Die Autoindustrie reagiert auf das negative Umwelt-Image von Geländewagen – die so genannten Sport Utility Vehicles (SUV) werden kompakter und sparsamer. "Die Hersteller nehmen sich mehr und mehr dem Thema Umwelt an, damit die SUVs verkaufbar bleiben", sagt Automobilexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Dabei sinkt auch der Kraftstoffverbrauch der Geländelimousinen. "Natürlich wird er niemals so niedrig sein wie bei Kleinwagen", sagt Bratzel, "er nähert sich dem von Mittelklassewagen aber immer mehr an."

Je mehr Kraftstoff verbraucht wird, desto mehr CO2 wird ausgestoßen. Aktuelle Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes zeigen, dass die derzeit am häufigsten zugelassenen Geländewagen im Schnitt immer noch viel Kohlenstoffdioxid emittieren. Am häufigsten wurde im März 2011 der Audi Q5 neu zugelassen, der im Mittel auf etwas mehr als 183 Gramm CO2 pro Kilometer kommt. Andere Modelle emittieren zwar deutlich weniger – der Mitsubishi ASX zum Beispiel gut 142 Gramm oder der BMW X3 knapp 153 Gramm – der Gesamtschnitt liegt aber immer noch bei gut 176 Gramm.

Auf deutlich niedrigere CO2-Emissionen will es Mazda mit seinem neuen Kompakt-SUV CX-5 bringen, den der Hersteller auf der Internationalen Automobil-Ausstellung im Herbst zeigen will. Die verbaute neue Antriebstechnologie nennt Mazda passend zum vermeintlichen Öko-Trend Skyactiv . Damit sind neue Motoren (Benzin und Diesel), neue Getriebe (manuell und Automatik) und gewichtsoptimierte Karosserien und Fahrwerke gemeint. Der derzeitige CX-7 stößt durchschnittlich zwischen 199 und 243 Gramm Kohlenstoffdioxid pro Kilometer aus. "Beim CX-5 werden wir höchstwahrscheinlich den Zielwert von 120 Gramm pro Kilometer schaffen", sagte Mazda-Sprecher Jochen Münzinger. Das bezieht sich auf die Diesel-Version mit 150 PS, die 20 Prozent leichter werden soll als der Vorgänger. "Der Benziner mit 160 bis 165 PS wird 140 Gramm CO2 emittieren."

Ford hat mit dem Kuga -Nachfolger Vertrek ebenfalls die Studie eines kompakten SUVs vorgestellt. Konkrete Verbrauchsdaten gibt es nicht, da "nicht sicher ist, ob der Wagen so in Serie geht", wie ein Ford-Sprecher sagte. Den Verbrauch und damit die CO2-Emissionen zu senken, sei aber immer Entwicklungsziel. 2012 dürfte auch Opel einen kleinen SUV auf den deutschen Markt bringen.

Honda wird spätestens 2014 die nächste Generation des CR-V präsentieren. Der Crossover war lange gut im internationalen SUV-Angebot der Mittelklasse positioniert, hatte zuletzt aber Marktanteile verloren. Der neue Honda CR-V soll mit variablem Allradantrieb und einer neuen Generation von Vierzylindertriebwerken (Diesel und Benziner) mit Turboaufladung ausgestattet werden. Die derzeitige Generation kommt – je nach Ausstattung – auf zwischen 171 und 195 Gramm CO2 pro Kilometer. 

Land Rover liefert mit dem Evoque nach eigenen Angaben den "kompaktesten, leichtesten und effizientesten Range Rover aller Zeiten" aus. Die am stärksten motorisierte Variante, ein 190-PS-Benziner, emittiert 199 Gramm Kohlenstoffdioxid pro Kilometer. Auch der neue Q3, den Audi erstmals auf der Shanghai Motorshow im April zeigte, ist mit 4,39 Metern und einem Gewicht von knapp unter 1,5 Tonnen deutlich kompakter als die größeren Brüder Q5 und Q7. Angaben zum CO2-Ausstoß gibt es noch nicht, Ende Juni wird das Auto in Deutschland vorgestellt. Die Dieselversion mit 140 PS und Frontantrieb soll auf einen durchschnittlichen Spritverbrauch von 5,2 Liter kommen, sagte ein Audi-Sprecher.