgewichen. Wenn Sie da gestanden hätten, hätten Sie wohl am liebsten einen Regenschirm in meine Speichen gesteckt.

manche Fussgänger

halten das zu Fuss gehen für sich als Fortbewegungsmittel. Mein Arbeitsweg beträgt 15km, den will ich sehen, der dass täglich zu Fuss absolviert.
Radfahren ist aber auch kein Autofahren, man bringt niemanden mit Radfahren in Lebensgefahr (ausser in irgendwelchen konstruierten, statistisch nicht relevanten Fällen), man verbraucht nur eines dabei, seine eigene Kraft, kein CO2 (ausser für das vermehrte Essen). So ist Radfahren wohl die richtige Antwort auf explodierende Ölplattformen und borstende Atomkraftwerke.
Das der Staat wohl kaum ein anderes Fortbewegungsmittel so fördern sollte wie das Radfahren sehe ich wohl nicht anders als Sie. Vielleicht werden wir bald die Strassen in der Stadt für uns haben, denn der Krieg in Libyen dauert weiter an, die Energiepreise schiessen immer weiter in die Höhe und es ist kein Ende zu erwarten, in China wollen alle ein Auto haben, auch kein Grund, dass der Benzinpreis nicht sinkt. Der Ausstieg aus der Atomkraft wird wohl für viele Jahre die elektrische Mobilität als Nischenprodukt in Deutschland belassen. Also sollte der Staat wohl mal das fördern, was unserem Land gut tut.

Radfahrer auf dem Geweg verhalten sich asozial

Sie wollen offenbar nicht begreifen, der Fußweg ist für die Fußgänger da, der Radweg, bzw. die Straße für den Radfahrer. Wenn Radfahrer den Fußweg benutzen wollen dürfen sie ihr Rad schieben, aber mit welchem Recht nehmen Sie auf dem einzigen Weg der den Fußgängern vorbeihalten ist die Vorfahrt für sich in Anspruch? Es ist schon merkwürdig, daß Radfahrer einerseits darüber jammern, daß ihnen Autofahrer auf der Straße die Vorfahrt nehmen, während sie andererseits ganz selbstverständlich erwarten, daß Fußgänger ihnen auf dem Gehweg weichen. Warum also schieben Sie Ihr Rad nicht, wenn Sie unbedingt auf den Gehweg müssen? Ach ja, die Umwege! Ich muß auch als Fußgänger Umwege laufen, wenn z.B. eine Straße sehr stark befahren ist, und ein sicherer Übergang nicht an allen Stellen möglich ist.

Sie sehen immer nur eine Seite...

...was haben Fussgänger auf dem Radweg verloren, ständig muß man abbremsen, nichts anders auf dem Fussweg, da sind manchmal Radfahrer, und? Wo ist das Problem?
Keiner verhält sich 100% regelkonform, dass ist auch kein Problem, wenn man niemanden gefährdet. Schlimm werden Situationen immer erst dann, wenn jemand meint, das er im Recht ist. Ihnen ist aber auch klar, dass ich als Radfahrer keine Fussgänger auf dem Radweg umfahren darf, genauso wie sie einem Radfahrer nicht den Weg so versperren dürfen, dass es zu einem Unfall kommt. Denn wir alle sind dazu verpflichtet niemanden in Gefahr zu bringen (§1). Halten Sie sich also an den wichtigsten Grundsatz im Strassenverkehr.
Heute Morgen war ich mit meiner Frau einkaufen, hierzu mußten wir auch einige Schritte zu Fuss gehen und ich mußte meine Frau zurückziehen, weil sie auf dem Radweg entlang ging und einem Radfahrer den Weg versperrte. Die meisten Fussgänger kriegen das gar nicht mit, wie sie den Radfahrern das Leben unnötig schwer machen, weil alle nur an sich selber denken.
Warum beziehen Sie hier einen total egoistischen Standpunkt?

Rücksicht

Ja, der Radweg ist für die Radfahrer da, der Gehweg für die Fußgänger. Ich achte sehr darauf, nicht auf dem Radweg zu laufen und so einen Radfahrer zu behindern. Wenn ein Radfahrer sich mal auf den Gehweg verirrt, also mal kurz ein paar Zentimeter neben dem Radweg fährt, habe ich kein Problem damit. Ich habe ein Problem, wenn Radfahrer grundsätzlich den Gehweg für sich beanspruchen, und noch auf die Vorfahrt bestehen. Wenn Sie das Rad als Verkehrsmittel benutzen werden Sie vermutlich nicht in Schrittgeschwindigkeit fahren, ansonsten können Sie gleich absteigen und das Rad schieben. Wenn Sie aber schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren, wären Sie eine Behinderung für Fußgänger auf dem Gehweg. Fußgänger dürfen, müssen Sie anklingeln wenn diese so verträumt oder ignorant sind, daß diese auf dem Radweg herumlatschen. Aber als Fußgänger braucht man, wenn man auf dem Gehweg läuft, nicht zu erwarten, ständig Radfahrer ausweichen zu müssen. Nicht die Radfahrer sondern die Fußgänger sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer, und wenn Sie, zu Recht, Rücksicht und Einhaltung der Verkehrsregeln von Autofahrern erwarten wenn Sie auf der Straße fahren, sollten Sie umgekehrt Rücksicht auf die Fußgänger nehmen und selbst auch die Regeln einhalten. Gesegnete Ostern!

keine Beschwerden

Bisher habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht.
Eine grade Strecke fahre ich mit hoher Geschwindigkeit, unübersichtliche Stellen werden vorher genau beobachtet und die Geschwindigkeit angepasst. Da ich zwar nicht nach den Verkehrsregeln fahre, aber den $1 sehr ernst nehme, bringe ich niemanden in Gefahr.
Wenn ich mich in ein Auto setze und losfahre, bin ich eine Gefährdung für die Allgemeinheit, auch wenn ich seit über 750.000 km unfallfrei bin, ich bin auch der Autofahrer und der Fussgänger.
Sehen Sie, Sie können nur im Einklang der Einhaltung aller Gesetze überlegen (was macht ihre Steuererklärung ;-) ) ob sie nun Sinn ergeben oder nicht. Ich rechne mit Fehlern auf allen Seiten und passe auf.

Sie scheinen mir wirklich rücksichtslos zu sein!

Eine gerade Strecke fahren Sie also mit hoher Geschwindigkeit! Ja, das liebe ich, das rasende Klingeln das dem Fußgänger (muß wirklich noch betonen, daß Fußgänger im Verhältnis zum Radler der Schwächere ist) signalisieren soll: "Du bist mir im Weg, geh gefälligst zur Seite!" Sie nehmen also für sich das Recht in Anspruch Fußgängern die Vorfahrt zu nehmen, ergo, §1, demzufolgen Rücksicht geübt werden soll, gilt für Sie nicht. Ihr Vorschlag mit dem Schirm ist übrigens nicht so schlecht. Ein Radfahrer der sich rücksichtsvoll verhält (also schiebt statt zu rasen) würde damit keine Probleme haben. Mal ehrlich, wie verhalten Sie sich, wenn Ihnen ein Fußgänger im Weg ist? Auf dem Gehweg meine ich, nicht auf dem Radweg. Klingeln Sie ihn beiseite, was machen Sie, wenn dieser nicht kuscht, also Ihnen nicht weichen möchte, fahren Sie ihn um, beschimpfen Sie ihn? Und warum fahren Sie nicht auf der Straße? Weil Sie sich vor den Autos fürchten, auf der Straße sind Sie nicht der Stärkere, aber auf dem Gehweg. Das erinnert an Schulhofrowdys mittlerer Stärke die nicht wagen sich mit den Größeren anzulegen, aus Angst den kürzeren zu ziehen, und sich stattdessen die Kleineren vornehmen.

Überblick

Klingen kommt nur auf dem Radweg vor. Auf dem Fussweg gefährde ich niemanden. Nur wenn ich mir sicher sein kann, dass dort niemand ist (z.B. durchgehende Hecke/Zaun) und niemand in der Nähe zu Fuss geht, nehme ich unter Umständen den Fussweg (Radweg ist zu einem Parkplatz umgestaltet).
Übrigens, trotz meines hohen Alters (oder gerade aufgrund meines hohen Alters) kann ich auf dem Rad stehen, dass heisst ich kann mich längere Zeit auf der Stelle stehen.
Denn §1 hat oberste Priorität. Oft fahre ich zu Uhrzeiten (z.B. Sonntags auf den hamburger Fischmarkt) da bin ich der einzige Radfahrer, alle paar Strassen mal ein Auto oder ein Fussgänger. Wenn ich zur Arbeit fahre, dann bin ich absolut konzentriert, ständig bereit eine Vollbremsung hinzulegen, hier fahre ich auf der ganzen Strecke (15km) nur ca 200m auf einem Fussweg, ansonsten weiche ich auf die Strasse aus. Übrigens muss ich jedesmal für Fussgänger auf dem Radweg bremsen, jedesmal (!!!). Die Autofahrer nehmen mir jeden Tag ein paar mal die Vorfahrt. Ich werde von Autofahrern zum Teil dafür bepöbelt.
Wie ich schon dargelegt habe, habe ich in diesem Jahrtausend noch keinen Unfall gebaut. Der letzte liegt über 750.000km zurück. Es ist egal, mit welchen Verkehrsmittel ich unterwegs bin, die Sicherheit aller hat vorrang. Schulhof: Ich war der kleinste in der Klasse und der einzige Junge mit Brille, ab der fünften Klasse hat es keiner mehr gewagt mich anzufassen.

Nichts geht über Vorurteile *g*

"Und ich erwarte als Fußgänger den Gehweg benutzen können ohne von Radfahrern angefahren, angepöbelt, angeklingelt und ausgebremst zu werden."

Sie sind wirklich lustig! Ich habe Ihre Beiträge über den gesamten Thread verfolgt und konnte mir etliches Grinsen nicht verkneifen. Argumentation ist eigentlich überflüssig, denn Sie scheinen da ohnehin immun zu sein: Ihre persönlichen Erfahrungen mit Radfahrern müssen für den Rest der Welt offenbar genauso gelten. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass sich an der von mir beschriebenen gefährlichen Kreuzung Fußgänger, Radfahrer und ein permanent widerrechtlich dort parkender Lieferwagen den breiten Gehweg FRIEDLICH teilen und zwar ohne ein entsprechendes Verkehrsschild. Ich erlebe dort keine rasenden oder klingelnden Radfahrer und auch keine zur Seite springenden Fußgänger. Man bewegt sich langsam aneinander vorbei und gut ist.
Dies scheint aber nicht in Ihr Radfahrer-Hasser-Weltbild zu passen und so kann nicht sein, was nicht sein darf...

PS Was ich dort aber zur Genüge erlebt habe, sind Autofahrer, die mich in Lebensgefahr brachten. Wobei ich das sogar verstehen kann, selbst als Ortskundige vermeide ich es, mit dem Auto dort Linksabbieger zu sein, lieber fahre ich einen Umweg. Die Kreuzung ist ein Alptraum für alle Verkehrsteilnehmer.

Radler wollen nicht verstehen

Getroffene Hunde bellen. Also noch so ein Gehwegradler. Können Sie einen einzigen Grund nennen, warum Radfahrer ihr Rad nicht schieben können wenn sie auf dem Gehweg sind? Und warum ist es nicht mehr üblich, daß Radfahrer ein Zeichen geben wenn Sie auf der Straße abbiegen? Sie wissen schon, mal den Arm rausstrecken. Wenn das nicht möglich ist, weil man das Rad nicht gut genug beherrscht (ist vielleicht ein bißchen schwierig für manche für eine Sekunde einhändig zu fahren) sollte man sich doch überlegen, ob das Rad noch das richtige Verkehrsmittel ist. Es geht doch nur darum, daß sich Radler ebenso an die Verkehrsregeln halten sollen wie es auch von Fußgängern und Autofahrern erwartet wird. Und Radfahrer haben auf Gehwegen nichts zu suchen. Und es wäre auch ganz nett, wenn sie eine funktionierende Lampe am Rad hätten, meines Wissens ist die theoretisch vorgeschrieben, damit Radler auch nach Einbruch der Dunkelheit zu erkennen sind. Dann würde es weniger Unfälle zwischen den armen, hilflosen, gutherzigen und umweltbewußten Radlern und den bösen, bösen Autofahrern geben.

P.S. bin vorhin gerade fast einem Radler ins Rad gelaufen, der unbedingt auf dem Gehweg fahren mußte, trotz fast unbefahrener, breiter Straße in allerbestem Zustand.

Es geht doch darum, dass sich Radfahrer ebenso ...

... an die Regeln halten wie Fußgänger oder Autofahrer. Schreiben Sie. Wie viele Vorkommentatoren bereits betont haben, halten sich Autofahrer eben nicht an die Regeln (Fußgänger auch nicht so richtig). Schönes Beispiel ist das Ihrige mit dem Handzeichen beim Abbiegen. Ich ärgere mich regelmäßig - als Auto- und als Radfahrer - darüber, dass Autofahrer heutzutage nicht mehr blinken. Es braucht ein Miteinander im Straßenverkehr und eine Infrastruktur, die Probleme unwahrscheinlich macht.

schieben...

Am Samstag war ich mit dem Fahrrad in Hamburg unterwegs, Hamburg-Horn, Rathaus, Hafen, Altona, Alster...
Hierbei wurde ich Dutzendweise von Fussgänger zu Notbremsungen genötigt. Wie können diese Menschen alle vergessen mal zu kucken, ob da ein Radfahrer auf einem Radweg kommt?
Mannomannomann.
Keiner hält sich an die Regeln. Heute Morgen habe ich das Auto bei der Werkstatt mit einem Fahrrad abgeholt. Da erdreiste ich mich, bei einer Fussgängerampel, wo kein Fahrzeug zu sehen und zu hören war, einfach bei rot über die Ampel zu fahren. Ganz klar nach der einzigen Verkehrsregel meiner Mutter, "die Ampel hat dich nicht zu interessieren, Du mußt immer nach links und rechts kucken."
Von hinten (mind. 15m) schrie ein Vater, "wie können Sie vor einem kleinen Kind bei rot über die Strasse fahren."
Ich drehte mich um, er war tatsächlich mit seinem Sohn dort und ich antwortete: "die Erziehung ihres Kindes ist nicht meine Aufgabe."
Man soll als Fahrrad fahrer ein Vorbild für die Kinder anderer Leute sein, man soll sich, entgegen allen anderen Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fussgänger, die einem jeden Tag in Gefahr bringen, an die Verkehrsregeln halten.
Wenn ich als Radfahrer auf der Strasse fahre, weil der Radweg keine 90cm breit ist und eher den Rocky Mountains als einer glatten Fahrbahn ähnelt und somit das Fahrradwegeschild rechtswidrig aufgestellt wurde, dann werde ich von Autofahrern geschnitten, es wird gehupt.

Fußgänger wollen auch nicht verstehen,

warum eine reine Radstraße Radlern vorbehalten ist. Trotzdem gehen dort Fußgänger, Hundeausführer und Frauen mit Kinderwagen lustig herum und regen sich noch über rücksichtlose (weil sie einfach dort fahren) Radfahrer auf, obwohl sie diesen Weg gar nicht benutzen dürften.Ich klingel dann zeitig, damit die Fußgänger zur Seite gehen können und bedanke mich dann immer höflich. Es wäre schön, wenn die Fußgänger genauso handeln würden. Außerdem gibt es viele Fußgänger in meiner Kleinstadt, die gerne auf das Rad umsteigen würden, aber sie finden die Verkehrssituation zu unsicher. Das ist doch sehr schade, oder?

Toller betreff

Ist zwar schon uralt. Muss aber dann doch noch meinen Senf dazu geben.

"Es gibt keinen Radweg, der am Bushaltehäuschen endet, wär ja auch Schwachsinn. Fußgänger gehen in der Stadt mit dem Verkehr, also auf der falschen Seite, auch das ist normal."

1. Ich spreche nicht vom Bushaltestellenhäuschen sondern vom Bushaltestellenbereich. Und das gibt es oft genug und ist einfach nur schwachsinnig.
2. Gesetzlich/rechtlich ist die Seite vielleicht richtig trotzdem ist es ziemlich gefährlich, wenn man als Radfahrer zügig unterwegs sein will und andauernd Fussgänger überholen muss ohne zu wissen ob sie einem nicht gleich vors Fahrrad springen. Schon oft genug passiert.

Mir ging es auch nur darum zu verdeutlichen, dass man die Radfahrer, wenn eine eindeutige Trennung von Straße, Rad- und Fussweg nicht mäglich ist eher auf die Straße als auf den Furssweg leiten sollte.

Na, da hat der Herr Minister

endlich wieder ein Feindbild gefunden, mit dem er seine Stammwählerschaft mobilieren kann. Nachdem das mit den Atomkraftgegnern nicht mehr geht und auch S21 nach hinten losgegangen ist sind jetzt die bösen Radfahrer dran.

Elektrobikes könnten durchaus zu einer Alternative im Stadtverkehr werden.

der Minister und die ZEIT...

...haben ein lohnendes Thema gefunden.
Alle paar Monate wird das Thema Verkehr halbherzig in der Zeit abgehandelt, natürlich mit vorher kalkuliertem Kommentar-krieg und vielen Klicks für das Werbegeld inklusive.

Es wundert eigentlich nur noch warum keine leichtbekleidete junge Frau auf dem Rad zu sehen ist (SEX und Kommentarkrieg sells!).

Zu dem Thema gibt es sicher viel zu reden, aber mit solchen Artikeln kommt man da nicht weiter.
Wichtig wäre eine gezielte Analyse verschiedener Verkehrsszenarios für die Zukunft mit mehr/weniger Autos/Fahrrädern etc. und dem Abwiegen von Vor- und Nachteilen (CO2-Emissionen, Lebensqualität, Transportqualität etc.).
Danach ist die Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer untereinander nochmal eine andere "philosophischere" Frage.
Also Zeit, wie wärs denn mal mit einer wirklichen Reihe von Artikeln über dieses wichtige Thema?
Ich als passionierter Fahrradfahrer komme mit den meisten Autofahrern eigentlich ganz gut aus (ausser, dass mich die stinkenden Abgase nerven). Je größer das Auto wird, desto unfreundlicher und assiger wird das Fahrverhalten, aber da hilft wohl nur die Zwangsverschrottung des Autos. Mit Handwerkern sollte man auch nicht scherzen, die drehen auch gerne mal am Rad *lol*.

The_Cat

Das alte Thema wieder...

"Kampfradler" gibt es natürlich hier in Berlin, keine Frage.

Andererseits wird mir als Radfahrer auf meiner Standardfahrstrecke durch die Stadt (ca 7 km) jedes Mal durchschnittlich zweimal die Vorfahrt genommen...von Autofahrern.

Viele Autofahrer erkennen Radfahrer einfach nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer an. Ob es an der Blechmasse liegt? Keine Ahnung. Da habe ich manchmal auch das Bedürfnis, zum "Kampfradler" zu werden. Ich verkneife es mir, da es den Konflikt nur verschäfen würde, und appelliere an auch meine Mitradfahrer, sich zu mäßigen. Krieg ist auch hier keine Lösung.

tranquillamente!

"... und appelliere an auch meine Mitradfahrer, sich zu mäßigen. Krieg ist auch hier keine Lösung."

so ist es. danke für die mäßigende stimme in all den aufgeregtheiten von beiden seiten.
ich habe nun schon einige zigtausend kilometer auf dem rad zurückgelegt (die letzten jahre auf www.dzickert.de )und bin andererseits ca 40.000 km im jahr beruflich bedingt mit dem auto unterwegs. ich kenne also beide seiten. radfahrer sind im schnitt nicht "besser" als autofahrer - und umgekehrt.
ich finde, daß tempo 30 in innenstätten eine gute lösung wäre.

ein gutes beispiel für rücksichtnahme finden wir jedes jahr in italien: da wird in aller regel kurz gehupt, wenn sich ein auto von hinten einem radfahrer nähert.

und alle mitforisten, die meinen, hier würde wieder mal eine "schwache gruppe" herausgepickt um draufschlagen zu können: wenn sie eine statistik der beiträge in der zeit, die sich gegen radfahrer richtet, aufstellen würden, wäre die sehr übersichtlich. auch in anderen medien und in der politik ist dieses thema kaum wahrnehmbar.
getroffene hunde bellen?

Getroffene Hunde??

"getroffene hunde bellen?"

Ich denke, es ist eher die Plattheit der Argumente, die Radfahrer in Wallung bringt.

Wenn man bei den Radfahrern die Kinder abzieht, sonstige Menschen ohne Führerschein (oder anderer Schulung in den Regeln der Straßenverkehrsordnung) und eine Altersverteilung hätte wie bei den Autofahrern, würde man bei den schweren Delikten wohl kaum Unterschiede zwischen beiden Gruppen feststellen.

Wer regelmäßig in verschiedenen Rollen, als Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer, am Verkehr teil nimmt, wird bei normaler psychischer Grundausstattung selten zu einem so platten Bashing einzelner Gruppen verleitet sein.

Kontrolle

Die Idee bestehende Regeln durchzusetzen ist nicht unbedingt neu. Es scheitert wahrscheinlich wieder an Personalfragen. Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften wird keine Abhilfe schaffen. Laut einer Studie (aus dem Skandinavischen Raum) sorgt Tempo 30 für mehr Verbrauch und vorallem für Aggressivität bei Autofahrern. Diese sind es nicht gewohnt so langsam zu fahren und die Folge ist eine erhöhte Unfallgefahr.
Wirklich nützlich sind Fahrradwege und zwar gut erkennbare. Paradebeispiel ist hier Münster. Auch die Kontrollen in Münster sind sehr streng wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Aber nur so kann es funktionieren. Schon jetzt ist Münster Innenstadt mit dem Auto extrem anstrengend - nicht auszudenken was Tempo 30 anrichten würde.