Schick sieht er aus, der 3,80 Meter kurze Ypsilon. Premium-Ansprüche soll der Neue von Lancia nach dem Willen seiner Macher ins Kleinwagen-Segment tragen. "Es gibt ein Recht auf Luxus", sagt Lancia-Chef Olivier Francois. Ein Blick in den Wagen zeigt, was sich der italienische Hersteller darunter vorstellt: Armaturenbrett und Türinnenseiten sind mit angenehmen Stoffen bezogen, die Kommandozentrale kommt wirklich hübsch daher. Mehrfarbige Außenlackierungen und Interieurs sind der lebensfrohe Gegenentwurf zum Buchhalter-Charme eines VW Polo. Das optionale Sonnendach mit 1,7 Quadratmetern Glasfläche lässt sich elektrisch öffnen und zaubert einen Hauch Cabrio-Feeling ins Innere.

Doch der zentrale Armaturenträger ist ein echtes Ärgernis: Während der Fahrt verdeckt die rechte Hand am Steuer meistens den Tachometer. Warum nur tut Lancia das immer wieder, fragt man sich angesichts solcher unnötigen Designmängel. Auch mehr Ablagen wären im Ypsilon schön gewesen, den Platz dafür gäbe es im Cockpit durchaus. Die Sitze haben zu kurze Beinauflagen, die Kopfstützen sind ähnlich wie im Fiat 500 zu hart.

Auf den Rücksitzen wird es für Personen jenseits von 1,80 Meter Körpergröße recht eng, aber es lässt sich aushalten. Durch die hinteren Türen entfällt immerhin die Schlangenmenschen-Prozedur, die man bei vielen Dreitürern zum Entern des Fonds durchführen muss. Der Kofferraum fasst 245 Liter. Zum Vergleich: Der Mini kommt nur auf 160 Liter, der Citroën DS3 bietet im Kofferraum ein Volumen von 285 Liter, im Audi A1 sind es 267 Liter, im Alfa Romeo Mito 270 Liter.

Lancia bietet Käufern die Wahl zwischen einem agilen und sparsamen Dieselmotor mit 70 kW (95 PS) und zwei Benzinmotoren. Der Basis-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum und 51 kW (69 PS) ist angenehm laufruhig und verbraucht laut Hersteller im Schnitt 4,9 Liter pro 100 Kilometer. Für die City ist der Motor spritzig genug, bei höherem Tempo wird es jedoch zäh.

Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt auch der 0,9 Liter große Turbo-Zweizylinder TwinAir mit 63 kW (85 PS). Er beschleunigt den Wagen zwar deutlich flotter als der Basisbenziner, ist aber bei niedrigen Drehzahlen unwillig und klingt brummig. Man muss häufig schalten, was mit dem hakeligen Fünfganggetriebe wenig Spaß macht. Den Durchschnittsverbrauch des TwinAir gibt Lancia mit 4,2 Litern pro 100 Kilometer an. Eine Besonderheit zum Spritsparen bietet dieser Motor mit einer Eco-Taste. Wenn man sie drückt, wird das maximale Drehmoment von 134 Nm auf 100 Nm reduziert – dann fährt sich der Wagen allerdings ohne rechten Schwung.

Auch das Fahrverhalten des Wagens zeigt Licht und Schatten. Die Lenkung ist angenehm direkt und die Kurvenlage für einen Kleinwagen ordentlich. Bei Schlaglöchern poltert das Fahrwerk hingegen trotz guter Federwirkung geräuschvoll vor sich hin.