RadfahrenKampfansage gegen die "Kampfradler"

Die meisten Autofahrer beklagen, dass Radfahrer sich nie an Verkehrsregeln halten, und Minister Ramsauer fordert strengere Kontrollen. Der VCD spricht von Stimmungsmache. von dpa

Der Frühling ist da, Radler bevölkern die Straßen – und damit beginnt der Kampf auf dem Asphalt wieder. Die Prüforganisation Dekra nimmt dabei vor allem die Radfahrer in die Pflicht. "Manche unternehmen den Ritt auf der Kanonenkugel", sagt der Berliner Gebietssprecher Carsten Bräuer – mit hohem Tempo, in falscher Richtung auf dem Radweg und ohne Rücksicht auf rote Ampeln.

In einer Dekra-Umfrage unter 1600 Autofahrern hatten sich drei von vier Befragten beklagt, dass sich Radler häufig über die Verkehrsregeln hinwegsetzen. Selbst von den Befragten, die oft Fahrrad fahren, meint nur jeder Vierte, dass sich Radler "im Allgemeinen" an die Regeln halten. 44 Prozent aller Befragten äußerten zudem, dass Radfahrer öfter Fußgänger in Gefahr bringen.

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Andererseits warf mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) den Autofahrern vor, zu wenig Rücksicht auf Radfahrer zu nehmen. Genauso viele äußerten die Meinung, dass sich Autos und Fahrräder im Straßenverkehr häufig auf Kollisionskurs bewegen und Radler und Autofahrer oft keine Partner, sondern Gegner sind. Die Dekra forderte Aufmerksamkeit und Rücksicht von allen Verkehrsteilnehmern. Nach dem neuen Verkehrssicherheitsreport der Dekra machen in Deutschland weiterhin die Schwächsten – Radfahrer und Fußgänger – ein Viertel der Verkehrstoten aus.

Mit dem Trend zu Elektrofahrrädern sieht die Prüforganisation zudem neue Gefahren. "Früher haben die Alten und Gebrechlichen diese Räder gekauft, jetzt gibt es sie auch als Sportfahrräder", sagt Dekra-Vorstandsmitglied Clemens Klinke. Nun würden Mountain-Bikes mit Tempo 30 oder 40 den Berg hinauffahren. Für diese Radler forderte Klinke eine Helmpflicht. Radwege müssten deutlich von Straße und Gehweg abgegrenzt sein, Kreuzungen verkehrssicher gestaltet und gut beleuchtet werden.

Zuvor hatte bereits Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) von den Ländern strengere Kontrollen von Radfahrern gefordert. Er erwarte von allen Verkehrsteilnehmern, sich an die Regeln zu halten und das Gebot der Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu beherzigen. Bei den Radlern dürfe sich keine "Ich-darf-das-Mentalität" einschleichen, sagte Ramsauer. "Offensichtlich müssen viele lernen, dass sie nicht die Robin Hoods der Straße sind." Der Begriff der "Kampfradler" mache bereits die Runde. In der Dekra-Umfrage traf der Vorschlag, die Verkehrsverstöße von Fahrradfahrern konsequenter zu ahnden, indes nur auf verhaltene Zustimmung (55 Prozent).

Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnt hingegen davor, Radfahrer einseitig als Verkehrsrowdys darzustellen. Nur bei einem Viertel der Unfälle zwischen Autos und Radfahrern sei der Radler Hauptverursacher, sagt Doris Neuschäfer vom VCD-Bundesvorstand. "Radfahrer und Fußgänger sind keine Störfaktoren im Straßenverkehr, sondern gleichberechtigte Partner." Wer wie Ramsauer verlange, sich an die Verkehrsregeln zu halten, dürfe nicht "einäugig nur auf die Radler schauen".

Leserkommentare
    • jürgi
    • 16. April 2011 10:34 Uhr

    Bei uns in der Stadt fahren viele Radler wie selbstverständlich auf den Gehwegen.,natürlich Zebrastreifen inklusive.

    Es stören eigentlich nur noch die Fußgänger.............

    Eine Leserempfehlung
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    Eins Vorab:
    Mit anderen Verkehrsteilnehmern komme ich als Radfahrer sehr gut zurecht. Von den 2 Prozent beschränkten Verkehrsteilnehmern lasse ich mich nicht ärgern.
    Meine Fahrweise ist sportlich und rücksichtsvoll - weil ich keine Lust auf Zusammenstöße habe, die für irgendjemanden im Krankenhaus enden könnten.

    Nun zum Thema:
    Warum fahren Radfahrer auf dem Fussweg ?
    Weil es ein kombinierter Fuss- und Radweg ist ?
    Weil sich z.B. Ältere nicht mehr sicher auf der Straße fühlen?
    Weil es vielleicht auf den Hauptstraßen keinen Radstreifen gibt ?
    Weil manche Radfahrer schon in gefährliche Situationen mit Autofahrern gekommen sind ?
    Was ist daran schlimm, als Radfahrer langsam und rücksichtsvoll über einen Zebrastreifen zu fahren ?

    Warum gibt es baulich umständliche Verkehrsführungen, bei denen Radfahrer quasi dazu genötigt werden den Fußweg zu nehmen, weil sie sonst Hunderte von Metern Umweg fahren müssen ?
    Warum fahren in Städten so viele Autos ?
    Warum hören manche Fußgänger auf Kombiwegen keine Klingel ?
    Warum geht jemand nach 5-6 mal Klingeln nicht für Fahrradfahrer auf die Seite (da bringt auch 100 Meter im voraus klingeln nichts) ?

    Liebe Autofahrer, holt dieses Wochenende die Räder aus dem Keller und lasst das Auto stehen!

    gegen bestehende Verkehrsregeln zu verstoßen. Einfach nur Egoismus pur. Das schreibe ich als selbst aktiver Radfahrer.

    • ludna
    • 16. April 2011 10:35 Uhr

    endlich wieder ein Feindbild gefunden, mit dem er seine Stammwählerschaft mobilieren kann. Nachdem das mit den Atomkraftgegnern nicht mehr geht und auch S21 nach hinten losgegangen ist sind jetzt die bösen Radfahrer dran.

    Elektrobikes könnten durchaus zu einer Alternative im Stadtverkehr werden.

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    ...haben ein lohnendes Thema gefunden.
    Alle paar Monate wird das Thema Verkehr halbherzig in der Zeit abgehandelt, natürlich mit vorher kalkuliertem Kommentar-krieg und vielen Klicks für das Werbegeld inklusive.

    Es wundert eigentlich nur noch warum keine leichtbekleidete junge Frau auf dem Rad zu sehen ist (SEX und Kommentarkrieg sells!).

    Zu dem Thema gibt es sicher viel zu reden, aber mit solchen Artikeln kommt man da nicht weiter.
    Wichtig wäre eine gezielte Analyse verschiedener Verkehrsszenarios für die Zukunft mit mehr/weniger Autos/Fahrrädern etc. und dem Abwiegen von Vor- und Nachteilen (CO2-Emissionen, Lebensqualität, Transportqualität etc.).
    Danach ist die Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer untereinander nochmal eine andere "philosophischere" Frage.
    Also Zeit, wie wärs denn mal mit einer wirklichen Reihe von Artikeln über dieses wichtige Thema?
    Ich als passionierter Fahrradfahrer komme mit den meisten Autofahrern eigentlich ganz gut aus (ausser, dass mich die stinkenden Abgase nerven). Je größer das Auto wird, desto unfreundlicher und assiger wird das Fahrverhalten, aber da hilft wohl nur die Zwangsverschrottung des Autos. Mit Handwerkern sollte man auch nicht scherzen, die drehen auch gerne mal am Rad *lol*.

    The_Cat

    • hareck
    • 16. April 2011 10:50 Uhr

    "Kampfradler" gibt es natürlich hier in Berlin, keine Frage.

    Andererseits wird mir als Radfahrer auf meiner Standardfahrstrecke durch die Stadt (ca 7 km) jedes Mal durchschnittlich zweimal die Vorfahrt genommen...von Autofahrern.

    Viele Autofahrer erkennen Radfahrer einfach nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer an. Ob es an der Blechmasse liegt? Keine Ahnung. Da habe ich manchmal auch das Bedürfnis, zum "Kampfradler" zu werden. Ich verkneife es mir, da es den Konflikt nur verschäfen würde, und appelliere an auch meine Mitradfahrer, sich zu mäßigen. Krieg ist auch hier keine Lösung.

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    "... und appelliere an auch meine Mitradfahrer, sich zu mäßigen. Krieg ist auch hier keine Lösung."

    so ist es. danke für die mäßigende stimme in all den aufgeregtheiten von beiden seiten.
    ich habe nun schon einige zigtausend kilometer auf dem rad zurückgelegt (die letzten jahre auf www.dzickert.de )und bin andererseits ca 40.000 km im jahr beruflich bedingt mit dem auto unterwegs. ich kenne also beide seiten. radfahrer sind im schnitt nicht "besser" als autofahrer - und umgekehrt.
    ich finde, daß tempo 30 in innenstätten eine gute lösung wäre.

    ein gutes beispiel für rücksichtnahme finden wir jedes jahr in italien: da wird in aller regel kurz gehupt, wenn sich ein auto von hinten einem radfahrer nähert.

    und alle mitforisten, die meinen, hier würde wieder mal eine "schwache gruppe" herausgepickt um draufschlagen zu können: wenn sie eine statistik der beiträge in der zeit, die sich gegen radfahrer richtet, aufstellen würden, wäre die sehr übersichtlich. auch in anderen medien und in der politik ist dieses thema kaum wahrnehmbar.
    getroffene hunde bellen?

    • MaDDoC
    • 16. April 2011 10:50 Uhr

    Die Idee bestehende Regeln durchzusetzen ist nicht unbedingt neu. Es scheitert wahrscheinlich wieder an Personalfragen. Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften wird keine Abhilfe schaffen. Laut einer Studie (aus dem Skandinavischen Raum) sorgt Tempo 30 für mehr Verbrauch und vorallem für Aggressivität bei Autofahrern. Diese sind es nicht gewohnt so langsam zu fahren und die Folge ist eine erhöhte Unfallgefahr.
    Wirklich nützlich sind Fahrradwege und zwar gut erkennbare. Paradebeispiel ist hier Münster. Auch die Kontrollen in Münster sind sehr streng wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Aber nur so kann es funktionieren. Schon jetzt ist Münster Innenstadt mit dem Auto extrem anstrengend - nicht auszudenken was Tempo 30 anrichten würde.

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    Die Kontrollen für Autofahrer oder für Radfahrer ?
    Was bringen die besten Radwege, wenn sie zu schmal sind, dauernd durch Ampeln unterbrochen werden und es viel zu hohe Bordsteine an den Kreuzungen und Straßenquerungen bzw. auf und Abfahrten gibt ?
    Da bleiben nicht nur RAdfahrer dran hängen sondern auch Rollstuhlfahrer bzw. Rollator-Benutzer.

    da haben Sie sicher recht. Aber warum? wegen der radler der Fußgânger? Oder vielleicht doch eher wegen der vielen Autos? Schon jetzt ist die Durschschnittsgeschwindigkeit eines Autos im Satdtverkehr ungefähr 23 km/h.

    Also ziehen Sie die Konsequenzen aus Ihrer Bemerkung: Steigen Sie um auf Fahrrad oder ÖPNV.

    Doppelposting entfernt. Die Redaktion/wg

  1. Vor gar nicht endlos langer Zeit war es noch üblich das sich Autos und Fahrräder die Strasse teilten.

    Mit nicht unbeträchtlichem Aufwand hat man es geschafft den Radfahrern kollektiv einzureden, dass das viel zu gefährlich ist und man stattdessen auf Radwege ausweichen muss um nicht täglich überfahren zu werden.

    Warum wundern sich jetzt alle, dass diese Radfahrer halt auch mal nen Bürgersteig zum Radweg umfunktionieren (Radfahren auf der Strasse währe ja Selbstmord) und wenn sie schon mal da sind auch nicht dauernd die Strassenseite wechseln wollen, nur weil sie in die andere Richtung fahren?

    Und dann die Dekra: Helmpflicht.. Abgrenzung von Radwegen zur Strasse.. helfen letztlich dem Autoverkehr Ruhe vor den blöden Radfahrern zu haben. Das Problem entschärfen sie nicht, da man sich an der nächsten Kreuzung ja doch wieder über den Weg läuft.
    Ausser bei der Helmpflicht vielleicht, dann hätte sich das mit dem Radfahren für viele erledigt.

    §1 STVO und gut ist.

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    • kausz
    • 16. April 2011 18:19 Uhr

    Ein Beispiel aus dem Landkreis Biberach (Baden-Württemberg) der aufgrund eines Kreistagsbeschlusses keine stationären Geschwindigkeitsmessanlagen aufstellt. Konsequenz, Nachts und am Wochenende ungestörtes Rasen.

    Aus Sicht der PD Biberach ist eine Anlegung von Schutzstreifen beidseitig nicht möglich, da die hierzu notwendige Fahrbahnbreite nicht gegeben ist (RECHENFEHLER). .. Zudem ist eine Notwendigkeit für den Radverkehr nicht ersichtlich, da der Radverkehr von .. vorrangig Nebenwege benutzt werden.

    .., unter Bezugnahme auf unser heutiges Telefonat wird von der Strassenverkehrsbehörde folgende Stellungnahme abgegeben:Ein Schutzstreifen für Radfahrer wird von der Verkehrsbehörde nicht empfohlen. Die Radfahrer sollten am rechten Fahrbahnrand der L284 als vollwertige Verkehrsteilnehmer fahren. Es wird bei dieser Lösung eine größere Verkehrssicherheit für Radfahrer gesehen. Der Kraftfahrtzeugverkehr muss dann die Radfahrer regelrecht überholen und zwar nur bei entsprechenden Sichtverhältnissen.

    ..Durch die Anlage eines Schutzstreifens für Radfahrer würde sich ein Parkverbot in der gesamten OD Otterswang ergeben. Es wird davon ausgegangen, dass dies den Anwohnern .. nicht bewußt ist und die Möglichkeit, zu parken wichtiger ist, als die Anlegung eines nicht nötigen Schutzstreifens für Radfahrer.

    Die für die Anordnung von Schutzstreifen zuständige Strassenverkehrsbehörde und auch die Polizeidirektion Biberach sehen keine Notwendigkeit für die Anlegung von Schutzstreifen.

  2. Ich sehe täglich Radfahrer auf der falschen Seite fahren, Mütter mit ihren kleinen Kindern und ältere Fahrer, weist man sie darauf hin, werden sie frech. Die Polizei unternimmt nix. Früh vor Schulbeginn sind die Schulkinder auf der falschen Seite usw. Es ist täglich die gleiche Leier und der der sich an die Regeln hält muss obacht geben auf die die sich falsch verhalten.

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    "Ich sehe täglich Radfahrer auf der falschen Seite fahren ... Es ist täglich die gleiche Leier und der der sich an die Regeln hält muss obacht geben auf die die sich falsch verhalten."

    Worauf genau müssen Sie Obacht geben?

    Dem Fußgänger, der nicht auf dem Radweg herum läuft, ist es egal in welcher Richtung Radfahrer auf diesem unterwegs sind.

    Der Autofahrer muss jederzeit einkalkulieren, dass der Radweg, den er kreuzt offiziell zugelassen in beide Richtungen benutzt werden darf, sei es auf Dauer oder temporär aufgrund von Bauarbeiten, so dass auch der Hinweis auf Ortskenntnis nicht zieht.

    Die einzigen, die einen sachlichen Grund haben, sich über falsch fahrende Radfahrer aufzuregen, sind die richtig fahrenden Radfahrer.

    Interessanter weise hält sich dort der Ärger über Falschfahrer sehr in Grenzen, kann man als Radfahrer doch am leichtesten nachvollziehen, warum einige Radfahrer in bestimmten Ecken diese Verkehrsregel brechen.

    Ich könnte tatsächlich seitenlang über den verkehrspolitischen sowie auch in Auswirkungen auf die Sicherheit geradezu falschen Verkehrsregeln für Radfahrer schreiben. Viele Regelungen für die Radfahrer bestehen aus reiner Schikane und sind für die Verkehrssicherheit sogar kontraproduktiv, d.h. in Wahrheit gefährlich.

    Sie wissen sicher, dass Kinder bis acht (glaube ich) auf dem Gehweg fahren _müssen_?

    Zu Ihrem Beispiel "Fahren [mit Kindern] auf der falschen Seite" - ich halte es für FALSCH, das Radfahrer nich grundsätzlich t beide Richtungen einer Straße befahren dürfen:
    - es hat zur Folge, dass Radfahrer sich defacto nicht an Verkehrsregeln halten _können_! Oder wollen Sie ihr Rad ein hundert Meter in die falsche Richtung schieben um dort eine Straße zu überqueren, nur um dann auf der anderen Seite erst den Regeln entsprechend in die richtige Richtung fahren zu können? Das ist absurd und schikanös für das umweltfreundlichste Verkehrsmittel!

    - die Regel, je mehr sie betont und durchgesetzt wird, hat auch zur Folge, dass die Autofahrer sich daran gewöhnen, beim Abbiegen nur noch in die angeblich "richtige" Richtung zu gucken und nicht nicht mehr auf Radfahrer von vorne achten!
    Und zwar selbst dann, wenn denn ein Radweg tatsächlich das Befahren in beide Richtungen erlaubt.

    In diesem Land wird den Verkehrsteilnehmern schon in der Schule systematisch das Denken ausgetrieben. Zu vorausschauendem, umsichtigen und fairen Fahren ist hier kaum einer der Rechthaber in der Lage.

    • wauzi
    • 16. April 2011 16:11 Uhr

    mal eine frage:
    sie schreiben: Zu Ihrem Beispiel "Fahren [mit Kindern] auf der falschen Seite" - ich halte es für FALSCH, das Radfahrer nich grundsätzlich t beide Richtungen einer Straße befahren dürfen:

    wer soll ausweichen, wenn sich 2 entgegen kommen?
    und wohin? auf den gehweg? auf die straße?
    aneinander vorbeifahren geht oft nicht, da z.b. 2 anhänger nicht aneinander vorbei passen.
    Fahrradwege sind als einbahnstraßen konzipiert und sollen als solche genutzt werden.
    solange das verkehrsrecht nicht geändert ist, bezeichne ich all die geisterfahrer, die gegen die fahrtrichtung fahren, als radler, die bedenkenlos verletzungen in kauf nehmen.

  3. ...jeder Verkehrsteilnehmer beschwert sich über den anderen und Rücksicht nimmt im Allgemeinen niemand.
    Fußgänger laufen ohne zu gucken über den Fahrradweg und auf die Straße, um den Bus zu erreichen; Fahrradfahrer fahren auf der falschen Seite und bei Rot über die (auf Autofahrer abgestimmten) Verkehrsampeln und der Autofahrer drängt den Radfahrer im Wohngebiet in die Parkbuchten ab und parkt gerne mal auf dem Fahrradweg.
    Mir persönlich kommt es so vor, als würde der Fahrradfahrer bei der Verkehrsplanung am wenigsten berücksichtigt und darunter leiden alle Verkehrsteilnehmer.

    Fahrradwege die auf der Straße verlaufen, hören, wenn der nötige Platz gerade fehlt, mitten auf der 3-spurigen Straße auf oder werden für eine Bushaltestelle mit einem Fahrradwegende-Schild ausgesetzt. Wer links abbiegen will, sieht sich plötzlich in der Situation, mit den Autofahrern konkurrieren und mal eben über 3 Spuren auf die Abbiegerspur wechseln zu müssen. In solchen Situationen ist mir persönlich mein Leben lieber und ich fahre auf dem Fahrradweg, auch wenn man Gefahr läuft 15€ Strafe zahlen zu müssen.

    Der Straßenverlauf müsste vollkommen neu geplant werden und der Fahrradfahrer als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer (mit gleicher Verantwortung) berücksichtigt werden. D.h. Straße, Fahrradweg, Gehweg, alle getrennt. Aber dafür fehlt, das Geld, fehlt der Platz und fehlt die Lobby.

    Und was die Helmpflicht angeht. Die sollte aus meiner Sicht für JEDEN Radfahrer eingeführt werden.

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    Wenn Sie die Helmpflicht nicht erwähnt hätten, hätte ich ihrem Kommentar eine Empfehlung gegeben.
    Auf Rennrad und Mountainbike geht bei mir nichts ohne Helm, ansonsten kein Helm.

    Dem stimme ich sehr zu.

    Was mir wohl trotzdem sehr negativ als Autofahrer an Fahrradfahrern auffällt, ist, dass sie trotz vorhandenem Fahrradweg Landstraßen nutzen.

    Für mich hört da der Spaß auf, denn dafür wurden die Fahrradwege nicht angelegt. Es darf nicht sein, dass auf einer kurvigen Landstraße der gesamte Kfz-Verkehr lahmgelegt wird, nur weil ein "sportlicher" Fahrradfahrer der Ansicht ist, die angelegten Fahrradwege seien für ihn nicht gut genug.

    Es gibt für mich keine Ausrede, die da gilt. Egal ob da Ein- oder Ausfahrten existieren oder sonstige Nachdenksituationen... diese existieren ebenso auf dem Kfz-Bereich der Fahrstrecke.

  4. Da die Räder heute ganz erheblich höhere Geschwindigkeiten erreichen, dabei nahezu lautlos angerast kommen und vorzugsweise von hinten harmlose Fussgänger zu Tode erschrecken, wenn nicht gar anrempeln, wie mir schon 2x, sogar im Kurpark passiert ist, sollten hier unbedingt nachgewiesene erzieherische Massnahmen, Versicherungs- und Kennzeichenpflicht erfolgen.
    Das gilt für jedes popelige Mofa, dass nur 30 km/h fahren darf. Diese Mountainbiker fahren problemlos 50/60 km/h auf Bürgersteigen und Zebrastreifen. Eine rote Ampel gilt nur als Schikane. Das ist nicht mehr der kleine Klaus mit seinem Rixe-Dreigang. Hier hat die Rechtssprechung mit der Technischen Entwicklung eindeutig nicht Schritt gehalten:
    Wehe, ein Lkw-Fahrer übersieht beim Abbiegen so einen Bürgersteigkamikaze. Der geht wegen der 'Gefährdungshaftung' glatt ins Gefängnis.
    Aber der Radler der mich umgefahren hat, ist einfach weggeradelt und ich durfte Arzt und Klamotten selbst bezahlen.

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    bitte nicht übertreiben. 50 bis 60 fahren sicher die Tour de France-Fahrer, aber hier wohl eher 35, vielleicht auch 40. Haben Sie es gemessen?

    Was Sie einfordern ist Rücksichtnahme.
    Jeder Verkehrsteilnehmer muss Rücksicht auf andere nehmen. Sonst funktioniert Verkehr nicht.

    Neue Gesetze bringen nichts - wer soll das alles Kontrollieren ?

    Der Radler, der Sie umgefahren hat, hat wahrscheinlich weder geklingelt noch gerufen, noch seine Geschwindigkeit gedrosselt.
    Klarer Fall von nicht vorhandener Rücksichtnahme.

    Es gibt aber auch das Gegenbeispiel:
    Radfahrer nähert sich Fußgängerpärchen, Abstand 50-60 Meter, klingelt wie ein Verrückter, bremst runter von 30 auf 10 km/h und die Fußgänger machen keinen Schritt zur Seite.
    Klarer Fall von nicht vorhandener Rücksichtnahme.

    Ich fordere alle zu mehr Umsicht und Rücksichtnahme im Verkehr auf. Das führt zu weniger Unfällen und weniger Stress und weniger Stau.

    Problemlos 50/60, als ob das am Fahrrad läge. Wenn noch vor 30 Jahren ein normales Auto gerade mal 40 PS hatte und problemlos 50 fahren konnte, heute viele Autos locker dreimal so viel PS haben und auch nicht schneller fahren können, so ist das schon mal ein Problem. Viele Autos sind hoffnungslos übermotorisiert, hier könnte ohne großen Verlust viel Energie eingespart werden, z. B. auch mit einem europaweit einheitlichen Tempolimit auf Autobahnen und Landstraßen.
    Dafür setzt sich der Dekra nicht ein, weil er zur Autolobby gehört.
    Dass die Menschheit in den letzten 30 Jahren 3 mal leistungsfähiger geworden ist, ist mir völlig neu. Und dass die Fahrräder durch menschliche Krafteinwirkung so gut geworden sein sollen, dass man 3 mal schneller ist, ist komplett realitätsfremder Unfug.
    Wenn die Elektrobikes an Bedeutung gewinnen, muss eine neue Regelung her, ohne Frage, ganz so weit ist es aber noch nicht. Vorher gibt es laut Merkel sicher eine Million Elektroautos.....

    Macht auch Sinn den Verwaltungsaufwand für das Fahrradverfahren so on die Höhe zu treiben. Kostenaufwand in die Höhe treiben.
    Dann haben wir bald keine Radfahrer mehr. Die Auswirkungen auf Gesundheit, Verkehr und Umwelt möchte ich mir gar nicht vorstellen.

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