Die Umweltzone wird zum Exportschlager: Nun will auch Frankreich in den Zentren von Paris, Lyon, Bordeaux und fünf weiteren Städten Bereiche einführen, in denen ab dem kommenden Jahr Autos mit hohen Feinstaub-Emissionen nicht mehr fahren dürfen. Auch in anderen Ländern werden Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß aus den Großstädten verbannt, etwa in den Niederlanden, Schweden, Italien oder Tschechien. In Deutschland existieren heute Umweltzonen in 45 Städten.

Doch seit es sie gibt, hält auch die Kritik an ihnen an. Automobilverbände, aber auch Autoclubs wie der ADAC lehnen die Umweltzonen ab: Der Verwaltungsaufwand sei enorm, wird behauptet, und wirkungslos seien die Zonen dazu noch. Doch diese Behauptung sieht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) widerlegt. Eine Studie zeige, dass in Berlin nach Einrichtung der Umweltzone der Anteil der verkehrsbedingten Rußpartikel deutlich gesunken sei, sagt der Bundesgeschäftsführer der DUH, Jürgen Resch.

Die Untersuchung , vorgelegt von dem Luftschadstoff-Forscher Erich Wichmann vom Münchener Helmholtz-Zentrum, ergab: 2008 und 2009 sank die Feinstaubbelastung in der Berliner Umweltzone um etwa sechs Prozent. 2010, als die Regelung verschärft wurde und nun nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette einfahren dürfen, nahm die Belastung um zwölf Prozent ab.

Dies mag zunächst nicht nach viel klingen, doch die Wirkung auf die Gesundheit ist laut Wichmann enorm. Der Grund: "Entscheidend ist nicht die Gesamtreduktion des Feinstaubs, sondern die Verminderung des hochtoxischen Dieselrußanteils im Feinstaub." Dieser mache 20 Prozent aus, der Rest seien wenig toxische Anteile wie Reifenabrieb oder aufgewirbelter Staub. Betrachtet man nur die verkehrsbedingten Rußanteile, so stellt man in der Berliner Umweltzone einen Rückgang um rund 30 Prozent in den Jahren 2008 und 2009 fest, 2010 waren es sogar 60 Prozent.

Inwiefern hohe Partikelbelastungen sich auf die Gesundheit der Anwohner auswirken, zeigt Wichmann in einer jetzt vorgelegten Langzeitstudie in Nordrhein-Westfalen im Auftrag des dortigen Umweltministeriums. Menschen, die näher als 50 Meter an einer verkehrsreichen Straße wohnen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegserkrankungen zu sterben. Auch ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs sei belegt, so Wichmann.