Länger ist der neue A6 Avant nicht geworden. Der neue Kombi, den Audi jetzt in Berlin präsentierte, misst nach wie vor 4,93 Meter. Allerdings hatte der Vorgänger einen kürzeren Radstand, sodass man im Inneren des Neuen doch den Eindruck hat, mehr Platz zu haben. Außerdem ist der neue Avant fünf Zentimeter in die Breite gewachsen: Mit eingeklappten Seitenspiegeln misst der heimliche Traum aller Dienstwagenfahrer 1,87 Meter, mit ausgeklappten Spiegeln sind es fast 2,09 Meter.

Der Kofferraum bietet Platz für 565 Liter Gepäck. Damit liegt der A6 Avant etwa auf dem gleichen Niveau wie der BMW 5er Touring (560 Liter). An die 695 Liter des Mercedes E-Klasse T und auch die 603 Liter des VW Passat Variant kommt der Audi-Kombi aber bei weitem nicht heran.

Die Heckklappe öffnet sich elektrisch. Genau wie beim Passat Variant funktioniert das gegen Aufpreis sogar, wenn man mit dem Fuß unter der Stoßstange wackelt. So kann man die Klappe öffnen, ohne den Schlüssel oder den Öffnungsknopf berühren zu müssen, etwa wenn man auf dem Supermarktplatz gerade beide Hände voll mit Einkaufstüten und den Autoschlüssel in der Tasche hat. Auch die Gepäckraumabdeckung fährt elektrisch zurück und surrt automatisch wieder an ihren Platz, wenn man den Kofferraum schließt.

Die Karosserie des Kombis besteht zu 20 Prozent aus Aluminium, sodass zum Beispiel der A6 Avant 2.0 TDI das für ein Auto dieser Größe relativ geringe Leergewicht von 1640 Kilogramm auf die Waage bringt. Ein BMW 5er Touring schafft es nicht unter 1,7 Tonnen.

Zum Marktstart stehen sechs Motorisierungen zwischen 130 kW (177 PS) und 230 kW (313 PS) zur Wahl. Der Verbrauch soll im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 18 Prozent gesunken sein. Als Bestwert gibt Audi fünf Liter Kraftstoff für 100 Kilometer an – für den 2.0 TDI mit 177 PS und Handschaltung (BMW 520d Touring: 5,1 Liter; Mercedes E-Klasse 220 CDI T: 5,2 Liter). Schon dieses schwächer motorisierte Modell stößt 132 Gramm CO2 aus. Der neue 3.0 TDI mit bis zu 230 kW (313 PS) beschleunigt in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 Km/h. Stärkster Benziner ist der 3.0 TFSI mit 300 PS.

Ungewöhnlich groß ist die Vielfalt der Getriebeoptionen. Je nach Motorisierung ist der Wagen mit einer Sechsgang-Handschaltung, einer sportlich abgestimmten Siebengang S-tronic, einer stufenlosen Multitronic oder einer Achtstufen-Tiptronic ausgerüstet.

Den Avant gibt es mit Frontantrieb oder mit dem quattro-Allradsystem. Gegen Aufpreis verteilt dort ein Sportdifferenzial die Antriebskraft flexibel zwischen den beiden Hinterrädern. Optional erhältlich sind eine Luftfederung und Audis Dynamiklenkung. Im Sportpaket S-Line liegt die Karosserie im Vergleich zum Serienfahrwerk um 30 Millimeter tiefer und hat größere Räder. Später wird es auch das PS-starke Sportmodell S6 mit V8-Motor geben, auch ein Folgemodell namens RS6 ist denkbar.

Analog zur A6-Limousine ist der Kombi mit viel Hightech ausgerüstet – wenn man tief genug ins Portemonnaie greift. Dazu zählen ein adaptives Lichtsystem mit LED-Scheinwerfern, ein Head-Up-Display, eine Tempolimit-Anzeige per Kamera, der Nachtsichtassistent, Massagesitze oder ein ins Auto integrierter WLAN-Hotspot, über den die Passagiere mit ihren Smartphones oder Notebooks im Internet surfen können. Der Spurhalteassistent drückt den Wagen durch einen sanften Lenkeingriff wieder in die eigene Spur zurück, wenn man sie verlässt, ohne zu blinken. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es eine neue Einparkhilfe geben, die mit vier verschiedenen Kameras die Umgebung des Wagens aufnimmt und sie auf dem Bordmonitor zu verschiedenen Ansichten zusammensetzt. Ein ähnliches System gibt es bereits bei Nissans Edel-Marke Infiniti.

Zur Serienausstattung des Audi A6 Avant zählen unter anderem Klimaautomatik, Licht- und Regensensor sowie ein Tempomat. Im Spätsommer soll er beim Händler stehen. Der Grundpreis beträgt 40.850 Euro und ist damit deutlich höher als für den bisherigen Avant (ab 37.750 Euro). Allerdings ist, wie bei der neuen A6-Limousine, der 2.0 TDI mit 177 PS das Basismodell und nicht mehr ein Benziner. Vielleicht liefert Audi noch einen kleineren, günstigeren Basisbenziner für den Avant nach. Teuer ist es in dieser Fahrzeugklasse ohnehin: Den BMW 5er Touring gibt es ab 43.000 Euro (520d), das T-Modell der Mercedes E-Klasse ab 43.048 Euro.